Auf dem Friedhof Florianiberg in Oberaudorf

Nach Fund von antisemitischen Zetteln - Staatsschutz übernimmt die Ermittlungen

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Diese Zettel fand Veronika Blueml auf dem Friedhof am Florianiberg.
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Oberaudorf - Auf dem Friedhof Florianiberg fand Frau B. antisemitische Botschaften auf mehren Zetteln. Als sie diese auf Facebook postet, zeigen sich zahlreiche User bestürzt. Mittlerweile hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

Update, 13.30 Uhr - Pressemeldung der Polizei

Am Montagvormittag ging bei der Polizeiinspektion Kiefersfelden die Mitteilung ein, dass auf dem Friedhof am Florianiberg in Oberaudorf mehrere Schriftstücke mit volksverhetzendem Inhalt aufgefunden wurden. Aufgrund dessen wurden von Seiten der Polizeiinspektion Kiefersfelden die ersten Ermittlungsmaßnahmen eingeleitet. 

Die weiteren Ermittlungen führt das zuständige Fachkommissariat für Staatsschutzdelikte der Kripo Rosenheim. Zur Klärung des Sachverhalts bittet das Fachkommissariat der Kriminalpolizeiinspektion Rosenheim um sachdienliche Hinweise unter der Telefonnummer 08031/200-0:

  • Sind jemandem Personen unmittelbar vor oder nach der fraglichen Tatzeit im näheren Umfeld des Friedhofs aufgefallen? 
  • Kann jemand konkrete Hinweise zur Herkunft der auf dem Friedhof verteilten Schriftstücke machen?

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Update, 13.00 Uhr - Ermittlungen wegen Volksverhetzung

Nach dem am Wochenende antisemitische Zettel auf dem Friedhof in Florianiberg gefunden wurden, wurde ein Anzeige bei der Polizei erstattet. Auf Nachfrage von rosenheim24.de bestätigt ein Sprecher der Polizei Kiefersfelden, dass Ermittlungen wegen Volksverhetzung eingeleitet wurden. 

Mittlerweile hat der Staatsschutz Rosenheim den Fall übernommen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd bestätigt. Weitere Details sollen heute im Laufe des Tages über eine Pressemitteilung bekannt gegeben werden.

Erstmeldung

"Tut mir leid aber so etwas macht mich sprachlos", beginnt Frau B. ihren Facebook-Post. "Was läuft denn hier inzwischen flasch, wenn ich so einen Mist beim Grabbesuch am ganzen Friedhof finde?" Die Oberaudorferin, die mittlerweile nicht mehr dort wohnt, fand auf dem Friedhof am Florianiberg Zettel mit antisemitischen Botschaften darauf. Diese postete sie in die Facebook-Gruppe „Oberaudorf, do san ma dahoam“, bei der sich viele User entsetzt zeigten.

"Vorsicht, die Juden stehlen Heimat", oder "die Juden stehlen, lügen und bringen unser Geld mit dem Regierungsflieger nach Jerusalem und in die ganze Welt", diese Parolen stehen auf den Papierzetteln. 

Mittlerweile hat die junge Frau B. den Vorfall der Polizei gemeldet. Auf Anfrage von ovb-online.de wusste Bürgermeister Hubert Wildgruber am Montagvormittag noch nichts über den Vorfall, konnte sich aber bisher nur an einen ähnlichen Vorfall erinnern, als Unbekannte den Friedhof mit Hakenkreuze beschmiert haben.

Viele Facebookmitglieder finden die Tat "beschämend", "unerträglich" und "unfassbar". Einige Nutzer gehen von einem pubertären Streich aus, auf den man nicht zu vielen geben sollte oder dies nicht ernstzunehmende Spinner seien. "Ich hätte die Zettel einfach weggeworfen und gut. Mehr Aufmerksamkeit hat dieser Blödian nicht verdient", findet ein anderer User.

"Das Schlimmste, was man machen kann, ist, das nicht ernst zu nehmen oder zu verharmlosen", schreibt ein anderes Mitglied der Gruppe. "Genau das ist es, was schon früher in die Katastrophe geführt hat."  Ein Mann sieht ein grundsätzliches Problem in Deutschland: "Dass sich Juden im heutigen Deutschland nicht mehr sicher fühlen, ist angesichts deutscher Vergangenheit unerträglich." 

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