Bad Aibling hat eine neue Schule

Jubel übers Lehrerzimmer: Gisela Gartz räumt ein.

Bad Aibling - Die Kurstadt hat eine neue Schule - seit knapp zwei Wochen läuft der Unterricht am Standort Mietraching auf dem B&O-Gelände: Die "Raphael-Schule Bad Aibling" ist eine heilpädagogische Einrichtung.

Nach dem Umzug aus den Gasträumen der Waldorfschule Rosenheim - Notlösung für zwei Jahre - können nun alle aufatmen. Die "neue Freiheit" ermöglicht überdies die Einrichtung einer weiteren Klasse. Auch diese Kinder finden dann ein "Schmuckstück" vor, an dem weiter geschliffen wird (Räume, Außenanlagen). Ein Rundgang bestätigt dies.

Träger der Raphael-Schule Bad Aibling (vormals: Rosenheim) bleibt der Förderverein "Freie Heilpädagogische Waldorfschule Rosenheim und Umgebung". Der Verein mit seinen engagierten Eltern packte nicht nur den Umzug eigenhändig an, er sorgte auch für Umbau, Anstrich und Säuberung der vielen Räume im Gebäude 335 auf dem B&O-Gelände. Ein langgestreckter, teils zweigeschossiger Bau mit ellenlangen Fluren, die durch ein ideales Farbkonzept sonnendurchflutet auch bei trübem Wetter scheinen.

Raum der 4./5.Klasse: endlich Pulte - auch rollstuhlgerecht.

Die Zimmerwände sind ebenfalls in Sonnengelb lasiert, im Eingangsbereich mit Treppenhaus wirkt leichte Fliederfarbe - sie kaschiert den Kunststoffboden aus US-Military-Zeiten. So "träumen" Lehrer und Eltern davon, "dass wir Gönner finden, die uns hier noch unter die Arme greifen können", sagt Gisela Gartz, Tagesstättenleiterin und Vorstandsmitglied des Fördervereins.

Neue Holzböden, selbst verlegt in den Klassen- sowie den separat liegenden Therapieräumen (Physio- und Ergotherapie, Heileurythmie, Logopädie), die umfangreiche Renovierung, Zusatzmobilar etc. - all das verschlingt sehr viel Geld, Zuschüsse der Regierung gibt es nicht dafür. Fest eingeplant ist dennoch ein Treppenlift mit Doppelfunktion: für gehandicapte Schüler, aber auch, um Servierwagen in den ersten Stock zu transportieren.

Jeder Klasse sind ein bis zwei Nebenräume wie Lese-/Ruheraum zugeordnet, bunt eingerichtet. Hier erhalten ein bis drei Kinder Kleingruppenförderung. Teeküchen finden sich auf den Fluren, die Schulküche wird in etwa acht Wochen bestückt sein und auch einen Werkraum will der Verein einrichten.

Zum Jubel des Kollegiums hat dieses "endlich ein Lehrerzimmer", so Gisela Gartz (neben einer Mitarbeitertoilette, das gab es in Rosenheim nicht). Doch "sollte das Zimmer noch gebraucht werden für die neue Klasse, ziehen wir selbstverständlich in einen kleinen Raum um".

Im September richtet die Raphael-Schule Bad Aibling zu den drei jahrgangskombinierten Klassen mit insgesamt 25 Kindern eine weitere mit neun Schülern ein (erstes/zweites Schuljahr).

Notwendige Spielecke.

Bedarf und Anfragen lassen nicht nach. Für den Schul- und Tagesstättenaufwand bekommt die Schule staatliche Fördermittel. Aber: Den Einzugsbereich der Schule begrenzte die Regierung von Oberbayern beim Genehmigungsbescheid 2007 (Gründungsjahr) auf Stadt und Landkreis Rosenheim.

So entfällt für Kinder, die nicht aus Wasserburg, aus Mietraching, Bad Feilnbach, Kleinhöhenrain, Großkarolinenfeld und Rosenheim kommen, sondern aus Übersee und dem Landkreis Miesbach die staatliche Förderung. Gisela Hartz: "Dagegen läuft seit langem eine Klage."

Die Raphael-Schule Bad Aibling bietet auch eine integrierte Tagesstätte, sie ist privates Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Die Unterrichtsinhalte sind im staatlich anerkannten Lehrplan der Waldorfschule vorgegeben und werden therapeutisch vertieft. 31 Mitarbeiter - Lehrer, Therapeuten, Verwaltung - haben in dem neuen Haus auf dem B&O-Parkgelände für zunächst sieben Jahre (Mietvertrag) nun eine neue Heimat gefunden.

Alle stecken weiter voller Tatendrang: Denn eine Einweihung ist erst geplant, wenn die Außenanlagen fertig sind. Auf einem Teil der Hoffläche lässt sich gut radeln, im zweiten Bereich sind Kletterwand, Schaukel, Sandkasten, Gemüsebeet, Wasserspiel, ein "Wasserkanal" zum Schiffchen fahren vorgesehen.

Aufgang: flieder und lila.

Wie schon beim Malern, so werden die Kinder auch hierbei mithelfen. Zusammen mit Aiblinger Firmlingen, die um ein Sozialprojekt nachfragten, und den Schülern wird Ende März/Anfang April die Begrenzungsmauer des Innenhofs saniert und Zaunlatten drauf gesetzt.

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