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Nach Schüssen auf 14-Jährigen

Hass-Mails, Beschimpfungen und „Killerkommando“-Vorwürfe - Tiroler Polizei muss sich rechtfertigen

Polizei Tirol
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Symbolbild

Wörgl – Zu einem Polizeieinsatz mit Schussabgabe kam es am Freitag (26. August) nach einer Verfolgungsjagd mit einem Auto. Ein 14-Jähriger wurde dabei verletzt.

Update, Dienstag (30. August) - Erneutes Statement der Polizei

Am Freitag (26. August) flüchteten mehrere (zu diesem Zeitpunkt unbekannte) Personen in einem gestohlenen Kastenwagen von Wörgl bis nach St. Johann, wo es schließlich zur Abgabe von mehreren Schüssen durch zwei Polizisten gekommen ist, die bedauerlicherweise die Verletzung eines Jugendlichen zur Folge hatten. Der Waffengebrauch ist gegenwärtig Gegenstand von kriminalpolizeilichen Ermittlungen durch das von der LPD Tirol unabhängige Landeskriminalamt Kärnten unter Leitung der Staatsanwaltschaft Innsbruck und wird lückenlos aufgeklärt.

Die Landespolizeidirektion Tirol hat höchstes Verständnis für die nunmehrigen legitimen Diskussionen und Fragestellungen im öffentlichen Diskurs. Allerdings können wir kein Verständnis dafür aufbringen, wenn die betroffenen Polizisten, die Ermittler und überhaupt pauschal die Polizei in sozialen Medien (und zum Teil auch in persönlichen E-Mails) massiven Beschimpfungen, Verunglimpflichungen und faktenbefreiten Vorurteilen ausgesetzt werden. Auch die von anwaltlicher Seite verwendeten letztklassigen Begrifflichkeiten („Killerkommando“) werden auf das Schärfste zurückgewiesen. Auch für Polizisten gilt, wie für jeden anderen Staatsbürger auch, bis zum Beweis des Gegenteils die Unschuldsvermutung.

Tiroler Polizistinnen und Polizisten leisten jeden Tag nicht nur eine ausgezeichnete Arbeit, sondern müssen bei jedem Einsatz damit rechnen, lebensbedrohenden Situationen ausgesetzt zu werden. Daher investiert die Polizei viel Aufwand und Ressourcen in die Ausbildung und in das Einsatztraining, in deren Rahmen das Verhalten in gefährlichen Situationen eingehend geschult wird. In ganz Österreich sind spezifische Einsatztrainingszentren entstanden bzw. sind im Entstehen, die die Bemühungen zur bestmöglichen Vorbereitung unserer Kolleginnen/innen auf Gefährdungslagen weiter optimieren sollen. Und dass die Erkenntnisse des gegenständliche Polizeieinsatzes – was immer auch die Ermittlungen ergeben werden - in das künftige Einsatztraining mit einbezogen werden, versteht sich von selbst.

Landespolizeidirektor Edelbert Kohler: „Es ist eine höchst belastende Situation für alle Beteiligten. Ich wünsche den betroffenen Kollegen viel Kraft für die Bewältigung dieser psychischen Ausnahmesituation und wünsche auch dem verletzten jungen Mann eine rasche und gute Genesung.“      

Mitteilung LPD Tirol   

Update, 18.05 Uhr - Polizei gab neun Schüsse ab

Bei einem Polizeieinsatz ist in St. Johann in Tirol (Bezirk Kitzbühel) ein 14-Jähriger durch Schüsse aus einer Polizeiwaffe verletzt worden. Wie die Polizei am Freitag berichtete, hatten die Beamten beim Bahnhof ein Fahrzeug entdeckt, dessen Fahrer zuvor vor einer Polizeikontrolle geflüchtet war.

Beamten gaben laut Behörden insgesamt neun Schüsse auf das Heck des Kastenwagens ab. Sie hätten damit auf einen «lauten Knall» und das Missachten einer Aufforderung zum Halten reagiert, hieß es. In dem Wagen saßen drei unbewaffnete Jugendliche im Alter von 14 und 13 Jahren. Der 14-Jährige wurde an der linken Hand und der Schulter getroffen. Das Fahrzeug war als gestohlen gemeldet.

Das Trio war zuvor geflüchtet und hatte zwei weitere 13-Jährige noch schnell aussteigen lassen. Alle fünf Verdächtigen wurden festgenommen, aber teils wegen Strafunmündigkeit bereits wieder freigelassen. Der Knall, der die Schüsse provoziert haben soll, steht laut Polizei möglicherweise im Zusammenhang mit zwei defekten Reifen, die an dem Kastenwagen festgestellt wurden.

Die drei Jugendlichen seien polizeibekannt, gegen sie sei bereits wegen Nötigung, Körperverletzung und unbefugten Gebrauchs von Kraftfahrzeugen ermittelt worden. Das Landeskriminalamt Kärnten ermittle, ob der Einsatz der Dienstwaffen den strengen Richtlinien entsprochen habe.

Erstmeldung, Freitag (26. August)

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Am Freitag (26. August) gegen 4.50 Uhr kam es in Wörgl zu einer Lenker- und Fahrzeugkontrolle eines verdächtigen Fahrzeuges. Der Lenker flüchtete über die B178 bis nach St. Johann zum Bereich des Bahnhofes. Dort kam das verdächtige Fahrzeug auf dem Gleiskörper zum Stehen.

In weiterer Folge kam es zu einer Schussabgabe durch Polizeibeamte, wobei ein Beschuldigter derzeit unbestimmten Grades verletzt wurde. Er befindet sich nach aktuellen Angaben jedoch nicht in Lebensgefahr. Zwei weitere Personen flüchteten zu Fuß, konnten jedoch mittlerweile festgenommen werden.

Bei den Beschuldigten handelt es sich um einen 19- und einen 14-jährigen österreichischen Staatsbürger, wobei der 14-Jährige verletzt wurde, sowie um einen 13-jährigen russischen Staatsbürger.

Die weiteren Erhebungen werden von Beamten vor Ort gemeinsam mit dem LKA Tirol geführt.

Pressemitteilung Landespolizeidirektion Tirol/dpa

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