Kritik an Haushaltslage in Oberaudorf

Zu hohe Schulden: Oberaudorf in der Kritik

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Bei den Kommunalwahlen 2014 wollen sie für „pro OberauDORF“ 30 Prozent erringen (v.l.n.r.): Gemeinderäte Ludwig Resch, Hans Seebacher, Klaus Förster und Hans Wildgruber.

Oberaudorf - Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung hat die "Bürgergemeinschaft pro OberauDORF" die Gemeinde für ihre hohen Schulden kritisiert. Das sind die Forderungen:

„Wir leben in unserer Gemeinde über unsere Verhältnisse“, warnt Hans Wildgruber, während Klaus Förster mahnt, „Oberaudorf kommt ohne Schulden nicht mehr aus“. Gemeinsam mit Ludwig Resch und Hans Seebacher kritisierten die vier Gemeinderäte von der „Bürgergemeinschaft pro OberauDORF“ auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Politik in ihrer Gemeinde.

Oberaudorf braucht eine Vision

Förster zufolge ist Oberaudorf mit 2,8 Millionen Euro Schulden an einem Punkt angelangt, „wo keinerlei Reserven mehr da sind“. Deshalb müsse die Gemeinde von ihrer „Politik nach Haushaltsplan“ abkommen und dringend Prioritäten setzen.

In Zukunft fielen erhebliche Ausgaben für die Sanierung der Straßen und Modernisierung des Klärwerks an. Eine Vision aber, wo Oberaudorf in zehn Jahren stehen solle, fehle.

Auch im „Zuschussbetrieb“ Tourismus müssten größere Anstrengungen zu dessen Sicherung unternommen werden, betonte Resch. Oberaudorf sei seit über einhundert Jahren der Tourismusort im Inntal, biete bis zu 700 Menschen direkt und indirekt Arbeit. Doch die Zusammenarbeit mit Kiefersfelden im „Kaiser-Reich“ funktionierte nicht.

Mehr Transparenz gefordert

Wildgruber erklärte eine Kooperation nur dann für sinnvoll, wenn es tatsächlich Synergien gebe. Oberaudorf trete aber hinter der Marke zurück. Resch ergänzte, die Tourist-Information sei „bei allem Bemühen insbesondere im Zusammenwirken der touristischen Dachverbände zu wenig aktiv in den Herkunftsgebieten der Urlauber“.

Die Bürgergemeinschaft unterstütze zwar das Freizeitgebiet Hocheck, wolle aber ihre Kritik an der geplanten Baumaßnahme am ehemaligen Sprungauslauf der Schanze ernst genommen wissen.

So müsste die Aufschüttung von 15.000 Kubikmetern Material auf „rechtlich saubere Füße“ gestellt werden. „Auch die Darstellung des Gesamtpakets aller Kosten würde viel zur Transparenz des Vorhabens beitragen“, sagte Wildgruber.

Bürgerversammlungen statt Multimediashows

Ernst genommen werden sollten auch die Bürger selbst. Die Gemeinderäte forderten daher „ordentliche Bürgerversammlungen statt stundenlange Multimediashows“ und bemängelten zugleich den geringen Widerhall. „Die Gemeinde tagt quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit“, veranschaulichte Wildgruber den dürftigen Zuspruch für die öffentlichen Sitzungen.

Die Bürgergemeinschaft habe deshalb in den letzten sechs Jahren versucht, dieser Situation mit eigener Berichterstattung über ihre Website entgegen zu wirken. Doch dieses Engagement sei „für die einzige Opposition im Ort Knochenarbeit“.

So strebe „pro OberauDORF“ denn auch für die Kommunalwahl nach einer Steigerung der Mandate. Aufstellungsversammlung ist am 13. Januar.

Pressemitteilung Bürgergemeinschaft pro OberauDORF

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