Rötlicher Farbton für Rathausfassade

OVB
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Für diese Farbvariante der neuen Rathausfassade entschied sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung mit 14:8 Stimmen.

Bad Aibling - Die Holzfassade des neuen Aiblinger Rathauses am Marienplatz wird sich künftig in einem leicht rötlichen Ton präsentieren. Der Stadtrat entschied sich nun für diese Variante.

Der Stadtrat entschied sich in seiner jüngsten Sitzung für diese Variante und schloss sich mehrheitlich der Meinung der Architekten und der Verwaltung an, dass sich dieser Ton am eindrucksvollsten in das Gesamtensemble Marienplatz einfüge. Es sei "die eleganteste Lösung" aus den drei vorgeschlagenen Varianten.

"Wir mischen seit Dezember mit Firmen die Farbmuster", erklärte Architekt Robert Hösle von Behnisch Architekten München dem Stadtrat, der sich bei strömendem Regen an der Münchner Straße/Ecke Färbergasse noch einmal ein Bild von den drei zur Wahl stehenden Farbtönen machte. Diese sind dort auf verschiedenen Tafeln an der Kragplatte des Rathauses angebracht (wir berichteten).

Hösle empfahl den Kommunalpolitikern, die Tafeln aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten: "Ein und dieselbe Farbe wirkt je nach Lichteinstrahlung immer unterschiedlich." Aus diesem Grund riet er auch davon ab, sich für zwei verschiedene Farbtöne zu entscheiden. Nicht zuletzt würde auch die Maserung für einen aufgelockerten Eindruck sorgen: "Durch die unterschiedliche Schnittrichtung des Holzes wird die Fassade lebendig gestaltet."

Die Stadträte begutachteten vor der Entscheidung noch einmal die Farbvorschläge an der Rathausbaustelle von der Färbergasse aus.

Zur Debatte seien beim Material laut Hösle Fichte, Eiche und Lärche gestanden. Für Letzteres habe man sich unter anderem auch wegen des hohen Preisunterschiedes im Vergleich zu Eiche (40 Prozent) entschieden. Die nun ausgewählte Drei-Schicht-Lärchenholzplatte erhält eine spezielle Lasur. Der Lack sei hagelfest und verhindere ein Nachdunkeln oder Verwittern der Platten (zehn Jahre Herstellergarantie), versicherte Hösle. Ihm zufolge wurden die ersten Häuser mit derartigen Platten Anfang der 90er Jahre gebaut. "Und die Farblichkeit ist bis heute erhalten", so der Planer.

Der Architekt erklärte den rötlichen Farbton als Favoriten des Planungsbüros, räumte aber ein, dass die Entscheidung sehr schwierig sei. Die hellere Variante (von der Schmiedgasse aus gesehen links) wirke "sehr holzig" und zeige eine sehr starke Maserung. Auch die Verwaltung empfand sie in ihrer Stellungnahme als zu hell und eher gelblich. Es sei zu befürchten, dass der Kontrast zur umliegenden Bebauung viel zu schwach heraus komme.

Das Farbbeispiel in der Mitte wirke hingegen "ein bisschen bräunlich neblig" (Hösle). Der Ton sei zudem sehr dunkel und könnte - so die Verwaltung - den Gesamteindruck unter Umständen zu stark und wuchtig erscheinen lassen. Die rechte Variante hingegen bezeichneten Architekt und Bauamt als die frischeste und eleganteste. "Dadurch wird das Haus zur Nummer Eins am Platz", ist sich Hösle sicher. Den Vorschlag von Josef Schmid (CSU), die Kanten des Gebäudes mit Platten in einem leicht dunkleren Ton zu versehen, nahm der Planer gerne auf: Man könne ein Farbspiel in der Nuance erzeugen.

Dr. Reiner Keller (SPD), der den hellen Ton am schönsten fand, bedauerte, dass nicht mehr Leute in die Entscheidung mit einbezogen wurden. Seine Sorge um die Stabilität der Platten bei Hagelereignissen entkräftete Hösle: Man habe die Platten mit einem Hammer bearbeitet. Selbst kräftige Schläge hätten nur kleine Dellen hinterlassen. Da Hagel zudem nicht frontal auf die Fassade treffe, sehe er diesbezüglich keine Probleme.

Rosemarie Matheis (ÜWG) favorisierte zwar auch den rötlichen Ton, für den sich der Stadtrat letztlich mit 14:8 Stimmen entschied, hatte jedoch Bedenken, ob man sich daran mit der Zeit nicht absehe. Ihr Fraktionskollege Dieter Bräunlich vermutete, dass nach zehn Jahren Probleme mit der Holzfassade auftreten und meinte: "Eine Putzfassade hält viel länger." Dem hielt Max Leuprecht (GOL) entgegen, dass Holz bei entsprechender Qualität sehr lange Bestand habe. Die Platten und Farbtöne seien auch reproduzierbar, erklärte der Planer auf Anfrage von Markus Stigloher (CSU).

Architekt Stefan Leissle erläuterte noch Details zur Konstruktion der Fassade, die seinen Worten zufolge auch "atmen" könne (Anfragen von Maria Eder, CSU, und Richard Lechner, SPD), bevor Hösle auf den seinen Worten zufolge "sportlichen Zeitplan" für den Rathausbau einging: "Wir setzen alles daran, das Gebäude bis zum Winter dicht zu kriegen, um dann mit den Innenarbeiten fortfahren zu können." Der Rohbau soll möglichst bis Ende Oktober stehen. Dann könne man bereits beginnen, die Fassade zu montieren.

Mangfall-Bote

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