Sportbad: Keine neue Standortdiskussion

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Der Sportbad-Standort steht fest: Vom Prantseck geht es in ein paar Jahren in den Sportpark Mietraching.

Bad Aibling - Der Standort des neuen Aiblinger Sportbads steht nicht zur Debatte: Vom Prantseck geht es in ein paar Jahren in den Sportpark Mietraching.

Nicht zur Debatte steht der von Teilen des Stadtrates für das neue Aiblinger Sportbad von Anfang an favorisierte Standort westlich des Schulgeländes. Dies machte Bürgermeister Felix Schwaller in der jüngsten Sitzung noch einmal deutlich: "Dort entsteht einmal eine neue Turnhalle des Landkreises."

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Der Sportpark Mietraching sei nicht der ideale Standort, betonte Rudi Gebhart (ÜWG) gleich zu Beginn der Diskussion. Die von vielen gewünschte Alternative am Westend sei seiner Meinung nach nicht gründlich genug unter die Lupe genommen worden. Als einen der Vorteile eines Bades nahe des Schulzentrums nannte er die Einsparung an hohen Buskosten. Diese fielen nämlich an, wenn man die Schüler zum Schwimmunterricht bis nach Mietraching fahren müsste. Zudem sei dieser Standort näher am Bahnhof und somit auch für auswärtige Nutzer günstiger gelegen.

Diese Debatte wollte Schwaller jedoch nicht mehr führen: "Das mache ich nicht mit, dass jetzt wieder gebremst und alles von vorne angefangen wird." Mietraching stehe als Standort fest, lediglich die genaue Platzierung auf dem dortigen, stadteigenen Sportgelände sei noch eine Frage der Umsetzung, der Kosten und des Betriebes.

Das Gelände westlich des Schulzentrums hingegen habe die Volksbank-Raiffeisenbank für ihr Dienstleistungszentrum erworben. Ein Teil davon werde für die Erweiterung des Schulzentrums abgegeben, so der Bürgermeister. Dort sei eine Sporthalle des Landkreises für die weiterführenden Schulen geplant. Außerdem sei er sich sicher, dass der Kreistag niemals zustimmen würde, dass die Stadt dieses Gelände kauft. Weiteres Argument, das gegen ein Bad an dieser Stelle spreche: die "äußerst prekäre Verkehrssituation", die dort entstehen würde.

Letztlich beschloss der Stadtrat einstimmig, nach dem Konzept für die weitere Vorgehensweise zu verfahren, die im Hauptausschuss bereits besprochen wurde. Dies beinhaltet den Erwerb des bestehenden, maroden Hallenbades Prantseck mit Umgriff entsprechend dem Entwurf zu einem Kaufvertrag vom 7. Januar sowie die Auftragsvergabe an den Architekten. Die Beschlüsse dazu werden die politischen Gremien in ihren nächsten Sitzungen fassen. Zwischenzeitlich müssen laut Schwaller noch juristische Details mit den jetzigen Eigentümern und Anwälten geklärt werden.

Finanziert werden sollen der Grundstückserwerb und die Errichtung des Sportbades dem Konzept zufolge über die Grundstücksbeschaffungs- und -erschließungs-GmbH Bayerngrund. Gemäß diesem Modell war die Stadt einst auch beim Gewerbegebiet Markfeld verfahren, wie Schwaller gegenüber unserer Zeitung erklärte.

Nach Inbetriebnahme des neuen Sportbades soll das Grundstück Hallenbad Prantseck veräußert werden. Dass der Betrieb des neuen Bades dem Verein Sportbad Bad Aibling übertragen wird, stand für die Kommunalpolitiker bereits im Vorfeld außer Frage.

Zu den mittlerweile ins Spiel gebrachten Kosten von sieben Millionen Euro für das Projekt Hallenbad befragt - bisher war von 6,5 Millionen Euro die Rede - erklärte Schwaller auf Anfrage unserer Zeitung, dass hier noch ein Puffer mit eingerechnet sei. Zudem gehe auch der Landkreis Rosenheim in Berechnungen von derselben Summe aus.

Wie berichtet, rechnet Schwaller mit erheblichen Fördermitteln von staatlicher Seite und hofft zudem auf weitere Zuschüsse. In einem Sportbad für die Bürger, Schüler und Vereine sieht der Rathauschef im Übrigen durchaus eine Pflichtaufgabe der Kommune.

Wie man mit den nach Abzug der Zuschüsse verbleibenden Kosten dann verfährt, müsse jedoch noch exakt abgeklärt werden. Ab 2016/17 würden diese bei etwa vier bis fünf Millionen Euro liegen, schätzt Schwaller. Entweder übertrage man diese dann in den städtischen Haushalt oder belasse sie bei der Bayerngrund. Wobei man aber auch hier bei Zins und Tilgung auf Unterstützung von überörtlicher Seite hoffe. Schließlich kämen 80 Prozent der Schulklassen, die das Sportbad nutzen, nicht aus Bad Aibling, sondern anderen Landkreiskommunen.

Eva Langwieder (Mangfall-Bote) 

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