Lawine traf Autobahn am Samstag

Tausende Autofahrer stecken fest, Lkw-Fahrer stirbt - Lage am Brenner entspannt sich

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Rund 200 Autofahrer mussten von der Brennerautobahn am Samstag gerettet werden.
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Südtirol - Eine Lawine verursachte am Samstag Chaos auf der Brennerautobahn. Tausende Reisende steckten stundenlang fest, etwa 200 Personen mussten von der Feuerwehr gerettet werden. Inzwischen entspannt sich die Lage wieder:

Update, 9.34 Uhr: Griechischer Lkw-Fahrer tot

Ein griechischer Lastwagenfahrer starb im Schneechaos am Brenner. Wie die Polizei meldet, ereignete sich Samstag gegen 16 Uhr auf der Brennerautobahn A13 im Bereich Brennersee ein Lkw-Unfall. Das Schwerfahrzeug fuhr über die rechte Randlinie auf den Pannenstreifen, welcher etwa ein Meter hoch mit Schnee bedeckt war. Dadurch wurde das Fahrzeug bis zum Stillstand abgebremst. Dennoch streifte das Führerhaus des Zugfahrzeuges beifahrerseitig noch leicht an der rechts befindlichen Steinwand. 

Der 52-jährige griechische Lkw-Fahrer befand sich bewusstlos im Führerhaus des Fahrzeuges. Ersthelfer begannen sofort mit Reanimationsmaßnahmen. Wegen der schlechten Wetterbedingungen im Norden wurde der Hubschrauber von Südtirol kommend angefordert. Der Lenker verstarb trotz der Erste-Hilfe-Maßnahmen an der Unfallstelle. Aufgrund der Gesamtumstände geht die Polizei derzeit davon aus, dass der 52-Jährige einem Herzversagen erlegen ist. 

Im Einsatz standen neben dem Notarzthubschrauber aus Südtirol die Feuerwehr Gries am Brenner mit 30 Einsatzkräften, drei Rettungsfahrzeuge und ein Notfallsanitäter. Die Bergungsarbeiten waren mit 18 Uhr abgeschlossen.

Vorbericht

Heftige Schneefälle haben am Samstag in Norditalien für Behinderungen auf den Straßen und im Bahnverkehr gesorgt. Am Samstagmorgen hatte eine Lawine die Brennerautobahn getroffen, allerdings war zu dem Zeitpunkt kein Auto auf der betreffenden Wegstrecke. Verletzt worden ist laut derzeitigem Stand dabei niemand. Reisende saßen laut Medienberichten stundenlang in ihren Autos fest. Lastwagen ohne Schneeketten blieben liegen.

Die Räumfahrzeuge kamen nicht durch. Einsatzkräfte hätten etwa 200 Personen aus ihren Bussen und Autos gerettet, nachdem diese dort teils Stunden bei Temperaturen unter dem Nullpunkt zugebracht hätten, sagte ein Sprecher der Feuerwehr der Provinz Bozen. Hunderte Helfer waren im Einsatz.

Die Lage am Sonntag

Nach dem Schneechaos in Norditalien ist die Brennerautobahn schrittweise wieder für den Verkehr geöffnet worden. Um 23.50 Uhr teilten die Behörden in Bozen mit, dass die Sperrmaßnahmen auf der A22 im Bereich zwischen Klausen und Sterzing aufgehoben werden konnten. 

Kritische Situationen bestünden aber weiterhin, teilte der Südtiroler Zivilschutz mit. Neben der Freigabe der Südspur wurde auch die Nordspur der A22 Stück für Stück wieder befahrbar gemacht. Die Behörden empfehlen aber weiterhin, die Brennerautobahn in Richtung Norden zwischen Bozen Süd und dem Brenner zu meiden.

Weitere Schneefälle sind für Sonntag angekündigt - und auch der Eisenbahnverkehr auf der Brennerlinie bleibt laut Zivilschutz vorerst stark eingeschränkt.  

mh

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