Motorradfahrer (64) von Schlamm erfasst

Murenabgänge in Österreich: 500 Menschen kurzfristig eingeschlossen - 16 Autos verschüttet

Tirol/Österreich - Am Samstag ereigneten sich mehrere Murenabgänge in Österreich. In der Ortschaft Ginzling wurden 500 Menschen eingeschlossen.

Aufgrund des starken Unwetters mit Starkregen, Hagel und Windböen gingen auf der B 163 zwischen St. Johann/Pg. und Wagrain insgesamt sieben, teils meterhohe Muren ab. Bereits am Nachmittag wurden die Einsatzkräfte über die ersten Muren-Abgänge alarmiert. Da zu diesem Zeitpunkt die Straße bereits mit Steinen und Geröllen verlegt war, mussten die Polizisten, gemeinsam mit dem Einsatzleiter des Roten Kreuzes zu Fuß die Straße passieren um festzustellen, dass keine Personen verschüttet waren.

Im Zuge dessen konnten insgesamt 16 Fahrzeuge, zum Teil leicht mit Schlamm verschüttet aufgefunden werden. Es wurde jedoch kein Fahrzeug direkt von einer Mure getroffen. Aufgrund der Ersteinschätzung der eingesetzten Kräfte wurde das Freimachen der Straße am 22. August für unmöglich eingestuft. Alle eingeschlossenen Personen wurden daher in Kleingruppen aufgeteilt und von den Polizisten zu Fuß durch die zahlreichen Gefahrenstellen gelotst.

Der gesamte Einsatz erwies sich als schwierig, da die Bedrohung von weiteren Muren ständig gegeben war und aufgrund des anhaltenden Regens kein Übersichtsflug durch einen Hubschrauber gestartet werden konnte. Gegen 21.30 Uhr konnten alle Personen unverletzt evakuiert und bei der Sammelstelle in Wagrain registriert werden.

Es wurde bereits in den Abendstunden mit den Aufräumarbeiten begonnen. Die Straßensperre ist derzeit noch aufrecht. Die Schadenssumme ist derzeit nicht bekannt. Auch in Radstadt mussten aufgrund des Unwetters vorerst mehrere Straßen gesperrt werden. Aufgrund von Überschwemmungen und Vermurungen wurden die Aufräumarbeiten von der Freiwilligen Feuerwehr durchgeführt. Es entstand erheblicher Sachschaden. Verletzt wurde niemand.

Erstmeldung, Samstag (22. August), 21.15 Uhr: Murenabgänge in Tirol - 500 Menschen kurzfristig eingeschlossen

Am 22. August, gegen 15.45 Uhr, ereigneten sich auf der B169 / Ortsgebiet Ginzling zwischen Streckenkilometer 38,4 und 38,8 drei Murenabgänge. Die größte Mure, die bei Streckenkilometer 38,4 abging, hatte eine Breite von ca. 30 Metern und eine Höhe von 5 Metern.

Motoradfahrer aus Deutschland von Schlammlawine erfasst

Bei Streckenkilometer 38,8 geriet ein 64-jähriger, deutscher Motorradfahrer in den Schlamm der Mure und kam zu Sturz. Dabei zog er sich eine Verletzung am Rücken zu. Der Mann wurde vom Roten Kreuz vor Ort erstversorgt, von der Bergrettung über die Muren gebracht und vom Rettungswagen ins Krankenhaus Schwaz transportiert. Weiter wurden zwei Autos zwischen den Muren eingeschlossen. Die Insassen sowie die Fahrzeuge kamen dabei nicht zu Schaden.

500 Menschen in Ginzling eingeschlossen

Aufgrund des heute stattgefundenen „Steinbockmarsches“ befinden sich derzeit noch ca. 500 Menschen (Teilnehmer und Zuschauer) in Ginzling und können die Ortschaft aufgrund der Murenabgänge nicht verlassen. Diese werden vor Ort von der Bergrettung Ginzling und Mayrhofen versorgt.

Die B169 wird kurzzeitig geöffnet, um den Urlaubsgästen die Möglichkeit zur Abreise zu geben. Im Anschluss wird die Straße bis zum 23. August komplett gesperrt. 

Murenabgang in Sölden

Auch bei „Wütenbach“ in 6450 Sölden kam es zu einem Murenabgang. Dabei wurde eine Fahrradbrücke und eine weitere Brücke eines Forstweges von der Mure weggerissen. Der Radweg und die Forststraße bleiben in diesem Bereich auf unbestimmte Zeit gesperrt.

Murenabgang in Neustift

Gegen 16 Uhr kam es aufgrund eines heftigen Niederschlages im „Langen Tal“ im Gemeindegebiet von Neustift zu einem Murenabgang, welcher die Zufahrtsstraße, zwischen Ranalt und der „Bsuchalm“ komplett verlegte. Die Straße ist derzeit für den Fahrzeug- sowie Fußgängerverkehr nicht mehr passierbar. Die eingeschlossenen Fußgänger/Wanderer konnten von den Einsatzkräften geborgen werden.

Murenabgang in Kaunertal

Gegen 13.40 Uhr, kam es aufgrund eines heftigen Gewitters im Gemeindegebiet Kaunertal - Bereich Röthbach zu einem Murenabgang. Die Kaunertaler Gletscherstraße wurde dadurch auf einer Länge von ca. 50 Metern bis zu zwei Meter hoch verschüttet. Da zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, dass Fahrzeuge bzw. Personen betroffen sind, wurde der Murenkegel von der Feuerwehr Kaunertal abgesucht.

Der Murenabgang wurde in weiterer Folge von Verantwortlichen des Wasserbauamtes begutachtet und zur Räumung freigegeben. Die Gletscherstraße konnte durch schweres Gerät einspurig geräumt werden, damit die hinter der verschütteten Gletscherstraße befindlichen Personen/Fahrzeuge herausgelangen konnten. Dabei handelte es sich um ca. 100 Autos und einen Reisebus. Die Gletscherstraße wird aktuell noch vollständig geräumt und wird ab 23. August wieder befahrbar sein.

Landespolizeidirektion Tirol / bcs

Rubriklistenbild: © Roland Theny/Filmteam-Austria

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