Verdacht der Kindesentführung in der Türkei

Baby Nazar aus Oberaudorf verschwunden - emotionales Video veröffentlicht

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Vom kleinen Nazar aus Oberaudorf fehlt seit dem 3. Oktober jede Spur. 
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Oberaudorf/Türkei - Eine junge Frau aus Oberaudorf kämpft derzeit in der Türkei darum, ihren Sohn zurück zu bekommen. Seit dem 3. Oktober fehlt von dem Buben jede Spur. Der schlimme Verdacht: Sein Vater soll ihn entführt haben.

Update, 15.Oktober: Mutter meldet sich mit emotionalem Video 

Mittlerweile hat die Oma des kleinen Nazar auf Facebook einen emotionalen Hilferuf der Mutter veröffentlicht. "Bitte helft mir, ich weiß nicht mehr was ich tun soll", sagt sie unter Tränen. In Mustafakemalpasa, etwa drei Autostunden von Istanbul entfernt habe sie bereits Anzeige bei der Polizei erstattet. "Mein Baby fehlt mir so sehr, ich habe keine Kraft mehr. Niemand hier versteht mich."

Vorbericht

Eine junge Frau (24) aus Oberaudorf geht derzeit in der Türkei durch die Hölle. Sie war dorthin zusammen mit ihrem Mann und ihrem Sohn Nazar (11 Monate) gereist. Als sie auf einem Markt kurz auf die Toilette ging und anschließend zurückkehrte, waren ihr Sohn und der Vater des Kindes spurlos verschwunden. Auch in dem Haus, in dem sie wohnten, war niemand mehr. Die ganze Familie und ihr Sohn - weg

Zwei Wochen zuvor war bereits der Ausweis ihres Sohnes, der am 31. Oktober ein Jahr alt wird, verschwunden. Sie wollte bei der Botschaft noch einen neuen beantragen, aber dazu kam es nicht mehr. Das mit dem Ausweis sei ihr schon seltsam vorgekommen, teilte die Schwester der Oberaudorferin gegenüber rosenheim24.de mit. Auch hätten sich der Vater des kleinen Nazar und dessen Familie bereits komisch verhalten. "Meine Schwester wohnt derzeit bei einer Frau, die ihr ihre Hilfe angeboten hat. Sie ist in der Türkei und die Polizei ist schon an dem Fall dran. Nur finden wir ihn leider immer noch nicht." 

Auswärtiges Amt bestätigt den Fall

Das Auswärtige Amt bestätigte auf Nachfrage von rosenheim24.de: "Der Fall ist uns bekannt. Das Generalkonsulat in Istanbul steht mit der Betroffenen in Kontakt."

Das ist nicht der erste Fall einer mutmaßlichen Kindesentführung. Immer wieder hört man von solchen Fällen. Im vergangenen Jahr wurde ein 54-Jähriger wegen Entziehung Minderjähriger zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Der Vater war im Februar 2014 mit seinem damals neun Jahre alten Sohn in die Türkei geflogen, um dort angeblich eine Woche Urlaub zu machen. Doch er brachte seinen Sohn nicht mehr zurück.

Kindesentführung ist derzeit in der Türkei ein besonders sensibles Thema. Seit Monaten laufen in den Medien besonders viele große Berichte über verschwundene und ermordete Kinder. Es ist allerdings nicht klar, ob die Zahl der Fälle gewachsen ist oder ob sich nur die Berichterstattung geändert hat.

jb

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