Auch schon in Reit im Winkl

Wolf reißt erneut Schafherde in Grenzregion - Landwirte zu Vorsicht aufgerufen

Tirol/Reit im Winkl - Seit Wochen fallen in der Grenzregion Schafe wohl einem Wolf zum Opfer. Nun hat der Räuber erneut zugeschlagen.

Seit Monaten sucht ein Raubtier wieder und wieder Schafherden in der Gegend von Kössen bis Reit im Winkl auf und reißt dort Weidetiere. Vermutlich handelt es sich dabei um einen Wolfsmischling. Die Tiroler Behörden planen nun ihn einzufangen und mit einem Sender auszustatten, um der Lage Herr zu werden. 

Am Donnerstag, den 23. Juli, schlug das Tier wieder zu und richtete verheerende Schäden an. Erneut riss der Wolf im Bereich Kössen und Walchsee eine Herde Schafe, zehn Tiere wurden tot gefunden. Ein weiteres war laut einem Bericht der Tiroler Tageszeitung so schwer verletzt, dass es nur noch eingeschläfert werden konnte, drei weitere wiesen Verletzungen auf. Fünf Schafe der Herde sind verschwunden und werden derzeit gesucht. 

Wohl wieder Schafe von Wolf gerissen

Und wieder wird als Angreifer ein Wolf vermutet. Das ergebe sich aus den Bissspuren. Ob es sich um den selben Räuber handelt, der bereits am Montag fünf Schafe tötete, soll nun ein DNA-Test klären. Martin Janovsky, Beauftragter des Landes Tirol für große Beutegreifer, erklärte der Tiroler Tageszeitung, dass mit den Ergebnissen in etwa drei Wochen gerechnet werden könne. 

Landwirte in der Gegend werden von der Regierung Tirol dazu aufgefordert, ein besonders scharfes Auge auf ihre Herden zu haben und ungewöhnliche Beobachtungen an die Bezirkshauptmannschaft zu melden. 

DNA stimmt mit Haplotyp überein

Auch in Reit im Winkl mussten Landwirte bereits gerissene Schafe beklagen. Es handelt sich laut DNA-Test bei den in den vergangenen Wochen getöteten Schafen in Kössen und im Chiemgau um die selbe Tierart, vermutlich sogar ein und den selben Wolf. Die DNA stimmt mit einem Haplotyp überein, der auf Wolfsgruppen in Südeuropa, etwa Slowenien oder Kroatien, hinweist. Ungewöhnlich: Der Haplotyp kommt allerdings auch bei Mischformen wie dem Wolfshund vor. Eine endgültige Analyse wird allerdings auch hier noch einige Wochen auf sich warten lassen. 

Um der Lage Herr zu werden, soll der Wolf nun eingefangen und mit einem Sender ausgestattet werden. Kein einfaches Unterfangen, da Wölfe notorisch schwierig zu fangen sind. Sollte der Versuch missglücken, wird eine "Entnahme" des Wolfes wohl der nächste Schritt, so Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler.

jv

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