Szenen in Wörgl wie aus einem Horrorfilm

Noch-Ehemann (60) sticht mehrfach auf Stieftochter (19) ein - Mutter versucht Kind zu schützen

Bereits am Freitagabend kam es in Wörgl offenbar zu einem versuchten Mord. Ein 60-jähriger Serbe soll im Beisein seiner Noch-Ehefrau mit einem Messer auf seine 19-jährige Stieftochter losgegangen sein. Im Auto sei es zum Kampf um Leben und Tod gekommen.

Wörgl - Gegen 21.30 Uhr spielten sich am Abend des 26. Februar dramatische Szenen ab. Wie die Landespolizeidirektion Tirol am Sonntag mitteilt, habe das 19-jährige Opfer in ihrem Auto vor der Wohnung ihrer Mutter, eine 38-jährige Rumänin, gewartet und bei geöffnetem Fenster geraucht.

Als ihre Mutter zugestiegen war, sei plötzlich der Noch-Ehemann der Frau aufgetaucht. Der seit mehreren Monaten getrennt von der Familie lebende Mann habe den beiden aufgelauert und sei ohne Vorwarnung auf seine Stieftochter losgegangen. Dabei soll er die Fensterscheibe auf der Fahrerseite gewaltsam nach unten gedrückt und mit einem Messer das Opfer attackiert haben.

Kampf im Auto: Mutter will Tochter schützen

Der Serbe soll mehrfach durch das Fenster in das Wageninnere und auf die junge Frau eingestochen haben. Die Mutter auf dem Beifahrersitz habe noch versucht, ihr Tochter zu schützen. Nach einiger Zeit gelang es den Frauen offenbar die Türen zu versperren, den Motor zu starten und zu flüchten.

Die Frauen begaben sich auf direktem Weg zur nächsten Polizeiinspektion. Dort wurden die Frauen unverzüglich versorgt. Auch die Fahndung nach dem Beschuldigten wurde umgehend eingeleitet. Dieser konnte kurz darauf an seiner Wohnadresse in Wörgl angetroffen und festgenommen werden.

Opfer (19) erleidet Schnittverletzung am Hals

Das 19-jährige Opfer erlitt eine Schnittverletzung an der rechten Seite des Halses. Diese konnte zwar als leicht eingestuft werden, mit der Art der Beibringung ist jedoch in der Regel Lebensgefahr verbunden. Ihre Mutter erlitt durch die Abwehrhandlungen ebenfalls eine leichte Schnittverletzung an einem Finger.

Mann grundsätzlich geständig

Sowohl die Opfer als auch der Beschuldigte wurden am Samstag bzw. Sonntag vernommen. Der Beschuldigte ist grundsätzlich zum Sachverhalt geständig, stellt jedoch die Tötungsabsicht in Abrede. Das Motiv dürfte in der aktuellen Trennung bzw. angestrebte Scheidung des Ehepaares zu finden sein.

Die Verhängung der Untersuchungshaft wurde von der Staatsanwaltschaft Innsbruck beantragt und der Beschuldigte wird über Anordnung in die JA Innsbruck eingeliefert.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte

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