155 Abiturienten aus dem Mangfalltal

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Auszeichnung für Matthias Grandl vom Gymnasium Bruckmühl: Sein Buch "Ovids Metamorphose" soll Freude am Latein lernen wecken.

Bad Aibling/Bruckmühl - In einen neuen Lebensabschnitt entlassen wurden am Freitag insgesamt 155 Abiturienten aus dem Mangfalltal: 77 am Gymnasium Bad Aibling, 78 am Gymnasium Bruckmühl.

Doch bei der Verleihung der Zeugnisse im vollbesetzten Kurhaussaal, zu der Direktor Werner Fiebig unter anderem den stellvertretenden Landrat Dieter Kannengießer und Bürgermeister Felix Schwaller begrüßte, gab es keinerlei Anzeichen einer Tragödie - hatten doch alle 77 Schüler des Abiturjahrgangs (zwei weitere müssen krankheitsbedingt noch "nachsitzen") ihre Reifeprüfung bestanden (darunter auch sechs externe Schüler von nicht-staatlichen Schulen).

Und dies teils mit hervorragenden Noten, darunter waren auch zwei männliche Abiturienten unter den besten zehn, wie Direktor Werner Fiebig besonders hervorhob. Daher ist auch nicht zu befürchten, dass einer der Abiturienten - in Anlehnung an die Geschehnisse im Faust - zu einer niederschmetternden Bilanz seines (Schüler-)Lebens kommt und darob einen Pakt mit dem Teufel schließt. Bestenfalls eine Handlungs-Parallele ist bei manchen Schulabgängern denkbar, nämlich die Gretchenfrage: "Was studiere ich?".

In seiner Ansprache ging Schulleiter Fiebig auf eine Passage aus der Berliner "Ruck-Rede" von Roman Herzog im April 1997 ein, in der der damalige Bundespräsident ein Abitur nach zwölfjähriger Schulzeit forderte und damit eine kulturpolitische Debatte entflammte. Fiebig erinnerte an die Entwicklung der Abitur-Ordnung vom Jahr 1789 bis zu dem von Edmund Stoiber initiierten "Gesinnungswandel in der bayerischen Schulpolitik" mit der Einführung des G8. "Dabei hat Stoiber selber zehn Jahre auf dem Gymnasium zugebracht", merkte der Schulleiter süffisant an.

Auch wenn das G8 andere Schwerpunkte setze, so Fiebig, bedeute das nicht, dass die neunjährige Gymnasialzeit "eine verlorene Zeit" war. Das Goethe-Zitat "da steh ich nun, ich armer Tor" gelte nicht: "Je mehr man gelernt hat, umso besser findet man sich im Universum des Neuen zurecht", rief er den Abiturienten zu und wünschte ihnen für die Zukunft alles Gute.

Mit dem Musikstück "Stompin' at the Savoy" von Benny Goodman leitete Schulleiter Walter Baier als Dirigent der schuleigenen Bigband die Abiturfeier in der vollgefüllten Aula des Bruckmühler Gymnasiums ein. Zuvor hatte er mit den Abiturienten die nahe Herz-Jesu-Kirche zu einer Andacht besucht.

Für die Zukunft bestens gerüstet

Eingangs wies Schulleiter Walter Baier gestern darauf hin, dass es der zweite Abiturientenjahrgang am Gymnasium Bruckmühl ist und dieser habe mit Abstand am besten abgeschnitten. 78 Schüler hätten an den Prüfungen für den "höchstmöglichen Schulabschluss" teilgenommen und alle 78 hätten das Abitur bestanden. Der Notendurchschnitt liege bei 2,38. Und weiter: "22 Schüler haben bei ihrem Abiturzeugnis eine eins vor dem Komma", so Baier mit Stolz. Dies sei eine hohe Messlatte für die Nachfolger.

Der Oberstudiendirektor bezog sich in seiner Rede an die Abiturienten auch auf eine Aussage von Albert Einstein, der gesagt habe, dass ihn die Zukunft viel mehr interessiere als die Vergangenheit.

Auf die Zukunft als Herausforderung könne man sich vorbereiten und man könne sie gestalten. Es gebe heutzutage eine zunehmende Beschleunigung des Wandels, was die Frage aufwerfe: "Was muss ich heute lernen, um für morgen fit zu sein?"

Dann ging der Pädagoge auf den Begriff der Leistung ein. Leistung sei heute ein Schlüsselwort. Auch für die Lebensbewältigung außerhalb der Schule müsse man Leistung erbringen. In der Schule sei Leistung "überprüfbares Wissen."

Wichtig dabei sei aber, die Gesamt-Persönlichkeit in den Blick zu nehmen, wobei Selbstvertrauen durch Anerkennung wichtig sei. "Es ist eine Leistung, dass ihr das Gymnasium bis zum erfolgreichen Abschluss besucht habt", so der Schulleiter. Das Abitur sei das Ergebnis von vielen Jahren Arbeit.

In die Zukunft könnten die Abiturienten mit Zuversicht gehen. "Ihr habt am Gymnasium eine gute Bildung und Ausbildung erhalten", so Baier. "Ich hoffe, dass ihr euren Platz in der Gesellschaft findet und diese mitgestaltet", so Baier weiter.

Für die Zukunft gebe es keinen Grund, pessimistisch zu sein. "Ich wünsche euch viel Geschick und Mut, die richtigen Entscheidungen zu treffen und dass ihr euren Zielen nahe kommt", so Baier abschließend und warnte aber: seine Absolventen: "Ruht euch nicht auf den Lorbeeren aus, tut etwas für die Zukunft.

Grußworte und Glückwünsche an die Abiturienten richteten der stellvertretende Landrat des Landkreises Rosenheim, Dieter Kannengießer, Bruckmühls Bürgermeister Franz Heinritzi und Bernhard Schweiger, Bürgermeister von Feldkirchen-Westerham sowie der Vorsitzende des Elternbeirats, Holger Baumgartner.

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