Blechkolonnen-Alarm

Staus an der Grenze: Beim Grenzübergang Kiefersfelden ist oft Geduld gefragt

Kiefersfelden/A93 - Geduld im Gepäck müssen Einreisende aus Österreich mitbringen: Es ist immer wieder mit Staus zu rechnen. Normaler Sommerreiseverkehr - oder wurden die Kontrollen verschärft? Wir haben nachgefragt.

Staualarm auf der A93 vor dem Grenzübergang Kiefersfelden: Bei der Einreise von Österreich nach Deutschland ist zur Zeit immer wieder mit längeren Wartezeiten zu rechnen. Während auf der Normalspur aufgrund des teils kilometerlangen Lkw-Rückstaus ohnedies oftmals nicht an ein Weiterkommen zu denken ist, weitete sich die Blechkolonne Mitte der vergangenen Woche auf die linke Spur aus. Ein Ergebnis verschärfter Kontrollen? Zumal Pendler oder Einreisende zu berichten wissen, dass immer wieder Personenkontrollen durchgeführt werden. Oder handelt es sich um den ganz normalen Rückstau zur Ferien- und Urlaubszeit?

Verschärfte Kontrollen? Sprecherin: „Keine Intensivierung��

„Eine Intensivierung der Grenzkontrollen ist von Seiten der Bundespolizei nicht erfolgt“, wie uns Yvonne Oppermann, Pressesprecherin der Bundespolizeiinspektion Rosenheim, mitteilt. Die Bundespolizei führt bekanntlich seit September 2015 Grenzkontrollen bei der Einreise aus Österreich durch. „Das bedeutet, dass jede Person, die über die deutsch-österreichische Grenze einzureisen beabsichtig, von der Bundespolizei kontrolliert werden kann. Dies trifft natürlich auch auf Pendler, die die Grenzkontrollstelle auf der A93 passieren, zu.“

Bei einer möglichen Entscheidung in der Frage, welche Personen konkret einer grenzpolizeilichen Kontrolle unterzogen werden sollen, spielten insbesondere vorliegende Lageerkenntnisse oder im Einzelfall gegebenenfalls auch besondere situative Umstände eine Rolle.

Das erhöhte Verkehrsaufkommen führt Oppermann auf die letzte Woche beginnenden Sommerferien in allen Bundesländern zurück.

Und sie ergänzt: „An kaum einem Grenzübergang passieren mehr Autos die Grenze als an der A 93 zwischen Kufstein und Kiefersfelden. Migranten versuchen hier auch immer wieder, illegal nach Deutschland einzureisen. Allein im Juli hat die Rosenheimer Bundespolizei rund 240 unerlaubte Einreiseversuche registriert. Zudem konnte im vergangenen Monat durchschnittlich jeden zweiten Tag ein Schleuser festgenommen werden.“

Die eingesetzten Beamten seien bei der Wahrnehmung ihrer grenzpolizeilichen Aufgabe stets bemüht, den Verkehrsfluss bestmöglich zu gewährleisten. „Um eine Sichtung der Fahrzeuge zu ermöglichen, wird die Geschwindigkeit der durchfahrenden Fahrzeuge auf bis zu 10 km/h reduziert“, ergänzt Oppermann. Dadurch könne es bei erhöhtem Verkehrsaufkommen (wie in Ferienzeiten üblich) auch hin und wieder zu einem Rückstau kommen.

Corona-Teststation: Rückstau teilweise bis auf die Autobahn

Und es gebe noch einen Grund für den Rückstau: Die vergangene Woche in Betrieb genommene Corona-Teststation auf der Rastanlage Inntal-Ost sei bereits „an den ersten Tagen sehr gut angenommen worden“, so dass es auch hier zeitweise zu stockendem Verkehr kam, der teilweise bis auf die Autobahn gereicht habe.

-dp-

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe

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