Ahornbäume knipsen das Licht aus

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Die großen Ahornbäume am Radlweg nach Bad Feilnbach (Rotwandstraße zwischen Triftbach- und Madaustraße) verschatten die Gärten und Terrassen von Anrainern derart, dass sie "im Dunkeln" sitzen. Auch Wege-Lampen wachsen zu.

Bad Aibling - Die Ahorne werfen für Anrainer des Radlwegs große Schatten in die Gärten. Andererseits ist eine Allee gewünscht. Die politische Mehrheit kam zu dem Schluss: Eine radikale Beschneidung reicht.

Wieder Thema im Bauausschuss: der Kreisel in Mietraching. Berechnete Baukosten nun: 550000 Euro. Kein Geld im städtischen Haushalt 2010 für den Kreisel, dennoch wird gebaut. Die Lösung: Geld nehmen aus dem Haushalt für Maßnahmen, die auf 2011 verschoben sind (Kanalbau Rosenheimer Straße) - macht 100000 Euro; zudem Stundung der Ratenzahlung für den Erwerb des Sportparks vom Eigentümer B&O - das sind 250000 Euro, wir berichteten; schließlich 200000 Euro als Beteiligung von B&O am Kreisel, gezahlt wird laut Verwaltung je nach Baufortschritt.

Ein Bauhof-Mitarbeiter schnitt gestern Äste an Ahornbäumen ab - eine rein pflegerische Maßnahme.

In der Vereinbarung dazu besagt ein Passus, dass bei höherer Gewalt und dadurch Nichtfertigstellung des Kreisels zum 30. November B&O nicht zahlen muss. Dies griff Rechtsberater und Stadtrat Richard Lechner (SPD) auf. Doch stehen alle Zeichen zurzeit auf Einhaltung des Bauzeitplans mit Start am 10. Juli - so der Stadtrat Ende Juni in seiner Sitzung dieser Vereinbarung mit B&O sowie einer weiteren mit dem Staatlichen Bauamt zustimmt. Eine solche Empfehlung sprach der Bauausschuss aktuell aus, doch soll bis zum Stadtrat die Frage der Frist mit B&O geklärt werden.

Dessen Generalbevollmächtiger Dr. Karl-Josef Schaltenberg erklärte in der Ausschusssitzung, dass "sich hierüber reden lässt". Er wies aber auch auf den B&O-Vorschlag hin, gegebenenfalls den Bau des Kreisels auf 2011 zu verschieben. Denn: Die Komponente Sportparkerwerb mit dem Kreisel zu verknüpfen, sei ihm nicht so recht - eins habe mit dem anderen nichts zu tun.

Warum sich die Stadt darauf nicht eingelassen hat, begründete Bürgermeister Felix Schwaller: Ansonsten würde wieder die Ampel an der Kreuzung Mietraching eingeschaltet, was die Bewohner und der Stadtrat (per Beschluss) nicht wünschten.

Hier erinnerte Stadtrat Dieter Bräunlich ÜWG) an notwendige Lärmschutzmaßnahmen im Bereich des Kreisels, die Max Leuprecht (GOL) mit den Schlagwörten "Flüsterasphalt" und "Fahrbahnteiler" als Geschwindigkeitsbremse von Maxlrain kommend erneut vertiefte.

Die Ausschreibungen für den Kreisel sind derweil abgeschlossen und erfreulich - laut Tiefbauamt zehn Prozent (zirka 40000 Euro) günstiger als geschätzt. Diese "Ersparnis" bleibt aber Klaus Ax zufolge als "Angstzuschlag" (Unvorhergesehenes) in der Finanzierung stehen - die nun teurer wird. Statt 450000 Euro sind es 550000 Euro. Grund: Der Kreisel muss im Kreuzungsbereich (tiefster Geländepunkt) höher gelegt und damit die vier Straßenäste neu angeglichen werden.

In den 550000 Euro sind Ingenieurkosten, Beleuchtung etc. eingerechnet, auch die Planungskosten für eine spätere Linksabbiegespur zum Sportpark. Nicht mit drin: Die 185000 Euro für die Geh- und Radwege. Diese Summe wird außerplanmäßig bereit gestellt und ebenfalls aus der Kanalbaumaßnahme Rosenheimer Straße "genommen".

Entscheidung: Rückschnitt

Vor der Sitzung marschierte der Ausschuss zum Radlweg via Bad Feilnbach/Kreuzung Madaustraße. Anlass: die etwa sieben Meter hohen Ahornbäume. In einer Unterschriftenliste hatte eine Vielzahl von Anrainern um Abhilfe wegen der totalen Verschattung ihrer Gärten und Terrassen gebeten. Am Nachmittag sei man sogar gezwungen, in den Wohnräumen Licht einzuschalten.

Nach Angaben des Bauamtes waren schon einmal Bäume gefällt worden (jeder zweite entlang der Bebauung gemäß eines Beschlusses). Doch die bestehenden Ahornbäume - "für eine Allee eigentlich die falschen Bäume", so Amtsleiter Andreas Krämer - wachsen so schnell, dass sich Kronen überlappen und Lampen zuwuchern. Zuletzt war ein Rückschnitt laut Krämer vor etwa sechs Jahren erfolgt.

Stefan Roßteuscher (ÜWG) sprach sich für den Baumbestand aus, Dieter Bräunlich (ÜWG) setzte auf Rückschnitt, Markus Stigloher (CSU) wollte die Hecken gestutzt wissen (sind aber in Privathand), Richard Lechner (SPD) war fürs Fällen einzelner Bäume. Vereinzelt wurde gefordert, die Anrainer sollten zunächst die Bäume auf eigenem Grund und Boden entfernen.

Letztlich entschied der Ausschuss (eine SPD-Gegenstimme): Eine Fachfirma wird in der zweiten Jahreshälfte einen kräftigen Rückschnitt vornehmen. Kosten für eine solche Maßnahme: zirka 15000 Euro laut Bauamt, das bereits in drei, vier Jahren wieder damit rechnet.

Mangfall Bote

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