Diskussion um Videoüberwachung

Bad Aibling - Nach dem Überfall auf eine 21-Jährige im Aiblinger Stadtzentrum in der Nacht auf Donnerstag werden die Diskussionen um stärker greifende Sicherheitsvorkehrungen wieder laut.

Abhilfe verspricht man sich unter anderem von Videoüberwachungen.

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Bürgermeister Felix Schwaller erfuhr in seinem Urlaub von dem Übergriff, bei dem die junge Frau auf dem Nachhauseweg von einem Unbekannten offenbar zunächst verfolgt, dann betäubt und unsittlich berührt worden war. Wie viele andere zeigte auch er sich bestürzt über den Vorfall und die Tatsache, dass dieser sich mitten in der Stadt - im Bereich des Holzstegs über die Glonn gleich neben der Münchner Straße - abgespielt hat.

Der Bürgermeister will sich in der kommenden Woche mit der Polizei Bad Aibling in Verbindung setzen, um über mögliche bessere Sicherheitsmaßnahmen in der Innenstadt zu beraten. Hier kommt es, wie berichtet, immer wieder zu Randalen, von Sachbeschädigung und Wildbieslerei über Ruhestörung bis zu Schlägereien.

Schwaller geht davon aus, dass auch das Thema Videoüberwachung erneut aufs Tapet kommen wird. Ein erster Schritt dazu erfolgt gerade an Rathaus und Marienplatz, wo Kameras installiert werden. Was auf öffentlichen Plätzen weniger problematisch ist, ist andernorts jedoch nicht ganz einfach und bedarf einer eingehenden rechtlichen Prüfung, wie auch Markus Reiter erklärt. Der Leiter der Polizei Bad Aibling hält eine Video-Überwachung "an geeigneten Orten und Kriminalitätsschwerpunkten aber grundsätzlich für eine gute Sache."

Eine Verstärkung der Be-streifung der Innenstadt ist ihm zufolge nicht vorgesehen: "Dieser Bereich ist ohnehin schon einer der Schwerpunkte, an dem nachts die Zivilstreife unterwegs ist."

Aber auch über einen möglicherweise verstärkten Einsatz der Stadtstreife in Zeiten wie zwischen den Jahren mit vielen Feiertagen und bei milder Witterung im Winter wird eventuell noch einmal diskutiert werden, meinte Schwaller auf Anfrage.

Aktuell ist der von der Stadt beauftragte Sicherheitsdienst, wie berichtet, auch im Winter jeden Freitag und Samstag von 23 bis 4 Uhr unterwegs. "Doch ein Restrisiko bleibt immer", gibt der Bürgermeister zu bedenken. Der Überfall auf die 21-Jährige hatte sich am Donnerstag zwischen 4 und 5.45 Uhr ereignet.

Bezüglich sachdienlicher Hinweise setzen die Ermittler hier nun unter anderem auf Anwohnerbefragung und möglicherweise Aufnahmen aus privaten Überwachungskameras. Solche nämlich haben sich Innenstadtbewohner teilweise aufgrund der vielen nächtlichen Störungen besorgt - mit, wie von einigen zu hören ist, ganz guten Erfolgen: "Die Vorfälle vor unserem Haus sind seither und seit dem zusätzlichen Einsatz der Stadtstreife auch in der kalten Jahreszeit zurückgegangen", berichtet ein Anlieger.

Er wünscht sich auch, dass die Bürger noch besser zusammenhalten und noch intensiver mit der Polizei zusammenarbeiten, was die Verfolgung diverser Vergehen angeht.

Nachdem gerade in jüngster Zeit aber generell im Bereich Bahnhof- und Münchner Straße wieder vermehrt lärmende und höchst aggressive Betrunkene nachts die Gegend unsicher gemacht hätten, wolle man sich unter Nachbarn auch noch einmal zusammensetzen, beratschlagen und eine weitere Befragungsaktion starten.

re/Mangfall-Bote

Rubriklistenbild: © pa

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