Video aus Tirol geht viral 

Tourengeher-Attacke hat Folgen: "Selbstverständlich zeigen wir das an"

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Innsbruck/Tirol - Der Gewaltausbruch eines Skitourengehers am Rangger Köpfl in Tirol wird Folgen haben. Und zwar sowohl juristische als auch politische. 

Im Skigebiet Rangger Köpfl in Österreich kam es am späten Freitagabend (10. Januar) zu einem aufsehenerregenden Zwischenfall. Auf einem Video, das auf Facebook gepostet wurde, ist eine Auseinandersetzung zwischen einem Skitourengeher und einem Pistenraupenfahrer zu sehen. Der Tourengeher attackiert den Raupenfahrer mit Fäusten und lässt minutenlang nicht ab.

Grund für den Übergriff: Der Bergbahn-Mitarbeiter wollte die Wintersportler vor der Abfahrt warnen. Stahlseile, die beim Präparieren der Hänge zum Einsatz kommen, stellten eine Verletzungsgefahr dar. Doch es kam zum Gerangel zwischen den Beiden.

Polizei: "Selbstverständlich zeigen wir das an"

Der Vorfall wird nun Folgen haben, wie die Tiroler Tageszeitung berichtet. Zum einen rechtliche Folgen: Zwar sehen die Betreiber des Skigebietes in Oberperfuss ab, das übernimmt nun die Exekutive. "Selbstverständlich zeigen wir das an", sagt Polizei-Pressesprecher Stefan Eder gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Und zwar wegen des "Verdachts auf versuchte Körperverletzung. Der Fall geht an die Staatsanwaltschaft. Diese entscheidet dann, ob weiter ermittelt werden soll oder nicht."

Liftbetreiber wollen rechtliche Handhabe gegen rücksichtslose Tourengeher

Zum anderen wird der Vorfall wohl politische Folgen nach sich ziehen. Laut Tiroler Tageszeitung werden unterschiedliche Forderungen sowohl aus Politik als auch der Liftbetreiber laut. Man könne sich beispielsweise vorstellen, Sicherheitsdienste am Berg einzusetzen, den die Tourengeher mittels einer Pistennutzungsgebühr von ein paar Euro bezahlen würden. Auch ein Ausschankverbot von Alkohol auf Hütten nach 17 Uhr steht zur Diskussion. 

Bei einem Runden Tisch von Landesrat und Liftbetreibern, die gegen das oft "respektlose und leichtsinnige Verhalten der Tourengeher" eine rechtliche Handhabe wollen, sollen Lösungen gefunden werden. Beispiel könnte dabei das Land Salzburg sein. Zusätzlich zu bewusstseinsbildenden Kampagnen und einem regional abgestimmten Angebot für Nacht-Skitourengeher sei es laut Trioler Tageszeitung für Liftbetreiber möglich, „in Zusammenarbeit mit Gemeinden und Exekutive ortspolizeiliche Verfügungen zu erlassen“. 

Einsichtslosen Wintersportlern drohe somit eine Anzeige, sagt Franz Wieser, Pressesprecher des Landes Salzburg. Die Regelung und ihre Konsequenzen wirkten auch vorbeugend: „Weil sie dem Tourengeher sehr deutlich zeigt, dass er auf der gesperrten Piste nichts verloren hat.“

mh

Rubriklistenbild: © Screenshot facebook/dpa/Montage

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