Grausame Bilder aus Tirol

Blutbad oder Seuchenschutz? 33 Tiere in Rehgehege erschossen

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Tirol - Weil einige Tiere an Tuberkulose erkrankt waren, wurden in Tirol 33 Rehe und Hirsche in einem Gehege erschossen. Die Maßnahme sorgte für Empörung bei Tierschützern. Nun zieht das Land Tirol Konsequenzen. 

Verstörende Bilder kamen am Sonntag aus Tirol: 33 Tiere lagen im blutverschmierten Schnee in einem Gehege in Kaisers. Das Rotwild wurde zur Tuberkulose-Bekämpfung erschossen, berichtete das Land Tirol in einer Pressemeldung. Fünf der Tiere seien mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an der Seuche erkrankt. Zwei der Tiere seien hochansteckend gewesen, womit die Infektionsrate im Revier Kaisers bei 15 Prozent liege. Damit sei die Rate fünfmal höher als in anderen Revieren. 

„Die vorliegenden Zahlen bestätigen, dass die Regulierung des Rotwildbestandes und die konsequente Bekämpfung von TBC beim Rotwild absolut notwendig sind“, erklärt LHStv Josef Geisler in der Pressemeldung. „TBC zählt zu jenen Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen durch direkten Kontakt oder indirekt über Lebensmittel übertragen werden können“, erklärt Franz Katzgraber von der Landessanitätsdirektion.

Um eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, wurden alle 33 Tiere, die sich in dem Gehege befanden, am Sonntag von einem "erfahrenen Schützen in kürzester Zeit schonend und tierschutzgerecht entnommen", schreibt das Land Tirol in einer weiteren Pressemeldung. 

Zwei Tage später hieß es in einer weiteren Meldung dennoch, dass das Land Tirol künftig Gatterabschüsse verbieten will. Einige der geschossenen Tiere haben an einer offenen TBC-Erkrankung gelitten und seien daher für Mensch und Tier ansteckend gewesen. Es sei daher auch in Zukunft nötig, Rotwild zu regulieren, um TBC zu bekämpfen. Eine andere Wahl gebe es erfahrungsgemäß nicht, so Geisler. Die am Sonntag angewandten Methoden seien aber nicht zeitgemäß und müssen abgelehnt werden. Man werde also künftig auf solche Gatterabschüsse verzichten.

Bei Facebook zeigten sich viele Tierschützer erschüttert und empört. Der Verein RespekTiere verkündete sogar, dass er gegen den Veterinärdoktor und den Landesamtsdiretor Anzeige wegen schwerer Tierquälerei erstattet habe. 

jv

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