"Zither am Berg" gern gesehen

Bad Aibling - Von dem im Herbst geplanten Festival "Zither am Berg" verspricht sich Bad Aibling als einer der Austragungsorte einen guten Werbeeffekt.

Deshalb bewilligte der Hauptausschuss in seiner jüngsten Sitzung - wenn auch mit knapper Mehrheit - einen Zuschuss in Höhe von 1500 Euro für diese nationale Veranstaltung. Auch für die Miete des Kurhaussaales gibt es einen Zuschuss.

Wie Bürgermeister Felix Schwaller erklärte, möchte der Deutsche Zithermusik-Bund seine dreitägigen Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich seines 50-jährigen Bestehens in der Region durchführen. Vom 27. bis 29. September sind deshalb in Bad Aibling, Kolbermoor und auf dem Wendelstein Konzerte, Klanginstallationen, Workshops und Ausstellungen geplant. Als Festivalzentrum ist dabei das Aiblinger Kurhaus vorgesehen.

Doch auch in der Reithalle von Schloss Maxlrain soll es nach derzeitigem Planungsstand zu interessanten Begegnungen kommen. Unter anderem bestreiten Musikanten aus dem alpenländischen Raum gemeinsam mit Musikern an den chinesischen Zitherarten Gzuheng und Guqin ein grenzüberschreitendes Volksmusikprojekt. In der Kirche in Berbling ist zudem eine Matinee mit Werken aus dem Frühbarock vorgesehen.

Malerisch wird es auf dem Wendelstein: Von der "Alpen-Idylle in der Zahnradbahn" über die Klanginstallationen "Gacher Blick" oder "ALPsides" bis hin zu Kurzkonzerten, unter anderem mit Georg Ringsgwandl, reicht hier die Palette.

Nach Auskunft des Veranstalters (Deutscher Zithermusik-Bund in Zusammenarbeit mit Kulturförderverein Mangfalltal in Maxlrain) ist das Gesamtprogramm so ausgelegt, dass sowohl regionale Musiker als auch überregionale Künstler das Wochenende gestalten.

Zwischen Tradition und Avantgarde

Die geplanten Veranstaltungen bewegen sich zwischen Tradition und Avantgarde. Alle Aktionen, vor allem aber die Workshops und die Podien, zielen dabei auf nachhaltige Jugendarbeit ab. Die drei Tage bieten den jungen Musikern zudem eine Plattform für Begegnungen und Austausch.

Auch soll das gängige Bild der Zither in der Öffentlichkeit - laut Veranstalter teils "fad, angestaubt, altmodisch" - aufgebrochen und verändert werden. Man will dazu beitragen, das Instrument - lange Zeit das bayerische Nationalinstrument schlechthin - vor dem Vergessen zu bewahren.

Die Gesamtkosten beziffert der Veranstalter auf knapp 90.000 Euro, wobei Reisekosten, Übernachtung, Honorare und Technik bereits 51.600 Euro ausmachen. Bestritten werden sollen die Ausgaben durch Einnahmen von Eintrittsgeldern, Eigenleistungen, Mittel von privaten Sponsoren sowie öffentliche Zuwendungen.

Die bei der Stadt Bad Aibling beantragten 5000 Euro erschienen den Mitgliedern des Hauptausschusses jedoch zu hoch. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, zusätzlich zu der in Aussicht gestellten Saalmiete im Kurhaus (1428 Euro brutto) einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 500 Euro zu gewähren - als Förderung für die Musikpflege.

Als "tolle Geschichte mit super Werbeeffekt" bezeichnete es Rudi Gebhart (ÜWG), dass sich die Organisatoren für die Kurstadt als einen der Austragungsorte dieser nationalen Veranstaltung entschieden habe.

Nicht nur durch die TV-Übertragungen, sondern vor allem auch durch die zu erwartende Anzahl von Übernachtungen - Gebhart schätzt sie auf 300 bis 400 an mindestens drei Tagen - profitiere die Kurstadt. Von daher schlug er vor, den einmaligen Zuschuss von 500 auf 1500 Euro - zusätzlich zum Zuschuss bei der Saalmiete - zu erhöhen.

"Wenn die Veranstaltung wirklich so außergewöhnlich ist, dann sollten wir die 1500 Euro bewilligen", meinte auch Thomas Höllmüller (CSU). Erwin Kühnel (CSU) wunderte sich, dass nicht auch bei der Stadt Kolbermoor (dort sind im Kesselhaus Veranstaltungen geplant) ein Zuschussantrag gestellt worden sei. Und Dr. Birgitt Matthias meinte: "Ich hoffe nur, dass nicht die ganze Kalkulation allein auf Zuschusshoffnungen beruht. Es wäre nicht das erste Mal, dass später noch weitere Anträge kommen."

Mit 6:4 Stimmen folgte das Gremium letztlich Gebharts Antrag und bewilligte eine Zuschusssumme in Höhe von 1500 Euro.

Eva Langwieder (Mangfall-Bote)

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Mangfalltal

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT