Auch Raubling gegen Brenner-Basis-Tunnel

Raubling - Das Thema Lärmbelästigung durch Schienenverkehr bewegt mittlerweile die gesamte Bevölkerung im Inntal. Auch Raubling hat nun einer Resolution an den Bundesverkehrsminister zugestimmt.

Und der Lärm dürfte erheblich zunehmen, sollte der Brenner-Basis-Tunnel in einigen Jahren in Betrieb gehen. Deshalb haben die Inntalgemeinden eine Resolution an Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer verfasst. In seiner jüngsten Sitzung hat der Raublinger Gemeinderat der Resolution zugestimmt.

 „Der Unmut in der Bevölkerung wächst von Tag zu Tag“, so Raublings Erster Bürgermeister Olaf Kalsperger in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Als wichtigster Tagesordnungspunkt galt deshalb die Abstimmung über die von den Inntalgemeinden gemeinsam aufgesetzte Resolution zum Schienenverkehr durch das Inntal. „Wir wollen mit diesem Schreiben an den Bundesverkehrsminister ein deutliches Zeichen setzen, denn in der Bevölkerung entsteht mehr und mehr der Eindruck, dass auf deutscher Seite diese Situation nicht ernsthaft wahrgenommen wird“, machte der Bürgermeister deutlich.

Kalsperger berichtete dem Gemeinderatsgremium von einem kürzlich stattgefundenen Besuch in Tirol, um sich über den Stand der Baumaßnahmen auf österreichischer Seite zu informieren. Sein Fazit: "In Tirol und Italien wird mit dem Bau des Brenner-Basistunnels und seiner Zulaufstrecken ein Eisenbahnprojekt realisiert, das auf unsere Inntalregion zwischen Rosenheim und Inntal erhebliche Auswirkungen, besonders in der Lärmbelästigung, erwarten lässt." Da würden berechtigter Weise Ängste entstehen, "dass auf uns etwas zukommt, was wir gar nicht wollen".

In der Resolution fordern die Inntalgemeinden den Bundesverkehrsminister unter anderem auf, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie in Zukunft der gesamte Schienenverkehr durch das Inntal geführt werden könnte. "Wir Raublinger wie auch alle Inntalgemeinden wollen eine frühzeitige Beteiligung der Gemeinden bei allen Überlegungen - vor allem, bevor Entscheidungen getroffen werden", forderte der Bürgermeister. "So, wie dies die Tiroler bei ihrem Bahnprojekt im Dialogverfahren vorbildlich praktiziert haben." Sollten Neubaustrecken in Erwägung gezogen werden, dann würden grundsätzlich von den Inntalgemeinden Untertunnelungen gefordert, weil für oberirdische Trassen im Inntal kein Platz ist. Letztlich sei es entscheidend, welches Verkehrsaufkommen entstehe.

Die Inntalgemeinden erwarten vom Bundesverkehrsministerium, ein Zeichen für Klarheit und Kooperation zu setzen und die zügige Umsetzung ihrer Anliegen und Forderungen.

Das Raublinger Ratsgremium schloss sich einstimmig der Resolution an.

ru/Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © dpa

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