Aber friedlichere Töne beim Streit am Walserberg

Fahrverbote in Tirol: Das ist für Kufstein geplant

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Tirol/Salzburg - Der Ton beim Thema Fahrverbote in Tirol wird schärfer: Einem Bericht zufolge wollen sowohl Deutschland als auch Italien gegen Österreich klagen. In Salzburg hingegen gibt es nun versöhnlichere Töne.

Update, 10 Uhr - Kufstein soll entlastet werden

Im Raum Kufstein soll es einen Mix aus Fahrverboten und Dosierampeln geben. Zudem hat das Land Tirol angekündigt, für die verkehrsintensiveren Wintermonate rechtzeitig neue und ergänzende Maßnahmen auszuarbeiten.

Diese Maßnahmen sind ab dem 6. Juli in Kufstein geplant:

Ab dem Wochenende 6./7. Juli bis zum 14./15. September sowie am verlängerten Wochenende vom 14. bis zum 18. August soll es eine Kombination aus Fahrverboten und Dosierungen geben.

Zur Entlastung des Gebietes Kufstein:

  • Fahrverbot: Aus Innsbruck kommend bei der Ausfahrt Kirchbichl am Kreisverkehr MPreis/L211/Unterinntalstraße in Fahrtrichtung Kufstein) - ausgenommen ist Ziel-, Quell- und Anrainerverkehr.
  • Fahrverbot auf der Gemeindestraße zum Krankenhaus beim Kreisverkehr Kufstein-Süd - ausgenommen sind die Zufahrt zum Krankenhaus sowie Ziel-, Quell- und Anrainerverkehr.
  • Dosierampel auf der Landesstraße/B171/Tiroler Straße für Verkehr aus Richtung Kirchbichl kommend in Fahrtrichtung Norden/Kufstein beim Kreisverkehr "Inntaler".
  • Dosierampel zur Entlastung des Ortsteiles Zell: Aktivierung der bereits bestehenden Dosierampel an der B171/Tiroler Straße bei Kilometer 1,44 für den Verkehr aus Richtung Deutschland.

Zur Entlastung der Unteren Schranne:

  • Zwei Dosierampeln in Niederndorf und Ebbs auf der B172/Walchseestraße bei Kilometer 22 Richtung Niederndorf sowie B172/Walchseestraße bei Kilometer 19,6 für den Verkehr aus Richtung Walchsee wiederum Richtung Niederndorf. Die Ampeln werden bei Bedarf aktiviert.
  • Eine Dosierampel auf der B175/Wildbichlerstraße im Bereich Gasthof Schanz bei Kilometer 4,1 für den aus Richtung Kufstein kommenden Verkehr in Fahrtrichtung Ebbs-Niederndorf.

Vorbericht:

Nach den Fahrverboten in Tirol schwelt der Streit zwischen Österreich und den Nachbarländern weiter. Nicht nur Deutschland, sondern auch Italien bereite eine Klage gegen die Alpenrepublik vor, erklärt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer.

Tirol behindere den freien Warenverkehr in Europa massiv durch seine "systematische Blockade", sagt er gegenüber der Bild am Sonntag. Der Verkehr laufe derweil allerdings noch völlig normal. Dennoch hätten er und sein Amtskollege aus Italien einen gemeinsamen Brief an die EU-Kommission geschrieben und sich darin über die Tiroler Maßnahmen beschwert. Zum einen geht es darin um die Fahrverbote auf Ausweichrouten abseits der Autobahn, zum anderen um die Lkw-Blockabfertigung an der Grenze bei Kufstein, berichtet der Bayerische Rundfunk.

Mit den Fahrverboten will Tirol verhindern, dass deutsche Touristen auf dem Weg nach Italien die Straßen um Innsbruck, Kufstein und Reutte verstopfen

Dritte Spur am Walserberg kommt

Unterdessen gibt es im Bundesland Salzburg Fortschritte an der Grenze. Dort hat es monatelang Streit wegen einer zugesagten und noch nicht gebauten dritten Grenzkontrollspur am Walserberg gegeben. Diese soll den Stau aufgrund der Grenzkontrollen bei der Einreise nach Bayern verringern.

Am Montag (1. Juli) sollen nun die Bauarbeiten beginnen. Dabei soll es zu möglichst wenigen Behinderungen kommen. Das hat der bayerische Verkehrsminister Hans Reichhart vergangene Woche angekündigt.

Die dritte Spur soll etwa zwei Kilometer lang werden und ab Ende Juli genutzt werden können. Dadurch soll es weniger Stau beim Grenzübertritt geben. Der Salzburger Verkehrslandesrat Stefan Schnöll ist laut einem Bericht der Bayernwelle mit dieser Lösung zufrieden.

Sollte die dritte Spur wie geplant bewirken, dass es künftig weniger Verkehr auf der Autobahn am Walserberg gibt, werde Salzburg auch darauf verzichten, den Verkehr in Richtung Berchtesgaden umzuleiten, heißt es weiter.

ksl

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