Geldstrafe für rabiaten Taxi-Gast

Bad Aibling - Die Einsicht kam spät, aber sie kam. Ein angeklagter Taxi-Gast zahlt trotz zunächst eingelegten Einspruchs schließlich doch Strafe wegen Beleidigung und Körperverletzung.

Vernünftigerweise benutzte der kaufmännische Angestellte aus Bad Aibling am Abend des 2. September 2012 ein Taxi, um vom Rosenheimer Herbstfest nach Hause zu kommen. Die Stimmung war heiter bis - und da schieden sich die Berichte der Beteiligten - man Bad Aibling erreichte.

Weil der Aiblinger gegen einen ursprünglichen Strafbefehl über 2000 Euro wegen Beleidigung und Körperverletzung Einspruch eingelegt hatte, mussten die Geschehnisse dieses Abends am Amtsgericht Bad Aibling nochmals aufgerollt werden.

Der Angeklagte berichtete, der Taxichauffeur habe nicht nur während des Fahrens mit einem Handy ohne Freisprechanlage telefoniert, sondern sei darüber hinaus auch noch mit viel zu hoher Geschwindigkeit gefahren. Von 120 bis 180 km/h war die Rede - und das auf der Staatsstraße 2078, auf der maximal 70 km/h erlaubt sind.

Er und seine Ehefrau hätten sich bereits im Taxi über das Fehlverhalten des Chauffeurs beklagt, so der Angeklagte. Der sei daraufhin jedoch nur grob und beleidigend geworden. Deshalb hätten sie verlangt, sofort auszusteigen und angekündigt, die Taxikosten erst gegen Rechnung zu bezahlen, nachdem sie sich bei der Taxizentrale über ihn beschwert hätten. Es sei dann zu einem Wortgefecht gekommen, bei dem auch von beiden Seiten Beleidigungen gefallen seien. Keinesfalls aber hätte er den Taxifahrer körperlich attackiert.

Schwierig gestaltete sich die Einvernahme der Ehefrau des Angeklagten. Sie stellte nämlich Geschehnisse in Abrede, die ihr Gatte bereits zugestanden hatte. Nichts bringt Richter so sehr in Rage wie eine offenkundige Falschaussage. Denn jeder Richter ist in seiner Beurteilung der Sachlage abhängig vom Wahrheitsgehalt der Zeugenaussagen.

Eindringlich wies Richterin Isabella Hubert deshalb die Zeugin nochmals auf die Strafbarkeit einer Falschaussage hin. Auch die Staatsanwältin kündigte ein Strafverfahren gegen sie wegen Falschaussage an. Als die Zeugin sich dann verplapperte, um den Taxifahrer anzuschwärzen, war es um die Nachsicht des Gerichtes geschehen.

Im letzten Augenblick gestand die Gattin des Angeklagten zu, dass ihr Gatte damals wohl erheblich die Contenance verloren hatte. Als ruchbar wurde, dass der Fahrgast immerhin mit zwei Promille Alkohol im Blut unterwegs war und weitere Zeugen die Darstellung des Taxifahrers stützten, nach der die Aggression ausschließlich von seinem betrunkenen Fahrgast ausgegangen war, bat der Verteidiger das Gericht um ein Rechtsgespräch. Zu sehr waren die Felle seines Mandanten schon davon geschwommen.

Anschließend, und nach Rücksprache mit seinem Mandanten, nahm der Verteidiger, Rechtsanwalt Andreas Grabmann, den Einspruch des Mannes zurück. Der wird nun doch die 2000 Euro Strafe berappen.

au/Mangfall-Bote

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