So wäre die Gemeinde Raubling betroffen

Brenner Nordzulauf: Optimierung der Bestandsstrecke wäre ausreichend

+

Raubling - Am Donnerstag den 11. Juli fand in der Gemeindehalle von Raubling eine Informationsveranstaltung des Bürgerforums Inntal zum Nordzulauf des Brenner-Basis-Tunnels und zu den Auswirkungen auf Raubling statt.

Vor vollbesetzten Stuhlreihen fand am Donnerstag, den 11. Juli in der Gemeindehalle von Raubling eine Informationsveranstaltung des Bürgerforum Inntal zum Ausbau des Nordzulaufs für den Brenner-Basis-Tunnel statt, in der erläutert wurde, wie die Gemeinde Raubling betroffen wäre.

Brunhilde Rothdauscher

Brunhilde Rothdauscher vom Ortsverband Raubling des Bürgerforums Inntal und Peter Margraf, zweiter Vorsitzender des Bürgerforums Inntal begrüßten die beiden Referenten, die auf Einladung der Veranstalter, Bürgerforum Inntal und Bürgerinitiative Raubling , Vorträge hielten:

- Theo Geflitter sprach über "Auswirkungen der Trassenpläne in unserer Region"

- Prof. Dr. Roland Feindor sprach über "Bemerkungen zum Brenner Nordzulauf"

1. Referent: Theo Geflitter

Theo Geflitter

Theo Geflitter benutzte für seine Präsenation einen Foliensatz, der auf dem der Informationsveranstaltungen im November 2018 in Fischbach bzw. der im April in Nußdorf basierte. Dort war dieser inhaltlich auf die Gemeinden Brannenburg und Flintsbach, bzw. auf die Gemeinden Nußdorf und Neubeuern zugeschnitten. Für diese Infoveranstaltung hatte er eine neue Version der Präsentation erstellt, die einerseits auf die kürzlich vorgestellten, auf fünf reduzierten, Trassenvarianten, andererseits auf das zuletzt vorgestellte Gutachten zur Optimierung der Bestandsstrecke, beauftragt durch die Bürgerinitiativen und Bund Naturschutz, Bezug nahm. 

Zu allen Varianten verdeutlichte Geflitter die Auswirkungen, erklärte den Planungsstand sowie Hintergründe und Vorgaben, zeigte Alternativen auf und wies auf unklare/offene Punkte hin. 

Geflitter zeigte auf, dass keine der drei von den fünf Trassenvarianten, die im Gemeindegebiet Raubling verlaufen würden, dort eine Untertunnelung bekommen würden. Er stellte ausführlich dar, wie man sich die Verknüpfungsstelle Reischenhart vorstellen muss, u. a. die sogenannten „Überwerfungsbauwerke“ (Zug über Zug über Zug) für die Kreuzungsbereiche.

Auf den Folien hat Herr Geflitter mit z.B. " *Q4 " den Bezug zur Folie mit dem Quellennachweis dokumentiert, von wo man dann per Klick zu den Ausgangsinformationen gelangen kann. Die Präsentation von Theo Geflitter können Sie online unter www.geflitter.de einsehen. 

Abschließend motivierte Geflitter die Besucher, die Petition an den Bundestag mit zu unterzeichnen (brennerpetition.de), die verlangt, dass ein Ausbau der Bestandsstrecke als zusätzliche Planungsvariante betrachtet werden muss.

Brenner Nordzulauf: Optimierung der Bestandsstrecke wäre ausreichend - Fotos1

2. Referent: Prof. Dr. Roland Feindor

Prof. Dr. Feindor

Prof. Dr. Feindor griff die Frage auf, die der Moderator der "Jetzt red i"-Sendung in Polt-Manier gestellt hatte: "Braucht's des?" Er präsentierte eine logische Herleitung, dass eine Optimierung der Bestandsstrecke völlig ausreichend ist. Und weil keine der drei notwendigen Voraussetzungen (1. Bedarf nachgewiesen, 2. Nutzen höher als Kosten, 3. Südzulauf mit vergleichbarer Kapazität) erfüllt seien, fordert er nach wie vor den sofortigen Planungsstopp für die Neubautrasse. Dabei pointierte er auf Widersprüche, Fehler und „Zaubertricks“ in der „Szenarienstudie 2050“ des Bundesverkehrsministers Scheuer, die als Basis für die Begründung der Neubau-Trassenvarianten diente.
Deshalb sein Fazit zur Neubaustrecke: "Na, des braucht's ned!".

Brenner Nordzulauf: Optimierung der Bestandsstrecke wäre ausreichend - Fotos2

Themenseiten: 

- Brenner-Nordzulauf 

- Brenner-Basistunnel

Facebook-Seite: 

- Brenner-Nordzulauf

Nach den beiden Vorträgen brachten Besucherinnen und Besucher in der Diskussion ihre Betroffenheit zum Ausdruck. Dabei wurde heraus gestellt, dass ein gemeinsames Vorgehen der Bürgerinitiativen sinnvoll und notwendig wäre, anstatt sich durch Fokussierung auf lokale Vor- und Nachteile in feindliche Lager splitten zu lassen. Tatsächlich scheint es so, dass Trassenvarianten, die für einen Teil der Orte Vorteile bringen könnten, für andere Orte Nachteile bringen würden.

Klaus Kubitza

Zurück zur Übersicht: Raubling

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT