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Großeinsatz und Evakuierungen in Pfraundorf

Um 0.05 Uhr atmete Raubling auf: So lief die Entschärfung der Fliegerbombe

Fliegerbombe Raubling Pfraundorf
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Diese Fliegerbombe (links) hielt die Einsatzkräfte und Anwohner in Pfraundorf bei Raubling am Dienstagabend bis nach Mitternacht wach.

Raubling – Es war kurz nach Mitternacht, als die Gemeinde Raubling und speziell der Ortsteil Pfraundorf aufatmen konnte. Um 0.05 Uhr am Mittwochmorgen (9. November) meldete der Sprengmeister, dass die 250 Kilo schwere Fliegerbombe entschärft sei. Zuvor hatte es einen Großeinsatz und unruhige Stunden für die Bürger gegeben:

Das Wichtigste in Kürze:

Los gegangen war es bereits am Dienstagnachmittag: Es war kurz nach 16 Uhr, als ein Baggerfahrer auf einem Grundstück in einer Sackgasse an der Breiteicher Straße bei Grabungsarbeiten auf den metallischen Gegenstand stieß und anschließend sofort die Rettungskräfte informierte. Ein Großeinsatz lief an, unter anderem waren Feuerwehr, Polizei, Mitarbeiter von Landratsamt und Gemeinde im Einsatz. rosenheim24.de hatte bereits ausführlich berichtet (News-Ticker).

Das Gelände rund um den Fundort wurde weiträumig abgesperrt. Dann begann das Warten auf den Kampfmittelräumdienst und den zuständigen Sprengmeister, der aus München anrückte und etwa gegen 18 Uhr an der Einsatzstelle eintraf. Auch danach blieb noch einige Zeit unklar, ob die Entschärfung noch am Abend oder erst am Mittwoch (9. November) würde stattfinden. Es gab diverse Argumente dafür und dagegen – unter anderem musste auch die Lage des Fundorts in die Überlegungen miteinbezogen werden. Schließlich lag dieser nicht nur in unmittelbarer Nähe zur B15, sondern grenzte auch quasi direkt an die A8 (München - Salzburg) und die Bahnstrecke Rosenheim - Kufstein. Auch ein Gewerbegebiet, in dem unter anderem auch eine Obi-Filiale ansässig ist, liegt nicht weit vom Fundort entfernt.

Während die B15 zwischen Kirchdorf und der WEKO-Kreuzung relativ zügig gesperrt und der örtliche Verkehr großräumig umgeleitet wurde, wurden Autobahn (zwischen den Anschlussstellen Rohrdorf und Rosenheim-West) und Bahnstrecke erst zu Beginn der eigentlichen Entschärfung gesperrt. Lediglich die Anschlussstelle Rosenheim an der A8 wurde bereits früher gesperrt – auch um den ausfahrenden Verkehr nicht auf die gesperrte B15 zu leiten.

Bombenfund in Raubling - Einsatz am 8. November 2022

Bombenfund in Raubling - Einsatz am 8. November 2022
Bombenfund in Raubling - Einsatz am 8. November 2022 © jre
Bombenfund in Raubling - Einsatz am 8. November 2022
Bombenfund in Raubling - Einsatz am 8. November 2022 © jre
Bombenfund in Raubling - Einsatz am 8. November 2022
Bombenfund in Raubling - Einsatz am 8. November 2022 © jre
Bombenfund in Raubling - Einsatz am 8. November 2022
Bombenfund in Raubling - Einsatz am 8. November 2022 © jre
Bombenfund in Raubling - Einsatz am 8. November 2022
Bombenfund in Raubling - Einsatz am 8. November 2022 © jre
Bombenfund in Raubling - Einsatz am 8. November 2022
Bombenfund in Raubling - Einsatz am 8. November 2022 © jre
Bombenfund in Raubling - Einsatz am 8. November 2022
Bombenfund in Raubling - Einsatz am 8. November 2022 © jre
Bombenfund in Raubling - Einsatz am 8. November 2022
Bombenfund in Raubling - Einsatz am 8. November 2022 © jre
Bombenfund in Raubling - Einsatz am 8. November 2022
Bombenfund in Raubling - Einsatz am 8. November 2022 © jre

14 Altenheim-Bewohner in Klinik gebracht

Als die Entscheidung getroffen war, dass die Bombe noch am Abend entschärft wird, stand die Mammutaufgabe an, rund 1000 Anwohner zu evakuieren. Da sich inzwischen herausgestellt hatte, dass es sich – entgegen erster Annahmen – „nur“ um eine 250-Kilo-Bombe handelte, wurde der Radius für die Evakuierung auf 500 Meter festgelegt. Betroffen war auch ein Altenheim mit 28 Bewohnern, um die sich die Einsatzkräfte besonders kümmerten. 14 bettlägerige Personen aus dem Altenheim wurden vorübergehend ins Klinikum nach Rosenheim gebracht.

Zudem stellte die Gemeinde Raubling eine Anlaufstelle in der alten Gemeindehalle zur Verfügung. Dort war die Lage nach Angaben eines rosenheim24.de-Reporters den ganzen Abend über relativ ruhig. Zu Beginn der Evakuierungsmaßnahmen waren laut Landratsamt rund 300 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk (THW), Bergwacht und Landratsamt im Einsatz. Landrat Otto Lederer (CSU) hatte sich während des Einsatz per Telefon auf dem Laufenden halten lassen.

In diesem Radius (roter Kreis) wurden alle Häuser und Wohnungen evakuiert.

Evakuierung gegen 22 Uhr noch nicht abgeschlossen

Gegen 22 Uhr waren die Vorbereitungsmaßnahmen noch nicht ganz abgeschlossen, allerdings wagten die zuständigen Behörden zu diesem Zeitpunkt die vorsichtige Prognose, dass im Falle einer problemlosen Entschärfung die Bürger voraussichtlich gegen 1 Uhr wieder in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren dürften. Danach ging es zügig voran: Gegen 22.15 Uhr wurden A8 und die Bahnstrecke vorübergehend unterbrochen, eine vorhandene Gasleitung vorübergehend abgedreht und alle nicht zwingend notwendigen Einsatzkräfte zogen sich aus dem Sperrradius zurück – und der Sprengmeister machte sich an die Arbeit.

Eine knappe Stunde später, gegen 23 Uhr, begann dann die eigentliche Entschärfung der Fliegerbombe. Und erneut rund 60 Minuten später gab es dann Aufatmen, als der Sprengmeister die erfolgreiche Entschärfung vermeldete – und die Bürger durften nach stundenlanger Warterei und Bangerei zurück nach Hause. Ob es bei den Arbeiten besondere Schwierigkeiten gab und ob die Bombe möglicherweise noch einen intakten Zünder hatte, war am Mittwochmorgen noch nicht bekannt.

mw

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