Aibling: Verbund mit zwei Schulen?

Bad Aibling - Die bisherige Hauptschule soll Mittelschule werden und einen qualitativ verbesserten M-Zug (Mittlere-Reife-Zug) anbieten – so die Pläne des bayerischen Kultusministeriums.

Zeitpunkt: ab Schuljahr 2010/2011. Voraussetzung: Mindest-Schulstärke von 300 Schülern und bestimmte Angebote. Das zwingt zu Verbünden. Für Bad Aibling gibt es diese Option: Verbund mit den Hauptschulen Ostermünchen und Großkarolinenfeld.

Bad Aibling - Über diese Möglichkeit wurden bereits die Bürgermeister unterrichtet. Bis dato hatte es Gespräche auch im Aiblinger Rathaus mit dem Staatlichen Schulamt sowie ein Treffen der Bürgermeister aus dem westlichen Landkreis zum Thema gegeben. Auch die Schulleiter waren eingebunden und hatten sich nach Informationen unserer Zeitung zu dem vom Schulamt vorgegebenen Option zustimmend geäußert. Während Helmut Elsner (Aiblinger Hauptschule St. Georg) wegen Erkrankung gestern nicht erreichbar war, lehnte der Ostermünchner Schulleiter Rudolf Lechermann jeglichen Kommentar ab.

Auch andere Verbünde sind für Bad Aiblings "einzige" Hauptschule St. Georg denkbar (Luitpoldschule als Hauptschulzweig läuft aus, wir berichteten) - zum Beispiel mit Heufeld oder mit Feldkirchen-Westerham. Aber: Dann würde die jeweils andere Gemeinde/Hauptschule in "der Luft hängen", wie Bürgermeister Felix Schwaller auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte. Und auch der Verbund mit Bad Feilnbach ist eingedenk der Schulwege/Schülertransports demnach zu umständlich.

Feldkirchen-Westerham und Heufeld sind mit einem eventuell geteilten M-Zug (zugunsten der Erreichbarkeit für Schüler aus Aying und Weyarn) als Schulverbund geplant. Derweil hat sich in Bad Feilnbach der Schulleiter für einen Verbund mit Raubling ausgesprochen. Ein Grund für dieses Votum: Der in Raubling bereits angebotene M-Zug.

Diesen offeriert auch Großkarolinenfeld für den Aiblinger Verbund. Die Schule hat derzeit zwölf Hauptschulklassen mit 254 Schülern; St. Georg in Bad Aibling: neun Klassen mit 180 Schülern; Ostermünchen: sechs Klassen mit 120 Hauptschülern - diese Hauptschule hätte ohne den Verbund bei Installierung der Mittelschule keine Chance zu überleben, so das Fazit des Aiblinger Bürgermeisters aus den Gesprächen mit dem Schulamt.

Für die Stadt Bad Aibling schien das Thema Mittelschule zunächst weit weg; durch den Protest des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands zu den Plänen von Kultusminister Ludwig Spaenle (BLLV: "Enttäuschung und Entsetzen") ist das Thema nun verstärkt in der Öffentlichkeit. Schwaller zufolge sollte in der Sitzung am kommenden Donnerstag der Schulrat und fachliche Leiter des Schulamtes, Wolfgang Tauber, dem Stadtrat deshalb erste Informationen zur geplanten Mittelschule und seinen strukturellen Auswirkungen geben. Aufgrund der umfangreichen Tagesordnung aber wurde dies verschoben auf die Februar-Sitzung (25.), dann aber laut dem geschäftsführenden Beamten Peter Schmid nicht öffentlich.

Offiziell und öffentlich will das Schulamt laut Stadt das Thema im April/Mai machen. Bis dahin hoffen alle Beteiligten auf Klärung weiterer Fragen - viele sind noch offen, beispielsweise die nach dem Zeitpunkt der gesetzlichen Regelungen oder nach den Transportkosten für die Schüler.

Die Schülerbeförderung zu einem M-Zug ist bislang Sache des Landkreises - diese Kosten sollen nach Angaben von Schwaller dann auf die Gemeinden zukommen. Er sieht aber für Bad Aibling weniger Aufwand angesichts hiesiger Alternativen (Wirtschaftschule sowie Realschule).

Unterdessen rüsten die Hauptschulen auf - durch Ganztagsangebote. In St. Georg soll 2014/2015 endgültig der Hauptschulzweig der Luitpoldschule übernommen sein (dann laut Schulamt zirka 278 Hauptschüler); eine offene/gebundene Ganztagsschule ist in Planung (offen heißt klassenübergreifend). Das Ganztagsangebot liefe bis 16 Uhr mit Betreuung durch Fachkräfte. Die Georgsschule bietet berufsorientierte Zweige an, auch Großkarolinenfeld. Hier ist die "Ganztagsschule" ebenso Thema, wie dito in Ostermünchen, das derzeit noch berufsorientierte Zweige vollständig bereit gestellt.

Die Berufsorientierung beinhaltet zwei Stunden Unterricht/Woche in den Fächern Technik, Wirtschaft, Soziales, die achten Klassen haben eins der Fächer zur Wahl. Kommt der Schulverbund, ist unter Umständen eine Fahrt an eine andere Schule des Verbundes notwendig.

Rubriklistenbild: © dpa

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