In Tirol - bereits mehrere Wölfe von Bauern getötet?

Wolf tötet 37 Tiere in zwei Monaten - Ein Schafbauer verlor halbe Herde auf der Alm

Ein Wolf in einem Wald
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Symbolbild: Wölfe sollen von Bauern entnommen worden sein.

Tirol/Region - Der Wolf ist weiter im Tiroler Unterland, direkt an der Grenze zu Bayern, auf der Pirsch: Dutzende Nutztiere wurden von dem Beutegreifer getötet. Indes machen Gerüchte die Runde, dass Wölfe getötet wurden.

26 Schafe und 11 Ziegen wurden in den vergangenen zwei Monaten vom Wolf im Tiroler Unterland gerissen - und das, wie Miriam Traube vom Tiroler Landesjagdverband auf Anfrage von rosenheim24.de zu berichten weiß, direkt im Grenzgebiet zum Chiemgau. So wurden getötete Tiere in Walchsee, Kirchdorf und Kössen aufgefunden.

Viele Risse in Kössen

Schon wieder Kössen also. In dem nahe Kitzbühel gelegenen Ort schlug der Wolf wiederholt zu. Schlimm erwischte es die Schafherde von Bauer Leo Mühlberger. Seit Ende Juni wurde sie um die Hälfte dezimiert, wie die „Krone“ berichtet. Nun trieb Mühlberger die verbliebenen Tiere frühzeitig von der Alm ab - „aus tierschutzrechtlichen Gründen“, wie er erklärt.

Wolfs-Hybride? Es herrscht inzwischen Klarheit

Das Tier, das in Tirol unterwegs ist, ist das selbe, das auch im südlichen Chiemgau für Risse verantwortlich ist. Ein DNA-Test schaffte hier Klarheit. Und nicht nur das: Eindeutig geklärt ist mittlerweile die Frage, ob es sich bei dem Tier um einen Wolfs-Hybriden handelt. Die von gerissenen Tieren entnommenen Proben waren ja in Bayern und Österreich analysiert worden.

Wie sich zu Beginn der Analysen herausstellen sollte, stammten die Anfangsstellen der untersuchten DNA-Stränge von dinarischen Wolfspopulationen. Dinarische Wölfe wurden aber auch beim Tschechoslowakischen Wolfshund eingekreuzt. Deshalb war zunächst auch offen, ob es sich beim Tier um einen Wolfshund handelt. Die Forscher wollten allerdings Klarheit. Weitere Untersuchungen wurden angeordnet. Und die brauchten Zeit. Das Ergebnis: Dass es sich um einen Hybriden handelt „lässt sich definitiv ausschließen“, wie Miriam Traube verdeutlicht. Das Tier ist ein Wolf.

Werden Wölfe von Bauern entnommen?

Für die Landwirte ändert dieser Umstand für sich genommen wenig an ihrer Situation. In Tirol scheinen manche von ihnen nun selbst das Heft in die Hand zu nehmen. Wie der als ausgezeichnet informiert geltende Tiroler Blogger Markus Wilhelm schreibt, hätten Schafbauern in Tirol in jüngster Vergangenheit „zumindest drei (oder vier?) Wölfe unbürokratisch entnommen... ohne auf die guten Ratschläge der Politiker und ihres ‚Landesbeauftragten für große Beutegreifer‘ zu hören.“

Sollten die Berichte von Wilhelm zutreffen, wäre das eine ganz neue Wendung in der Wolfs-Thematik. Gänzlich ausgeschlossen werden kann dies nicht, so wurde vor ziemlich genau einem Jahr im tirolerischen Sellrain einem Wolf in den Bauch geschossen, anschließend wurde das Tier geköpft.

dp

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