Schwerlastverkehr muss draußen bleiben

Bad Aibling - In Zukunft darf nicht mehr jeder Lkw durch die Thürhamer Straße rollen. Wie schwer ein Lastwagen dort maximal sein soll, ist noch nicht entschieden.

Das Befahren der Thürhamer Straße für schwere Lkw soll künftig mittels Tonnage-Beschränkung wieder unterbunden werden. Der Stadtrat kam diesbezüglich in seiner jüngsten Sitzung einem Antrag der dortigen Anwohner in Teilen nach. Die geforderte Beschränkung auf 3,5 Tonnen und den Ausschluss von Sondergenehmigungen allerdings sah das Gremium als nicht praktikabel an.

Würde bei einer Beschränkung auf 3,5 Tonnen keine Sondergenehmigung erteilt, hätte dies zur Folge, dass weder Winterdienst noch Müllabfuhr noch Linienbusverkehr möglich wären, erklärte Thomas Gems vom städtischen Tiefbauamt. Auch der Wertstoffhof müsse dann umgesiedelt werden.

„Ohne Sondergenehmigungen geht´s nicht und überdies wäre eine Beschränkung auf 7,5 Tonnen sinnvoller“, war deshalb der Tenor seitens des Stadtrates. Dass etwas geschehen muss, darin waren sich die Kommunalpolitiker aber einig: „Die Thürhamer haben lange genug gelitten, da ihre Straße bei den großen Baumaßnahmen in den letzten Jahren als Umleitungsstrecke alternativlos war.“ Das wurde auch durch Zurufe aus den Reihen zahlreicher Anlieger bekräftigt: „Wir halten das nicht mehr aus“ oder „Wir sind mit unserer Geduld am Ende“, war vielfach zu vernehmen.

In dem mit zahlreichen Unterschriften versehenen Antrag hatten die Bürger darauf hingewiesen, dass die Thürhamer Straße für den Lkw- und Schwerlastverkehr nicht geeignet sei. Fußgänger und Radfahrer seien nicht ausreichend geschützt.

Ein Raunen des Unmuts ging auch durch die Besucherreihen, als Gems vorschlug, die endgültige Entscheidung erst in ein paar Wochen zu treffen. Er empfahl, nach der Freigabe des Durchgangsverkehrs in der Stadtmitte die Verkehrsströme erst einmal zu beobachten, bis sich diese wieder eingependelt hätten. Wenn die Thürhamer Straße dann nicht mehr automatisch als Umleitungsstrecke genützt werde, lägen verlässlichere Zahlen vor, die man mit der Situation vor und während der Umleitungsphase vergleichen könnte.

Bürgermeister Felix Schwaller allerdings forderte die Terminierung der nächsten Verkehrsschau durch Polizei und Verwaltung möglichst zeitnah zur Verkehrsfreigabe in der Innenstadt (ab 12. November). Schwaller gab zu bedenken, dass der Stadtrat nicht die uneingeschränkte Herrschaft über das Thema habe: „Das letzte Wort liegt bei der Verkehrsbehörde.“

Für die CSU-Fraktion stellte Thomas Höllmüller den Antrag, die Tonnage-Beschränkung – mit Sondergenehmigungen – wieder einzuführen. Dies habe man den Bürgern vor der Baumaßnahme in der Stadtmitte versprochen. Dem schloss sich für die SPD-Fraktion Richard Lechner an: „Sonst hätten wir alle ein Glaubwürdigkeitsproblem.“

Die Frage nach dem, was rechtlich überhaupt möglich sei, stellte Rudi Gebhart (ÜWG). Man müsse schon realistisch bleiben: Bei einer Beschränkung auf 3,5 Tonnen könnten nicht einmal diverse Wohnmobile oder Traktoren mit Anhänger die Straße befahren. Dies sei ein zu harter Schnitt, der kaum noch „überwachungsfähig“ sei. Anita Fuchs (GOL) hielt eine Beschränkung auf 7,5 Tonnen für vernünftig.

Einstimmig nahm das Gremium schließlich den CSU-Antrag an und beauftragte die Verwaltung, die Thürhamer Straße mit einer Tonnage-Beschränkung zu versehen. Die genaue Gewichtsangabe dazu ist mit der Straßenverkehrsbehörde abzustimmen. Die Verkehrsschau dazu soll, wie gestern vom Tiefbauamt zu erfahren war, bereits am heutigen Dienstag stattfinden. Das Ergebnis soll dem Stadtrat dann unverzüglich vorgelegt werden.

Eva Langwieder (Mangfall-Bote)

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