Existenzkampf statt "Dolce Vita" in Raublinger Restaurant

Coronakrise: "Wir hoffen jede Minute und werden weiterkämpfen!"

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Donato di Santo und Petra Fuchs-di Santo betreiben in Raubling seit knapp einem halben Jahr das Restaurant "Da Donato".

Raubling/Landkreis - Seit rund einer Woche gelten in Bayern strenge Ausgangsbeschränkungen, um die Ausbreitung des gefährlichen Coronavirus zu verlangsamen. Die Wirtschaft und vor allem die Gastro-Branche leiden besonders stark darunter, wie auch ein aktuelles Beispiel aus Raubling zeigt.

Das Licht ist herunter gedreht, die Stühle sind an die Tische gelehnt, Salz- und Zuckerstreuer zusammengepfercht und der Wirt sitzt an seiner Theke, als rosenheim24.de ihn besucht. Momentan erinnert im Restaurant "Da Donato" in Raubling nicht viel an italienisches "Dolce Vita", das sonst dort immer herrscht. Vielmehr ist die dortige Situation ein Sinnbild für die aktuelle schlimme Krise, die das Coronavirus unter anderem im Gastronomiebereich ausgelöst hat. 

"Die Nachricht über die Ausgangsbeschränkungen war ein richtiger Schock. Da hast du im ersten Moment brutal zu beißen daran", schildert Betreiberin Petra Fuchs-di Santo im Gespräch mit rosenheim24.de. Sie und ihr Mann Donato, die in der lokalen Restaurant-Szene vielen Menschen mit Sicherheit bekannt sind, hatten das kleine Lokal mit knapp 50 Plätzen erst im Herbst 2019 eröffnet. "Im April hätten wir 'halbjähriges Jubiläum' gefeiert - und jetzt das...", sagt Petra und kämpft mit den Tränen. Deswegen fehle auch "das finanzielle Polster", räumt Petra ein und hofft zugleich: "Man wünscht sich sehnlichst, dass alles rasch vorbei ist."

Für die dreieinhalb Mitarbeiter, darunter Pizzabäcker und eine Kellnerin, hat das Paar bereits zu Beginn der Einschränkungen Kurzarbeit beantragt. Die beiden wollen ihr Personal natürlich nach der Krise weiter beschäftigen, aber wann und ob das möglich ist, steht derzeit in den Sternen. Noch schlimmer wird die Situation, wenn die Pizzeria auch über die Osterfeiertage zubleiben muss - eine Zeit, in der in der Gastronomie normalerweise viel Umsatz gemacht wird. Nicht desto trotz finden sie derzeit eingeschlagene Linie der Politik als "absolut richtig".

Wie lange können die Betreiber noch durchhalten?

Stellt sich natürlich die alles entscheidende Frage: Wie lange können die Betreiber dieses Dilemma durchhalten? Ein genaues Datum zu nennen, fällt Petra und Donato sichtlich schwer: "Fakt ist, dass die aktuelle Situation keinesfalls ein Dauerzustand werden darf. Im April geht es hoffentlich wieder aufwärts", meint Petra. Ihr Mann ergänzt: "Natürlich sind wir wirtschaftlich stark angeschlagen. Wir hoffen jeden Tag und jede Minute, dass wir schnellstmöglich wieder aufsperren dürfen!"

Bis es so weit ist, haben die beiden aus der Not eine Tugend gemacht. Donato schmeißt die Küche alleine und hofft, dass möglichst viele Kunden "To Go" bestellen - das Einzige, was im Gastronomiebereich derzeit noch erlaubt ist. Die Umsatzeinbußen sind natürlich trotzdem enorm. Wie hoch sie genau sind, vermag die Chefin gar nicht zu sagen und guckt traurig Richtung Telefon, das genau in diesem Moment klingelt: Ein Kunde ruft an und bestellt Pizza. Wie aufs Wort, kommt ein anderer Gast in den Abholbereich des Lokals und gibt seine Bestellung auf. Petra und Donato sind sichtlich dankbar dafür und der Abholer betont: "In dieser schweren Zeit bestellen wir besonders oft Pizza zum Abholen!"

Lieferservice soll Schaden lindern

Zudem haben sich die Betreiber auch noch einen neuen Service einfallen lassen. Wer für mindestens 35 Euro bestellt, der wird innerhalb der Gemeinde Raubling mit Pizza, Pasta und sonstigen Köstlichkeiten sogar beliefert. Das Ganze gilt dienstags bis sonntags immer zwischen 11.30 Uhr und 14 Uhr sowie zwischen 17 Uhr und 22 Uhr. Weitere Infos gibt's telefonisch unter 08035 / 967 84 79 oder im Internet unter www.donato-raubling.de.

"Gott sei Dank sind uns unsere Gäste treu und bestellen fleißig zum Mitnehmen. Ich hoffe, die Menschen bleiben alle gesund", betonen die beiden abschließend und zeigen sich entschlossen: "Wir lassen den Kopf nicht hängen! Wir werden weiterkämpfen!" Bleibt zu hoffen, dass das "Dolce Vita" möglichst bald zurückkehren kann...

mw

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