Wolf vermutlich schon wieder zurück

Oberaudorf - Für großes Aufsehen sorgte gestern das erste Bild vom bayerischen Wolf im Oberbayerischen Volksblatt, das an einer Rehfütterung auf Tiroler Seite gemacht wurde.

Der Tiroler Jäger Herbert Gartner ist der Erste, der mit einer Wildtier-Kamera den Wolf auf zwei Bildern ablichten konnte. Die Fotos stellte er exklusiv unserer Zeitung zur Verfügung. Ein aufsehenerregender Fund – auch Albert Göttle, als Präsident des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) in der Causa Wolf immer um Deeskalation bemüht, gibt zu: „Einiges spricht dafür, dass es sich um das Tier handelt, das sich in Bayern bewegt.“

Göttle rät jedoch weiterhin zur Gelassenheit im Umgang mit dem Tier, das nun seit gut einem Jahr zwischen Tirol, Rotwand und Wendelstein hin und her streift. Einen Namen will seine Behörde dem Wolf bewusst nicht geben, um einen Bambi-Effekt zu vermeiden. „Dieser Wolf ist ein Wildtier“, sagt er. Auch Helmut Limbrunner, Bürgermeister von Bayrischzell, betrachtete gestern nachdenklich die in unserer Zeitung abgedruckten Fotos: „Das ist sehr interessant, es ist schon allerhand, was mit der heutigen Technik alles möglich ist.“

Dass der Wolf immer noch in Tirol ist, glaubt Limbrunner indes nicht. Ein auf einer Versammlung des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern am 20. Dezember laut gewordener Hinweis legt das nahe. Damals berichtete ein Landwirt, der Wolf habe bei Bayrischzell („ziemlich nahe am Schwimmbad“) ein Rehitz gerissen. Auch ein Reh soll er an anderer Stelle getötet haben. Göttle bestätigt dies: „Ich war auf der Versammlung selber anwesend.“

Doch sei der Riss noch nicht untersucht, das Ergebnis, ob damit wirklich der Wolf wieder nach Bayrischzell zurückgekehrt sei, bleibe abzuwarten. „Grundsätzlich ist aber der Riss von Rotwild das, was man auf jeden Fall erwarten muss“, sagte Göttle gestern unserer Zeitung.

Während Göttle zur Gelassenheit rät („Wir dürfen nicht anfangen, dem Wolf ganz generell alle Taten zuzuschieben“), macht Bürgermeister Limbrunner weiterhin keinen Hehl aus seiner Meinung, dass der Wolf im dicht besiedelten Gebiet um Oberaudorf, Thiersee, Bayrischzell, Brannenburg, Bad Feilnbach und Kiefersfelden nichts verloren habe. Die Bauern seien beunruhigt, weil sie vermuten, dass das Tier – angelockt durch den Geruch – um die Schafställe herumschleiche.

Limbrunner berichtet auch von im Ort kursierenden Gerüchten, dass es sich schon um zwei Wölfe handele. Auch davon hat Landesamtschef Göttle schon gehört. Dafür aber, so versichert er, gebe es „keinen wirklichen Anhaltspunkt“.

dw/age/ls-Oberbayerisches Volksblatt

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