Dramatischer Rettungseinsatz im Karwendelgebirge in Tirol

Dreieinhalb Tage ohne Essen und Trinken: Münchner Bergsteiger (40) und das „Wunder von Schwaz“

Mann aus München in Karwendelgebirge vermisst
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Ein 40-jähriger Münchner wurde im Karwendelgebirge in Tirol vermisst.

Schwaz/Tirol - Er war völlig dehydriert, erschöpft und unterkühlt - aber ansonsten unverletzt: Die Rede ist von einem Bergsteiger aus München (40), der am Montag nach über zweitägiger Suche lebend aus dem Karwendelgebirge in Tirol gerettet werden konnte.

Es müssen dramatische Szenen gewesen sein, die sich von Freitag, 4. September, bis Montag, 7. September, im Karwendelgebirge irgendwo zwischen den Gipfeln des Hochglück (2573 Meter) und Kaiserkopf (2171 Meter) abgespielt haben müssen. Auf dem Weg zum zweiten Berggipfel hatte sich der Münchner verlaufen, war dann herumgeirrt und musste schließlich am Samstagabend eine erste Nacht am Berg biwakieren. Anschließend wollte er dann am Sonntag über die Westseite ins Tal absteigen.

Seine Ehefrau hatte den Bergsteiger schließlich am späten Samstagabend gegen 23 Uhr bei der Polizei in München als vermisst gemeldet, nachdem sich ihr Mann nicht wie vereinbart bis 20 Uhr zurückgemeldet hatte. Auch rosenheim24.de hatte darüber bereits berichtet. Am frühen Sonntagvormittag nahmen Bergwacht und Alpinpolizei einen großangelegten Sucheinsatz auf. Mehrere Teams der Bergrettung stiegen zu Fuß auf und suchten die Bereiche Hochglückkar, Zwerchloch, Vomperloch, Huderbank und den Bereich der Lamsenspitze ab. Aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse waren nur bedingt Suchflüge mit Hubschraubern möglich. Am Sonntagabend gegen 17.40 Uhr musste die Suche dann vorerst abgebrochen werden.

Rucksack rettet Bergsteiger wohl das Leben

Am Montagmorgen wurde die Suche dann wieder aufgenommen. Letztlich war es wohl sein Rucksack, der dem Bergsteiger das Leben rettete. Dieser Rucksack, der einen auffälligen blauen Regenüberzug hatte, wurde von einer Hubschrauberbesatzung am späten Vormittag entdeckt. Am Mittag gegen 13.30 Uhr fanden schließlich zwei Bergretter den Mann in einem Latschenfeld im Bereich des Ödkarlbaches.

„Der Rucksack hat uns bei der Rettung sehr geholfen. (...) Der Mann war dreieinhalb Tage ohne Essen und Trinken unterwegs. Als wir ihn fanden, war er dehydriert, aber unverletzt", sagte Alpinpolizist Markus Trenner der Bild-Zeitung. Der Münchner hatte seine Tour am Freitag in Hinterriß im Bereich der Eng Alm gestartet und wurde letztlich von einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. „Wir nennen es das Wunder von Schwaz. Wir hatten schon mit dem Schlimmsten gerechnet", so Trenner abschließend. Auch die Bergrettung Tirol zeigte sich erleichtert und schrieb auf Facebook, dass solche Happy Ends genau der Grund seien, warum viele Retter den Job machen würden. Angeblich war der Münchner ohne Handy zu seiner Tour aufgebrochen.

mw

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