Skigebiet und Gondelbahn in Tirol evakuiert

Wegen des Sturms: Sessellifte am Sudelfeld fahren derzeit nicht

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Skifahrer wurden von der Bergrettung aus diesem Sessellift im Skigebiet Kaltenbach/Hochzillertal gerettet. Der Betrieb des Sesselliftes musste wegen des starken Windes eingestellt werden.
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Zell am Ziller/Reutte - Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für Dienstag und Mittwoch eine Warnung vor Sturmböen in der Region herausgegeben. Während es in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land glimpflich ablief, hatten die Einsatzkräfte in Tirol einiges zu tun. Auch am Sudelfeld gibt es nun Probleme:

UPDATE, 11 Uhr

Wie das Skiparadies Sudelfeld soeben via Facebook und seiner Homepage mitteilte, sind die Sesselbahnen im Skigebiet wegen des Sturms derzeit nicht in Betrieb. Skifahrer können derzeit jedoch die Schlepplifte im Bereich des Unteren Sudelfelds benützen.

"Zillertal Arena" und "Gerlos" evakuiert

Im Zillertal musste am Dienstagnachmittag, 28. Januar, ein ganzes Skigebiet evakuiert werden. Aufgrund einer schnell aufziehenden Schlechtwetterfront hatte die Betriebsleitung der "Zillertal Arena" die Räumung ihrer gesamten Lift- und Pistenanlagen angeordnet. Die Gäste auf den Skipisten waren aufgrund der massiven Schlechtwetterfront mit Nebelbänken und damit verbundener massiver Sichteinschränkungen konfrontiert. 

Mitarbeiter der Skigebiete fuhren deswegen die Pisten sowie die Gastronomiebetriebe ab und begleiteten die Gäste ins Tal. Darüber hinaus waren die Bergrettung und die Alpinpolizei im Einsatz. Der letzte Lift wurde gegen 15.20 Uhr geräumt. Insgesamt dauerte die Evakuierung rund eineinhalb Stunden. Insgesamt waren nach Angaben der Landespolizeidirektion Tirol rund 2.000 Tagesgäste betroffen.

Sessellift von Sturmböe erfasst

Fast zur gleichen Zeit kam es ganz in der Nähe, im Skigebiet "Hochzillertal", im Bereich des Sessellifts "Neuhüttenlift" zu einem Unfall. Laut Polizei zogen zu diesem Zeitpunkt dort Windböen von bis zu 160 km/h umher. Eine dieser Böen erfasste dann gegen 14.15 Uhr einen Vierersessel, woraufhin dieser gegen die Abfahrtsrampe geschleudert wurde und sich dort verkeilte. Trotz sofortigen Eingreifens des Liftangestellten konnte die Bahn nicht weiter in Betrieb genommen werden. 

Insgesamt waren elf Wintersportler im Lift. Da nur vier Menschen vom Personal befreit werden konnten, wurde ein Notruf abgesetzt. Die sieben Personen, die sich im oberen Drittel der Bahn auf den Sesseln befanden, wurden von den hinzugerufenen Bergrettern auf den Boden abgeseilt und in weiterer Folge mit Motorschlitten der Pistenrettung zur Bergstation der Gondelbahn gebracht. Die Rettungsaktion dauerte rund zwei Stunden. Eine Person wurde bei dem Unfall leicht verletzt.

Baum stürzt auf Gondelbahn

Während der Deutsche Wetterdienst (DWD) in der Nacht auf Mittwoch, 29. Januar, die Sturmwarnungen für die höheren Lagen in den südlichen Teilen der Landkreise Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land aufhob, hatten auch die Einsatzkräfte ganz im Westen von Tirol am Dienstag, 28. Januar, alle Hände voll zu tun.

Gegen 11.45 Uhr war im Skigebiet Reutte, nahe der Grenze zu Deutschland, wegen des plötzlichen Wettersturzes ein großer Nadelbaum entwurzelt worden und das Tragseil einer Gondelbahn, welche auf den Reutter Hahnenkamm führt, gestürzt. Ein Liftangestellter hatte das Ganze beobachtet und stoppte daraufhin die Bahn sofort. 

Insgesamt waren zum Zeitpunkt des Vorfalls 31 Personen in der Bahn, darunter viele Kinder, die gerade an einem Skikurs teilnahmen. Nach einem Notruf rückten zahlreiche Bergretter aus Reutte, Vils und Nesselwängle, das Rote Kreuz und die Polizei aus. Letztlich konnten in einer aufwändigen Aktion alle Menschen unverletzt aus der Gondel gerettet werden.

mw

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