Kollersberg: Bebauung auf Weg gebracht

Bad Aibling - Glücklich war der Stadtrat eigenem Bekunden nach damit nicht. Dennoch stimmte er nach langen Diskussionsrunden jetzt der Bebauung am Kollersberg zu.

Etlichen Kommunalpolitikern war die reduzierte Planung immer noch zu massiv. Doch wog vor allem das Interesse an den 75 öffentlichen (Pendler)-Stellplätzen, die dort mit ausgewiesen werden sollen, letztlich schwerer.

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Bauamtsleiter Andreas Krämer erklärte dem Stadtrat eingangs, dass dessen Maßgaben mittlerweile weitgehend erfüllt seien. Die Bebauung an der Rosenheimer Straße wurde in der Höhe reduziert. An der Südwestecke des Grundstückes soll ein Café errichtet werden, außerdem wurde der östliche Riegelkörper unterteilt. Insgesamt sind auf dem derzeit noch als Parkplatz genutzten Gelände gegenüber dem Bahnhaltepunkt "Kurpark" sechs Mehrfamilienhäuser und eine Tiefgarage geplant. Auch die aus dem Boden ragende Mauer der Tiefgarage wurde, wie vom Stadtrat gefordert, noch einmal heruntergesetzt. Außerdem soll der Bereich davor angeböscht werden.

Für den nordöstlichen, viergeschossigen Baukörper muss laut Verwaltung die dortige Baugrenze im Hangbereich um fünf Meter nach Südwesten verschoben werden. In der Tiefgarage sind 50 öffentliche Stellplätze vorgesehen, oberirdisch weitere 25.

Die Verbesserungen, die in der aktuellen Entwurfsplanung erzielt worden seien, bezeichnete Stefan Roßteuscher (ÜWG) jedoch als marginal. Die Bebauung sei nach wie vor zu massiv. Dies zeige sich auch an der Anzahl der insgesamt benötigten Stellplätze und der damit verbundenen Unterminierung des Geländes.

Erneut plädierte Roßteuscher dafür, die Bebauung zu reduzieren: "Statt sechs nur vier bis fünf Häuser, das wäre noch eine vernünftige Baudichte. Dann wären auch die Stellplätze leichter zu realisieren", so die Meinung des ÜWG-Rates. Er forderte, verantwortungsvoll mit der städtebaulichen Entwicklung umzugehen, gerade wenn man solch ein Herzstück aus der Hand gebe.

Krämer widersprach. Die Stadt lasse sich hier keineswegs das Zepter aus der Hand nehmen. Wo immer es möglich sei, empfehle man einen Bebauungsplan. Er erinnerte daran, dass ursprünglich geplante Bebauungen auf diesem Gelände wesentlich dichter gewesen wären.

Zudem bestehe baurechtlich gesehen auch die Möglichkeit, das Grundstück, bei dem es sich um eine klassische Baulücke handle, ohne Bebauungsplan zu bebauen. Dann allerdings habe man als Kommune noch weniger Einfluss auf die Entwicklung. Auch gab Krämer zu bedenken, dass die Stadt die öffentlichen Stellplätze für die Bahnpendler haben wolle. Deswegen müsse man bemüht sein, ein "vernünftiges Geben und Nehmen" zu erzielen.

Das sah auch Markus Stig-loher (CSU) so: "Wir wollen die öffentlichen Stellplätze, da muss man einen Deal machen." Ins gleiche Horn stieß sein Fraktionskollege Konrad Gartmeier: "Gefallen tut's mir nicht, aber ich kann damit leben, wenn wir die Parkplätze bekommen." Hierzu müssen laut Bürgermeister Felix Schwaller allerdings noch etliche Details geklärt werden.

Krämer betonte noch einmal, dass es sich bei den vorliegenden Entwürfen nicht um eine Investorenplanung handle. Die nun reduzierte Bebauung sei mit der Verwaltung abgestimmt worden.

Eine massive Zunahme des innerstädtischen Verkehrs durch den Zuzug befürchteten Rosemarie Matheis (ÜWG) und Josef Taufler (SPD). Letzterer bemängelte die "Münchner Vorstadt-Architektur" des Vorhabens, bei der man "das Fürchten bekommt". Das sah SPD-Fraktionssprecher Richard Lechner ähnlich. Aber: "Die Schuhkarton-Architektur grassiert nun mal. Das werden wir, wenn überhaupt, nur mit großer Mühe aufhalten können." Er gab außerdem zu bedenken, dass an dieser Stelle einst eine neurologische Klinik vorgesehen war: "Da wäre die Bebauung wesentlich dichter gewesen."

"Erpresst" fühlte sich Anita Fuchs (GOL), die mit der Planung überhaupt nicht zufrieden war. Allerdings drohe noch viel Schlimmeres, wenn eine so genannte Baulückenplanung kommen würde. Deshalb stimme sie mit der Faust in der Tasche eben doch zu.

Letztlich brachte der Stadtrat den Bebauungsplan auf den Weg und fasste den Aufstellungs- und Billigungsbeschluss mit 15:5 Stimmen. Noch vor dem Satzungsbeschluss muss das öffentliche Nutzungsrecht für die Pendlerstellplätze für die Dauer von 50 Jahren grundbuchrechtlich gesichert werden.

Eva Langwieder (Mangfall-Bote)

Rubriklistenbild: © dpa

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