Altenheim: Ideallösung gefunden?

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Wohngruppen mit zehn bis zwölf Personen geben den Altenheimbewohnern einen familiären Charakter. Repros: Mann

Bruckmühl - Wie soll die Zukunft des gemeindlichen Altenheims von Bruckmühl aussehen? Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurden die Erweiterungsmöglichkeiten vorgestellt.

Ein Zusammenleben in Wohngruppen kristallisierte sich dabei als Ideallösung heraus.

In jüngster Sitzung befasste sich der Haupt- und Finanzausschuss mit der Machbarkeitsstudie des Architektenbüros Hein-Hoefelmayr aus Pullach bei München, zur Erweiterung und Sanierung des Bruckmühler Alten- und Pflegeheims. Zweiter Bürgermeister Richard Richter (CSU), der die Sitzung leitete, bezeichnete die Projektstudie als "Einstiegsinstrument" und wichtige Entscheidungshilfe für die Ratsmitglieder.

Zweck der Machbarkeitsstudie sei gewesen, zu untersuchen, ob und in welcher Form eine Erweiterung des gemeindlichen Altenheims unter Einbeziehung des Ist-Bestandes für rund 60 Vollzeitpflegeplätze und eine Tagespflege von 20 bis 25 Plätzen sowie die erforderlichen ergänzenden Einrichtungen realisiert werden könnten.

Der Altbau sollte untersucht werden, wie er in die neue Anlage integriert und welche Funktionen man künftig darin unterbringen könne. Zudem sollte ein Kostenrahmen für den Neubau sowie den Umbau und die Sanierung des Bestandes ermittelt werden.

Die Architekten wiesen eingangs darauf hin, dass sie im Vorfeld der Studie mit dem Geschäftsführer der Pflegestern Seniorenservice GmbH, Christian Kerschner-Gehrling und Dieter Kreuz von der AFA-Fachberatung, sowie den zuständigen Gemeindevertretern eng zusammengearbeitet und sich abgestimmt hätten. Danach sollte die neue Anlage auf 60 Vollzeit-Pflegeplätze (aufgeteilt in Wohngruppen), eine Tagespflegeeinrichtung (morgens hin, abends abholen) mit 20 bis 25 Plätzen aufgeteilt werden.

Für spätere Erweiterungen besteht den Architekten zufolge überdies die Möglichkeit der Realisierung in Etappen. Sie wählten deshalb eine modulare Bauweise mit Zubaumöglichkeiten auf dem Grundstück. Die Verwirklichung der Baumaßnahmen könnte zudem in drei Bauabschnitten erfolgen. Die Architekten stellten auch Alternativen (zwei- oder dreigeschossiger Bau) vor. Das Konzept ist den Architekten zufolge flexibel und könne in jede Richtung weiterentwickelt werden. Sie selbst favorisierten eine zweigeschossige Bauweise.

Kern des Konzepts ist der Studie zufolge das Prinzip der Wohngruppe, die eine Familie (familiäres Zusammenleben) darstellen soll. Sie bildet eine eigenständige Wohneinheit für zehn bis zwölf Personen, wobei jedes Zimmer seine eigene Nasszelle hat. Die Wohngruppe hat ein gemeinsames Wohnzimmer sowie einen Koch- und Speisebereich.

Die Gruppe verfügt auch über die notwendigen Nebenräume. Sie hat zudem eine Loggia oder eine Terrasse. Die Wohngruppe ist separat von einem Flur erschlossen (kein Durchgangsbereich für Bewohner anderer Wohngruppen) und die Betreuer sollten nicht ständig wechseln.

Zwei Wohngruppen könne man jeweils über einen gemeinsamen Speiseraum sowie ein Stationszimmer (als Treffpunkte) zusammenschalten. Die kleinste Wohneinheit des Raumprogramms soll den Architekten zufolge ein Einbettzimmer (Pflegezimmer) von zirka 14 Quadratmetern mit Vorraum und Nasszelle sein. Eigene Möbel, beispielsweise Kleiderschrank, können mitgebracht werden. Die Zimmer (Nasszelle) sind rollstuhlgerecht gestaltet.

In der anschließenden Diskussionsrunde wies Richter darauf hin, dass die Studie jetzt an die Fraktionen zur weiteren Beratung verteilt werden soll. Die Ratsmitglieder müssten sich nun überlegen, was die Gemeinde anbieten wolle.

Die Gesamtkosten (einschließlich Planung und sämtlicher Umbaukosten) bei "sinnvoller und wirtschaftlicher Planung" schätzen die Architekten auf maximal zehn Millionen Euro. Kerschner-Gehrling ergänzte hierzu, dass die Leute immer älter würden, bevor sie ins Altenheim gehen. Sie gingen erst in die Pflege, wenn ein triftiger Grund dafür vorläge. Dabei sei die Tendenz steigend, dass immer mehr Demenzkranke in die Heime kämen. Er rechne mit bis zu 75 Prozent (Bericht folgt).

man/Mangfall-Bote

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