Moor in modernem Ambiente

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Südwestlich der Thermalkuppel ist das neue Moorbadehaus geplant, direkt am Triftbach gelegen.

Bad Aibling - Alte Tradition, neue Ausrichtung - Bad Aibling soll wieder zum Moorheilbad werden. Dieses Ziel hat sich die Stadt gesetzt und treibt das Projekt "Moorbadehaus" in der Therme voran:

In Holzwannen soll künftig das "schwarze Gold" seine Wirkung entfalten, der Gesundheitsgast sich in modernem Ambiente wohlfühlen. Die Investition von rund 1,0 Million Euro übernehmen zu einem Großteil Beautykuppelbetreiber MMKS unter Beteiligung der Aib-Kur. Weiteren Interessenten soll das Projekt kommende Woche vorgestellt werden.

Seit vergangenem Jahr wird bereits an dem Moorbadehaus gefeilt, die Entwürfe wurden im Dezember dem Stadtrat präsentiert (wir berichteten) - seitdem laufen die Planungen und Vorbereitungen für die neue Attraktion der Thermenlandschaft. Ein Hauptpunkt: die Finanzierung.

Kosten von rund 1,0 Million Euro plus Baunebenkosten (etwa 20 Prozent) entstehen laut Thermenchef Fritz Walter Keilhauer mit dem neuen Projekt, das nun zu einem Großteil MMKS schultern will. Die Investition will Keilhauer als Mietvorauszahlung anrechnen, das Gebäude soll in Besitz der Stadtwerke/Stadt bleiben.

Hinzu kommt eine finanzielle Beteiligung von Seiten der Aib-Kur, um die Reaktivierung des Moorheilbades zu fördern. Angedacht sind aktuell 250000 Euro, vom Aufsichtsrat wurde das Projekt nach Angaben von Kurdirektor Thomas Jahn bereits begrüßt.

Dennoch hofft Jahn, weitere Beteiligungen an den Mann bringen zu können - "es ist wichtig für eine Stadt wie Bad Aibling als Gesundheitsdienstleister, in den Bereich Moor zu investieren", zeigt er sich überzeugt und zugleich optimistisch, weitere "Moor-Partner" zu gewinnen. Eine erste Präsentation des neuen Projektes vor Interessierten ist nun für kommenden Mittwoch, 30. Juni, vorgesehen.

Zurück zu den Anfängen - so umschreibt Bürgermeister Felix Schwaller das Projekt Moorbadehaus: Bereits in den Anfangszeiten des Moorheilbades Aibling waren die Selbstzahler gefragt gewesen, reiche Bürger und Fürsten gönnten sich die Mooranwendungen. "Erst in den 70er-Jahren übernahmen dann die Krankenversicherungen die Kosten für Moorkuren, damals ist die Sozialkur in der Wirtschaftswunder-Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden", erinnert Schwaller. Damit war es nach wenigen Jahrzehnten wieder vorbei: Von 1996 an zogen sich die Krankenkassen im Zuge der Gesundheitsreformen mehr und mehr von den teuren Moorbadekuren zurück. "Ab dem Jahr 2000 war Schluss mit den Kassenpatienten und auf die Privatzahler war man noch nicht ausgerichtet", wusste der Bürgermeister, viele Moorbadeeinrichtungen mussten schließen.

Das soll sich nun ändern: weg vom gefliesten Krankenhaus-Charakter, hin zur Wohlfühlatmosphäre und damit wie geschaffen für den gesundheitsbewussten Privatzahler - "der Anspruch der Gäste hat sich gewandelt", betonte Schwaller im Gespräch mit unserer Zeitung. Das geplante Moorbadehaus soll mit insgesamt fünf Holzbadewannen in angenehmem Ambiente - Schwaller: "unser Alleinstellungsmerkmal" - bestückt werden, Betreiber MMKS rechnet mit bis zu 50 Anwendungen pro Tag. Denn: Moor sei immerhin bei Erkrankungen wie Rheuma, Gicht etc. eine Alternative zu Cortison, rührte Kurdirektor Jahn die Werbetrommel für das Naturheilmittel.

Gleichzeitig hofft Jahn auf einen sich verändernden Denkprozess in Sachen Gesundheit: der gesundheitsbewusste Selbstzahler, der beispielsweise seinen Urlaub mit Gesundheitsanwendungen verbindet. "Gäste können bei uns bereits Gesundheitschecks buchen, wir vereinbaren die Termine und regeln alles bis zur Ankunft", so Jahn zum neuen Service der Aib-Kur. Der Kurdirektor sieht in seiner Stadt eine hohe Kompetenz in Sachen Gesundheit und Medizin mit allein 130 Dienstleistern - diese reichen von Kliniken über niedergelassene Ärzte bis hin zu Heilpraktikern und weiteren Experten.

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