„Sommer in Orange“ und Filmfrühschoppen

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Gute Stimmung auf dem Open-Air-Event „Sommer in Orange“

Oberaudorf - 500 Zuschauer sahen die Rosenmüller-Vorpremiere bei den Musikfilmtagen. Da verschlug es selbst dem routinierten Filmregisseur die Sprache: „So viele Leute! Wir sind alle wahnsinnig aufgeregt."

500 Besucher waren in den Oberaudorfer Kurpark geströmt, um die Vorpremiere von Rosenmüllers neustem Werk „Sommer in Orange“ zu sehen. Das bedeutete Rekordbesuch in der jungen Geschichte der Musikfilmtage Oberaudorf. Viele aus dem Filmteam waren mit dem Regisseur angereist, darunter die Darsteller Bettina Mittendorfer und Florian Karlheim, die Produzenten Andreas Richter und Ursula Wörner, Filmmusik-Komponist Gerd Baumann und Benjamin Herrmann vom Majestic-Filmverleih.

Marcus H. Rosenmüller mit Filmkomponist Gerd Baumann

Der Film erzählt die Geschichte einer Bhagwan-Kommune in den 80er Jahren, die von Berlin nach Bayern in die Provinz zieht. Im Dorf Talbich stoßen die Mitglieder der Kommune, darunter Amrita mit ihrer 12-jährigen Tochte Lili und ihrem Sohn Fabian, auf misstrauische Dorfbewohner. „Ich glaube, es is uns gelungen, einen Film ohne Hau-Drauf-Komik, sondern mit subtilem Humo zu drehen“, meinte Regisseur Marcus H. Rosenmüller, und appellierte an die Zuschauer: „Wenn Euch der Film gefällt, sagt es weiter. Wenn nicht, schickt alle die ins Kino, die Ihr nicht leiden könnt.“ Letzteres wird wohl nicht eintreffen – denn das Publikum applaudierte begeistert, bevor die Leinwand wieder dunkel war.

Trotz Blitz und Donner hielt das Wetter und es regnete nicht. Für Marcus H. Rosenmüller ein gutes Omen für den Film, für Markus Aicher, den Initiator de Musikfilmtage, ein Segen. „500 Menschen hätten bei schlechtem Wetter gar nich in den Kursaal gepasst. Es ist großartig, dass wir so viel Resonanz mit unserem Programm finden.“ Dass die Fangemeinde des Musikfilmfestivals wächst, zeigte auch de Filmfrühschoppen am Sonntag. Die Stube im Gasthaus Waller in Reisach war vo besetzt, als die Film- und Musikprominenz aus dem Nähkästchen plauderte. „

Ist Erfolg planbar?“ Diese Frage stellte Markus Aicher an den Produzenten U Aselmann, an Schauspielerin Bettina Mittendorfer und an Komponist Klaus Doldinger. „Das weiß man nie“, sagte Doldinger. „Selbst bei so einem Film wie ‚Das Boot’ wusste man nicht, wo der Karren hinfährt. Und innerhalb des Teams waren viele Menschen, die meinten, dass meine Musik völlig daneben ist.“

Filmfrühschoppen: v.l.n.r: Produzent Uli Aselmann, Schauspielerin Bettina Mittendorfer, Markus Aicher, Komponist Klaus Doldinger

Bettina Mittendorfer sucht sich ihre Filmrollen sorgfältig aus. „Es gibt Regisseure, bei denen ich sofort nein sagen würde. Und bei bestimmten Regisseuren, die anfragen, weiß ich sofort, wie der Film wird.“ Produzent Uli Aselmann bekam durch Markus Aicher gleich eine Idee für ein neues Projekt – eine Dokumentation über Klaus Doldinger. „Ich habe ihn nie zu fragen gewagt, aber ich könnte mir das gut vorstellen“, meinte Aselmann, und der Komponist sagte sofort begeistert zu. Dabei ist ein Musik-Dokumentarfilm in Deutschland eine Herausforderung. „Es gibt nicht viele Musiker, mit denen ich dami international Erfolg haben würde“, sagte Aselmann. „Selbst mit Herbert Grönemeyer der bei uns einer der bedeutendsten Musiker ist, würde ein Film international nich laufen.“

Für die Gäste bot der Filmfrühschoppen wieder interessante Einblicke in die Film und Fernsehbranche. So erfuhren sie, dass Klaus Doldinger auch Musik für die Pril-Werbung machte und dass Bettina Mittendorfer sofort bei einem Film von T Schweiger mitmachen würde. Eines vereinte die drei prominenten Gäste: die Freude an ihrem Beruf. „In einem Chor habe ich die Liebe zu meinem Beruf entdeckt“, sagte Bettina Mittendorfer. „Da habe ich gefühlt, dass meine Arbeit die Menschen berühr und ihnen Freude macht.“ Klaus Doldinger formulierte es so: „Dass ich auf der Bühne stehen kann, und die Menschen emotional erreiche, ist ein Geschenk des Himmels.“

Pressemitteilung Rosi Raab

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