Neue Räume, neues Konzept fürs "Kick"

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Die Arbeiten am neuen Jugendtreff "Kick" im Westend gehen voran. Die Fertigstellung ist bis spätestens Oktober vorgesehen.

Bad Aibling - Die Arbeiten am neuen Jugendzentrum „Kick“ laufen auf Hochtouren, an einem erweiterten Konzept unter Einbeziehung des Schulzentrums wird gefeilt – und die Vorfreude auf die neuen Räume ist entsprechend groß.

Ihre Ziele und Vorhaben präsentierte jetzt Jugendsozialarbeiterin Mira Struckmeier dem Stadtrat, zudem blickte sie auf Projekte und Veranstaltungen zurück.

"Der Bau geht voran, der neue Treff nimmt Tag für Tag mehr an Gestalt an", verkündete Mira Struckmeier in jüngster Sitzung des Stadtrates, in der sie einen Bericht über die Jugendarbeit in der Stadt unter der Trägerschaft des Fokus-Familiennetzwerkes ablieferte.

Optimistisch sieht die Sozialarbeiterin dem neuen Treff im Westend entgegen: Der Bau mache große Fortschritte, überdies sei zum 1. September eine zweite Stelle bewilligt, wozu die Ausschreibung laufe. Struckmeiers Wunsch ist ein männlicher Kollege - um auch den Jungs im Treff gerecht zu werden.

In die neue Ära ab Herbst will die Treffleiterin mit einem erweiterten Konzept starten: Die benachbarten Schulen vom Gymnasium über die Real- und die Wirtschaftsschule sollen mit einbezogen, die Zusammenarbeit mit den Vereinen intensiviert und der Bereich Prävention ausgebaut werden. "Prävention ist eines unserer Hauptaufgabengebiete", führte Struckmeier aus. Unter anderem will sie das Thema Alkoholkonsum unter Jugendlichen aufgreifen. "Alkopops sind mittlerweile out, jetzt wird gleich zur Wodkaflasche gegriffen", kennt die Sozialarbeiterin das Problem. Ein Anliegen sind ihr zudem geschlechterspezifische Angebote, die sie in Zukunft mit einem neuen, eben vorzugsweise männlichen Kollegen anbieten will.

Neben der Prävention sieht Struckmeier ihre weiteren Schwerpunkte auf den Gebieten Sport, Spiel und Beratung der Jugendlichen, ebenso liegt ihr die Persönlichkeitsentwicklung am Herzen - "wir sehen uns als Anwalt der Kinder." Zudem plant sie die Weiterentwicklung der offenen Jugendarbeit, die ihrer Ansicht nach in ständiger Veränderung ist, aktuell auch mit der Einführung von Ganztagsschulen. "Auf diesem Sektor wird noch einiges passieren", ist sie überzeugt.

Weiter hob Struckmeier die intensive Zusammenarbeit mit der mobilen Jugendarbeit um Karola Keller hervor, die eng verzahnt sei, mitunter auch deshalb, da gemeinsam in einem Haus ansässig. "Wir ergänzen uns bestens", erklärte sie.

Jede Menge Projekte und Veranstaltungen bestimmten auch in diesem Jahr das Leben im Jugendtreff "Kick" - auch wenn der offene Treff durch die vorübergehende Auslagerung aufs ehemalige US-Areal in Mietraching nahezu zum Erliegen gekommen sei, wie Struckmeier ausführte. Diesen Bereich will sie nach Fertigstellung der Räume im Westend ab Herbst wieder völlig neu beleben. In diesem Zusammenhang erwartet sich die Treffleiterin zudem einen Generationswechsel: Speziell durch die benachbarten Schulen könnten viele Jüngere nachrücken. Platzprobleme, wie von Dieter Bräunlich (ÜWG) angesprochen, befürchtet sie vorerst keine.

Der Blick zurück: Großen Anklang hätte im Frühjahr erneut das Mittelalter-Lager gefunden mit bis zu 40 Kindern pro Tag, organisiert und abgewickelt von den Jugendlichen. Überdies liefen Musik- und Filmprojekte, Breakdance, die Aktion "sauffrei" sowie Hilfen bei Bewerbungen. Für das kommende Jahr ist Struckmeier zufolge wieder eine Ferienfreizeit geplant. Auch am Ferienprogramm der Stadt wollten sich die Jugendlichen erneut einbringen, kündigte sie an. Einen Überblick über ihre Projekte geben die Jugendlichen am Samstag, 24. Juli, 20 Uhr, im Rahmen einer Benefizveranstaltung für das neue Jugendzentrum im Kurhaus.

Jugendreferent Stefan Roßteuscher (ÜWG) zeigte sich angetan von den Bemühungen in Sachen Jugendarbeit, betonte aber auch, das Engagement der Jugendinitiative Mangfalltal (JiM) nicht zu vergessen und deren Weiterbestehen zu sichern. Weiter begrüßte Roßteuscher das Bestreben, mit den örtlichen Vereinen stärker zusammenarbeiten zu wollen.

Auf die geplanten Eigenleistungen der Jugendlichen beim Neubau des Treffs kam SPD-Stadtrat Dr. Reiner Keller zu sprechen - bautechnisch könnten die Jungs und Mädchen derzeit nicht mitanpacken, aber beim Streichen und Gestalten der Räume würden sie sich in jedem Fall einbringen, versicherte Struckmeier: "Sie sind sehr kreativ". Die Gelder für die Ausgestaltung sollen über die Benefizveranstaltung erwirtschaftet werden.

Bis September, spätestens Oktober, rechnet die Sozialarbeiterin mit der Fertigstellung des neuen Jugendzentrums, dann sollen auch Umfragen unter den Jugendlichen bezüglich des zu erweiternden Angebots erfolgen.

Rosi Gantner/Mangfall-Bote

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