Video: Die Rodelbahnen im Test

Oberaudorf - Lediglich eine mangelhafte Bewertung erhielt die Oberaudorfer Rodelbahn im heute veröffentlichten ADAC-Rodelbahn-Test. Der Betreiber weist die Kritik zurück:

Hier finden Sie die Testergebnisse des ADAC

Nach dem schlechten Abschneiden Oberaudorfs beim heute veröffentlichten ADAC Rodelbahntest weist Betreiber Hannes Rechenauer die Vorwürfe entschieden zurück. Die Bahn sei TÜV geprüft und die Kritikpunkte könne er nicht nachvollziehen. Der ADAC müsse eine ganz andere Bahn getestet haben.

Oberaudorf sei als einzige Rodelbahn in Deutschland TÜV geprüft und haben einen getrennten Bergaufweg. Ein Anwalt sei bereits eingeschaltet, so der Geschäftsführer. Er werde sich rechtliche Schritte gegen den ADAC vorbehalten.

Fazit des ADAC

Rauf auf den Schlitten und schon geht’s bergab. Schlittenfahren liegt im Trend und macht Spaß. Es kann aber auch mit einem Fiasko enden. Nämlich dann, wenn man die Rodelbahnen unter- und sich selber überschätzt, oder die Anlagen nicht sicher sind. Damit Sie wissen, was Sie erwartet, hat der ADAC, Europas größter Automobilclub, jetzt Reifen mit Kufen getauscht und ist unter die Schlittenfahrer gegangen. 30 Testkandidaten in vier europäischen Wintersport-Ländern wurden in diesem ersten Test von Rodelbahnen in punkto Sicherheit und Service auf Herz und Nieren geprüft.

Das Ergebnis: Viele Anlagen schwächeln deutlich bei der Sicherheit. In Noten ausgedrückt: insgesamt auf der Habenseite drei einsame Sehr Gut, vier Gut, 13 magere Ausreichend, also weder richtig gut noch richtig schlecht. Und auf der Sollseite? Da stehen gleich acht Mangelhaft und drei beschämende Sehr Mangelhaft. Damit ist ein Drittel der Bahnen durchgefallen.

Trendsport Rodeln: Die Sicherheit hinkt hinterher

„Vierjähriger stirbt nach Rodelunfall“ - „Zwei Schwerverletzte bei Rodelunfällen im Ostallgäu“ - „Schwerer Rodelunfall in Saalbach-Hinterglemm: Urlauberin blieb bewusstlos liegen“ oder auch „11 Verletzte nach Rodelunfällen“. Eine kleine Auswahl an Schlagzeilen der vergangenen drei Jahre. Die Liste ließe sich fortsetzen. Rodeln liegt im Trend. Rodeln macht Spaß.

Aber: Rodeln ist ein schneller Sport. Geschwindigkeiten von mehr als 70 Stundenkilometern zeigten die GPS-Geräte der Experten beim ersten ADAC Test von Rodelbahnen an. Mit einem Sportgerät ohne Knautschzone. Und: Die Möglichkeiten, auf einem Schlitten Spur und Tempo zu regulieren, sind relativ schnell erschöpft.

Forderungen des ADAC an die Betreiber

  • Rodelbahnen analog Skipisten klassifizieren und Schwierigkeitsgrad ausweisen (blau – leichte Strecke, rot – mittelschwer, schwarz - schwer)
  • Regeln und Tipps analog FIS-Verhaltensregeln für Skifahrer auch für Schlittenfahrer etablieren und an Seilbahnen und Strecken deutlich sichtbar aushängen
  • Ausgewiesene Strecken ausschließlich Schlittenfahrern vorbehalten und Nutzung zum Beispiel durch Wanderer oder Ski- und Snowboardfahrer verhindern
  • Rodelbahn nur dann öffnen, wenn die Wetterverhältnisse eine ordentliche Präparierung zulassen
  • Auf eine durchgehende seitliche Begrenzung der Bahn in Schlittenhöhe achten
  • Gefahrenstellen wie zum Beispiel enge Kurven, besonders schmale und steile Stellen oder Felsen einwandfrei absichern und rechtzeitig darauf hinweisen
  • Bahnen deutlich beschildern
  • Hinweise mit Notfallrufnummern am Start und auf der Strecke installieren 

Adac/Radio Charivari

Rubriklistenbild: © dpa

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