Anpfiff für Abc-Elfmeterschützen

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Bad Aiblings Bürgermeister Felix Schwaller beim Enthüllen des Logos.

Bad Aibling - Auch künftige Nationalspieler und Profisportler müssen zunächst die Schulbank drücken. Die Privatschule des DFI startete sogar schon drei Tage eher ins neue Schuljahr.

Bereits drei Tage vor dem offiziellen Schulbeginn in Bayern startete die Privatschule des Deutschen Fußball Internats (DFI) am Montag mit dem Unterricht. Doch zuvor gab es eine feierliche Eröffnungsparty. Dabei wurde unter anderem das künftige Lehrer- und Trainerteam vorgestellt und jeder Schüler bekam, passend zum ersten Schultag, eine Schultüte überreicht.

In den Augen von DFI-Geschäftsführer Thomas Eglinski ist es das Einatmen der oberbayerischen Luft, die zum Geschichteschreiben verleite. "Wir haben hier etwas geschaffen, das europaweit einmalig ist - ein Fußballinternat mit einer integrierten Privatschule. So etwas gibt es nicht bei Bayern München, Real Madrid oder Inter Mailand!"

Dementsprechend hochgesteckt seien die Ziele dieser Einrichtung: "Das DFI entwickelt sich durch die Privatschule zu einem Elitesportcampus für künftige Profisportler. Wir möchten es jedem Kind ermöglichen, seinen ganz großen Traum zu verwirklichen. Ich wünsche mir, dass Nationalspieler aus dem DFI hervorgehen." Zwar habe man in Person von Lukas Culjak schon einen Nationalspieler in DFI-Reihen, leider spiele der aber für die falsche Nachwuchs-Nationalmannschaft, bedauerte Eglinski mit einem Augenzwinkern. Culjak stehe momentan, neben seinem Einsatz beim FC Bayern, nämlich in Diensten der kroatischen Nationalelf.

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Bürgermeister Felix Schwaller war ebenfalls unter den geladenen Gästen und konnte sich noch gut an die erste Begegnung mit DFI-Geschäftsführer Eglinski erinnern. "Wir trafen uns das erste Mal im März 2010. Mir wurde vermittelt, dass es da einen Mann gibt, der in Bad Aibling irgendwas mit Fußball machen möchte." Nach einigen Gesprächen habe der Bürgermeister den fußballbegeisterten Eglinski in den Stadtrat eingeladen, um seine Pläne vorzustellen. Dabei sei man zum Entschluss gekommen, dass es nichts Schöneres gäbe, als die schönste Nebensache der Welt mit Jugendarbeit und Bildung zu verbinden. "Natürlich gab es auch Vorbehalte, wie so etwas mit einer Privatschule gehen soll", gab Schwaller zu. Doch nachdem er den Tatendrang Eglinskis erlebt habe, hätten sich diese Bedenken in Luft aufgelöst.

So arbeiten laut dem Geschäftsführer nun 45 Leute am DFI, die Stadt Bad Aibling könne außerdem 20 neue Mitbürger begrüßen. Die meisten Arbeitsplätze beanspruche dabei der Trainer- und Lehrerstab.

Im Gegensatz zu den DFI-Trainern, die nun schon seit einem Jahr Tag für Tag auf dem Fußballplatz aktiv sind, betreten die künftigen Privatschullehrer unter der Leitung von Silvana Schepke Neuland am DFI. Dennoch, so versprach die Pädagogin, werde dort "jeder aus vollem Herzen Lehrer sein". Zugleich ermahnte sie ihre künftigen Schützlinge: "Wir sind keine Zauberkünstler. Wir sind Gärtner, die euch hegen und pflegen - aber wachsen müsst ihr selbst."

Nachdem sich Trainer und Lehrer den anwesenden Gästen kurz vorgestellt hatten, wurde es für die fußballerisch begabten Abc-Elfmeterschützen ernst: Sie wurden mit Namen aufgerufen und erhielten die dem Anlass entsprechenden Schultüten von ihren neuen Lehrern überreicht. Nach der Segnung durch die beiden Aiblinger Pfarrer bat Eglinski das versammelte Publikum, sich für die Nationalhymne zu erheben: zu den Klängen des Deutschlandlieds wurde die DFI-Privatschule-Flagge gehisst. Anschließend musste Bürgermeister Schwaller nur noch das obligatorische rote Eröffnungsband durchschneiden und das Logo über der Eingangstür enthüllen. Dann hatten die Schüler noch eine Stunde Zeit, um sich mit Weißwürstl, Wiener oder Kuchen zu stärken, ehe sie der erste Schulalltag nach den Sommerferien endgültig einholte.

Methodisch und Inhaltlich beruht die DFI-Privatschule auf dem Lehrplan der Realschule und startet mit den Klassen fünf bis zehn. Als Fachrichtung wurde der Wirtschaftszweig gewählt. Durch das integrierte Lerninstitut sollen die Kinder ihren Sport und das Lernen besser miteinander verknüpfen können. Auf dem Stundenplan stehen laut Eglinski neben den üblichen Fächern täglich zwei Stunden Sport, die Klassenstärke umfasse maximal 18 Schüler. Pro Kind betragen die Schulkosten monatlich 750 Euro. Insgesamt bietet die Einrichtung 96 Kindern Platz.

Manuel Bonke/Oberbayerisches Volksblatt

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