Der Mittelstand als Leistungsträger

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Bad Aibling - Der Mittelstand als Leistungsträger - dies war der Tenor der Ansprachen beim Frühjahrsempfang der der Wirtschaftsverbände Rosenheim-West im Aiblinger Kurhaus.

Der Mittelstand als Leistungsträger - dies war der Tenor der Ansprachen beim Frühjahrsempfang der Arbeitsgemeinschaft der Wirtschaftsverbände Rosenheim-West mit Gästen aus Politik und Wirtschaft (darunter MdL Klaus Stöttner) im Aiblinger Kurhaus. Die Arbeitsgemeinschaft wird gebildet aus den Gewerbeverbänden Bad Aibling/Tuntenhausen, Bad Feilnbach, Kolbermoor und Bruckmühl/Aying/Irschenberg/Feldkirchen-Westerham.

In seiner Ansprache über die Wirtschaft im Landkreis stellte Landrat Josef Neiderhell heraus, dass der Landkreis Rosenheim seit langem stets unter den 10 besten in Bayern rangiere und die zurückliegenden Krisenjahre gut überstanden habe. „Der Landkreis Rosenheim ist mit seinen breit gefächerten Branchen ein starker Wirtschaftsraum, für den die Politik die Rahmenbedingungen schaffen und verbessern muss“ betonte er. Dazu zähle auch die zeitgerechte Ausstattung der Berufsschulen, in die derzeit investiert werde.

Franz Bergmüller, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft, hob die großartigen Leistungen des Mittelstandes hervor, ohne die Deutschland nicht so gut dastünde. Er forderte die Gleichstellung der beruflichen Ausbildung und die Verbesserung der Breitbandversorgung, deren Bedeutung als „Kommunikationsstraßen“ gleichzustellen sei mit dem Straßennetz.

Das Hauptreferat des Abends hielt der Präsident des Bundes der Selbständigen/Gewerbeverband Bayern, Ingolf Brauner anstelle des aus politischen Gründen nicht aus der Landeshauptstadt abkömmlichen Wirtschaftsministers Martin Zeil. Er wies darauf hin, dass der Mittelstand als größter Leistungsträger Deutschlands den Löwenanteil an Arbeits- und Ausbildungsplätzen in der deutschen Wirtschaft stelle, jedoch im Vergleich zur Industrie über keine entsprechende Lobby verfüge. Als drängende Themen für den Mittelstand nannte er u. a. den Bürokratieabbau („verwirklicht der Staat durch Verlagerung in die Unternehmen“), die Energiepolitik („großes Innovationspotential“) und die Insolvenzgesetzgebung („es muss eine zweite Chance geben“). Er forderte die Übertragung bestimmter Steuern (z. B. Erbschaftssteuer) in die Hoheit der Länder sowie die Abschaffung der Umsatzsteuer („Vereinfachung und Wegfall von Betrugsanreizen“). Grundsätzlich mahnte er eine innovative und entscheidungsfreudige Politik an, die vom größtmöglichen Ansatz und nicht vom kleinstmöglichen parteilichen Konsens geprägt sein müsse.

In Grußworten stellten Aiblings Bürgermeister Felix Schwaller und sein Tuntenhausener Amtskollege Otto Lederer die Schwerpunkte ihrer Kommunen vor. Moderiert wurde die Veranstaltung von Anton Bürger, dem Vorsitzenden des Gewerbeverbandes Bad Aibling/Tuntenhausen, der ebenfalls die wichtige Rolle des Mittelstandes herausstellte. Den flotten musikalischen Rahmen gestalteten Susi Weiß und Georg Karger mit jazziger Weltmusik.

Frühjahrsempfang der Wirtschaftsverbände Rosenheim-West

bjn

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