Ja zu Häuschen "In den Heckern"

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Den Bedarf für einen Aufenthaltsraum und Lagermöglichkeiten "In den Heckern" sah der Bauausschuss zwar als gegeben. Nicht so recht anfreunden konnte er sich jedoch zunächst mit der Optik im "Landhausstil". Letztlich stimmte er jedoch der Planung mit einer Auflage zu.

Bad Aibling - Genauer nachgefragt und dann genehmigt: In den Heckern östlich von Berbling kann eine Familie eine Lagerstätte mit Aufenthaltsraum errichten.

Der Bauausschuss hatte sich zunächst ob der eingereichten Zeichnung ("Schaut aus wie ein Gartenhäuschen") irritiert gezeigt. Nachdem die geplante Nutzung aber detaillierter erläutert wurde, gab das Gremium grünes Licht.

Laut Planung ist das 6,50 auf 5 Meter große, erdgeschossige Gebäude in Holzbauweise mit einer Holzterrasse versehen und soll über einen Aufenthaltsraum und zwei Lagerräume verfügen. Die Verwaltung bezeichnete das im Außenbereich liegende Vorhaben allerdings als nicht privilegiert, da es nicht in einem "räumlich funktionalen Zuammenhang" mit dem Betrieb der Antragsteller stehe. Von daher befürchtete man, dass eine Wochenend- und Freizeitnutzung nicht ausgeschlossen werden und dies zu einem Präzendenzfall führen könnte.

Hubert Krabichler vom städtischen Bauamt erläuterte, dass sich das Lager allein vom bestehenden Stallgebäude 40 Meter entfernt befände. Der Bau widerspreche somit auch dem Gebot der größtmöglichen Schonung des Außenbereichs. Es handle sich eher um eine Art fertiges Ferienhäuschen. Für Laien sei nicht zu erkennen, dass es zum Betrieb gehört. Dies aber wäre für eine Privilegierung zwingend erforderlich.

Bürgermeister Felix Schwaller hingegen wollte hier keinen Bezugsfall sehen. Die Familie habe den Antrag gestellt, da der dort gelegene Stall weit vom eigentlichen Hofgebäude entfernt liegt. Deshalb benötige das Landwirtspaar einen Aufenthaltsraum, wenn es dort arbeitet.

Beispielsweise fänden 50 Prozent der jährlich rund 80 Geburten von Kälbern in der Nacht statt. Genutzt werden soll der Raum aber auch in den Zwischenpausen bei Erntearbeiten am Sonntag, zur Verpflegung von Siliergemeinschaften, zur Unterbringung von Aushilfskräften, zum Aufwärmen im Winter sowie als Aufenthaltsmöglichkeit für die Kinder des Ehepaars während der Stallarbeiten.

Die Verwaltung hätte das Häuschen wenigstens gerne näher am Stallgebäude gesehen und sprach eine eventuell befristete Baugenehmigung an. Dann müsste das Gebäude beseitigt werden, wenn dort eines Tages die Hofstelle gebaut würde.

Aus diesem Grund schlug Max Leuprecht (GOL) vor, das Häuschen genau dort hinzusetzen, wo später einmal der Hof errichtet wird, um die Beseitigung dann sicherzustellen. Sepp Schmid (CSU) gab jedoch zu bedenken, dass der Landwirt noch nicht wisse, wo der Hof später stehen soll. Benötigt würden die beantragten Räumlichkeiten aber auf alle Fälle jetzt schon.

Menschliches Verständnis zeigte Richard Lechner (SPD) für das Anliegen. Er störte sich allerdings auch an dem Wohnhaus-Charakter des Gebäudes. In der Nähe gebe es allerdings ein landwirtschaftliches Wohnhaus, das ein paar Nummern größer sei. Mit entsprechender juristischer Absicherung könne er dem Vorhaben zustimmen.

"Das Pumpenhäusl der Stadt schaut genauso aus", meinte Markus Stigloher und warnte, man würde den letzten Landwirten auch noch Prügel zwischen die Füße werfen, wenn man hier nicht zustimme. Kein Problem mit dem "Landhausstil" hatte auch Rudi Gebhart (ÜWG).

Letztlich stimmte der Bauausschuss dem Antrag zu. Per Grunddienstbarkeit muss allerdings gesichert werden, dass das Häuschen wieder beseitigt wird, wenn das Hofgebäude errichtet wird.

Eva Langwieder (Mangfall-Bote)

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