Nach Flucht kurz hinter der Grenze in Tirol

Kuh attackiert Helferin (21) und Radfahrer (63) - und wird dann erschossen

Westendorf/Tirol - Am Samstagabend, 4. Juli, flüchtete eine wildgewordene Kuh gleich hinter der Grenze in Tirol von einem örtlichen Bauernhof und konnte zunächst nicht gefunden werden. Doch damit begann die Geschichte erst:

Am Samstagvormittag, 5. Juli, gegen 10.15 Uhr meldeten sich schließlich mehrere Personen bei der Tiroler Polizei und teilten mit, dass sie das etwa 650 Kilogramm schwere Tier in der Nähe einer Bahnstrecke in Hopfgarten/Unterwindau gesehen hätten. Daraufhin machten sich der Landwirt und zwei Helfer sofort zum "Tatort" auf und versuchten die Kuh wieder einzufangen. Dies misslang jedoch. Stattdessen flüchtete die Kuh über den sogenannten Kugelberg bis zum Wasserspeicher im Bereich von Glantersberg.

Dort ging das Tier nach Polizeiangaben plötzlich unvermittelt auf eine Helferin los, die die Kuh gegen 10.45 Uhr von der Straße zu einem Unterstand bringen wollte. Die 21-Jährige wurde von dem Rind umgestoßen und dabei im Bereich des Oberkörpers und an den Beinen verletzt. Kurz darauf attackierte die Kuh den Fahrer eines E-Bikes, dessen Vehikel dadurch erheblich beschädigt wurde. Der Fahrer selbst blieb glücklicherweise unverletzt.

Kuh von Jäger in Wald erschossen

Anschließend flüchtete die Kuh weiter in ein Waldstück. Dort wurde sie jedoch wenig später entdeckt und wurde laut Landespolizeidirektion Tirol dort gegen 12.30 Uhr vom inzwischen verständigten Jäger erschossen.

Zuletzt war es in Tirol wiederholt zu Zwischenfällen mit Kühen gekommen. Im Dezember 2019 entlief beim Entladen auf einem Schlachthof in St. Johann/Tirol ein Jungstier und musste deswegen mit einigen Messerstichen getötet werden. Im März wurde ein Landwirt in Ellmau schwer verletzt, als er beim Verladen in einen Transporter von mehreren Tieren niedergetrampelt wurde. Und Mitte Juni wurden - teils unabhängig voneinander - mehrere Wanderer aus Deutschland im Bereich des Vilsalpsees von Rindern attackiert und zum Teil schwer verletzt.

Im letzten Fall stellte sich der zuständige Almbauer danach eindeutig auf die Seite seiner Tiere und machte den Urlaubern schwere Vorwürfe. "Das war ein Wahnsinn. Die Gäste sind durch die Viehherde gelaufen, ohne Rücksicht auf Verluste. Wir haben das nicht verhindern können (...) "Ich kann den Tieren keine Schuld geben. Die Leute handeln für mich unverständlich", hatte dieser damals dem Österreichischen Rundfunk (ORF) gesagt.

mw/Landespolizeidirektion Tirol

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