Vagener Straße: Anwohnerin für Tempolimit

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Ruth Neumann ärgert sich über das steigende Verkehrsaufkommen in der Vagener Straße und sieht darin eine Gefährdung der Passanten.

Bruckmühl - Für die Situation in der Vagener Straße kennt Ruth Neumann nur ein Wort: "unerträglich". Sie will erreichen, dass dort bald nur noch 30 km/h gefahren werden darf.

Die Anwohnerin empfindet das hohe Verkehrsaufkommen und die oftmals überhöhten Geschwindigkeiten der Autos und Lastwagen als Belästigung und zugleich als Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer. Sie will deshalb erreichen, dass auf dem Streckenabschnitt künftig nur noch 30 km/h gefahren werden darf.


In Stoßzeiten, wie im Berufsverkehr, sei die Situation besonders prekär. "Ich brauche zum Teil zehn Minuten, bis ich aus meiner Grundstücksausfahrt hinaus komme", so Ruth Neumann. Und selbst dann sei es ihr auch nur mit viel Glück und Schnelligkeit möglich, das Grundstück zu verlassen.

Grund für dieses "Chaos" in der Vagener Straße ist ihrer Meinung nach vor allem eine stetig steigende Zahl von Verkehrsteilnehmern in diesem Abschnitt.


Da dort viele Autofahrer außerdem zu schnell fahren würden, seien auch andere Verkehrsteilnehmer, vor allem Fußgänger, regelmäßig gefährdet. Bekräftigt in ihrer Behauptung fühlt sich Ruth Neumann von einem Unfall mit einem Kind, der sich dort ereignet habe.

"Es ist nicht genug Platz für Fußgänger und Fahrzeuge", ergänzt die Bruckmühlerin. Deshalb hätten auch Bewohner aus dem nahen Altenheim Probleme, die Straße gefahrlos zu überqueren, um beispielsweise die Bäckerei oder den Gemüseladen aufzusuchen. Mit den gleichen Problemen hätten die Kinder zu kämpfen, die im Sommer die Eisdiele besuchen wollen.

Sie fordert deshalb mit Nachdruck, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit in diesem Bereich von 50 auf 30 km/h gesenkt wird. Auch im Rahmen eines Ortstermins mit Vertretern von Polizei, Marktgemeinde und Landratsamt habe sie diese Forderung untermauert. Doch bisher habe sich nichts geändert.

Zuständig für die Vagener Straße, welche als Kreisstraße eingestuft ist, ist grundsätzlich das Landratsamt Rosenheim. Deshalb sind dort Geschwindigkeitsbegrenzungen (unter anderem auch "Zone 30") grundsätzlich nicht möglich. "Denn Kreisstraßen dienen vor allem dem überörtlichen Verkehr", erklärte Oliver Winter von der Pressestelle des Landratsamts. Ausnahme gebe es nur in bestimmten Fällen, wie etwa in Kur- und Erholungsorten.

Sowohl das Landratsamt als auch die Verwaltung der Marktgemeinde Bruckmühl sind sich einig, dass eine Beschränkung in der Vagener Straße nicht vertretbar sei. Ansonsten handle man gesetzeswidrig.

Michael Koller, zuständig für das Straßen- und Wegerecht im Markt Bruckmühl, bestätigt jedoch, dass man in diesem Bereich ein steigendes Verkehrsaufkommen beobachte. Ausgelöst werde dieses vor allem durch Fahrten aus den umliegenden Ortschaften, beispielsweise zu Arztterminen oder zum Einkaufen in das Zentrum Bruckmühls. Hinzu kämen oftmals lange Rückstaus aufgrund einer geschlossenen Schranke in der Bahnhofstraße. Es handele sich um ein typisches "Nadelöhr". Abhilfe werde wohl erst mit dem Bau der zweiten Mangfallbrücke zwischen Götting und Hinrichssegen geschaffen, so Koller.

Mangfall-Bote

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