Arbeitslosenquote fällt auf Vorjahresniveau

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Rosenheim - Eine starke Bewegung auf dem Arbeitsmarkt in der Region verzeichnet jetzt die Agentur für Arbeit in Rosenheim: 4.630 Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit wurden registriert.

"In diesem Monat konnten wir sehr starke Bewegungen auf dem Arbeitsmarkt verbuchen. Im aktuellen Berichtszeitraum (12. März bis 13. April) wurden 4.630 Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit registriert, davon 2.750 wegen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit", kommentiert Rosenheims Agenturleiter Harald Neubauer die aktuellen Zahlen.

Neubauer weiter: „Ein Großteil dieser positiven Entwicklung hat allerdings saisonale Gründe. Der Winter hat sich endgültig verabschiedet, so dass in vielen Außenbereichen die Arbeit wieder aufgenommen werden konnte. Insbesondere Forstarbeiter, Gärtner und Landschaftsbauer, sowie Maurer, Maler, Installateure, Eisenflechter, Betonbauer, also viele arbeitslos gemeldete Bauarbeiter, die im Winter von ihrem Arbeitgeber mit einer Wiedereinstellungszusage entlassen worden waren, wurden nun „zurückgerufen“.

Vom Hotel- und Gaststättengewerbe hätte ich mir eigentlich eine ähnliche Dynamik erwartet, hier kam es allerdings nur über die Osterfeiertage zu vermehrten Personaleinstellungen, ansonsten wartet noch ein Teil des freigesetzten Gaststättenpersonals auf die zugesagte Wiedereinstellung. Alles in Allem freut es mich aber sehr, dass die Arbeitslosigkeit in diesem Monat abgebaut werden konnte, so dass die Arbeitslosenquote auf das Vorjahresniveau zurückgegangen ist.“ Die Arbeitslosenquote, errechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, beträgt – wie im Vorjahr auch - 4,2 Prozent.

Damit ist die Quote um 0,5 Prozentpunkte niedriger als im März. In den Geschäftsstellen ist die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat überall gesunken, allerdings ist die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr nicht überall gleich. So hat die Geschäftsstelle Wolfratshausen zwar mit 3,8 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk, sie ist allerdings um 0,3 Prozentpunkte höher als im letzten Jahr. Die Zahl der Arbeitslosen ist im April gegenüber dem Vormonat um 1 370 auf 11 020 gesunken. Vom saisonalen Abbau der Arbeitslosigkeit profitierten ausschließlich die Männer, denn sie sind in erster Linie in den sogenannten Außenberufen tätig. Da fast alle vor der Arbeitslosmeldung beitragspflichtig beschäftigt waren und demzufolge einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I hatten, ist der Rückgang der Erwerbslosen auch nur im Bereich des Rechtskreises SGB III (Betreuung der Arbeitslosen durch die Agentur für Arbeit) erfolgt.

Im Rechtskreis SGB II (Betreuung der Arbeitslosen durch die ARGEn beziehungsweise die optierende Kommune Miesbach) stagniert dagegen die Zahl der Arbeitslosen bei 4 780. Von den etwas über 11 000 Arbeitslosen hat circa ein Drittel keine abgeschlossene Berufsausbildung. Neubauer zu dieser Problematik: „Im Hinblick auf die demografische Entwicklung und den zukünftigen Fachkräftebedarf wird es immer wichtiger, sowohl Beschäftigte wie auch Arbeitslose zu qualifizieren. Neu ist hier die Förderung durch finanzielle Mittel, die für die Umsetzung der Initiative zur Flankierung des Strukturwandels bereitgestellt wurden. Gefördert werden Arbeitslose und von Arbeitslosigkeit unmittelbar bedrohte Arbeitnehmer ohne abgeschlossene Berufsausbildung sowie „Wiederungelernte“ (mehr als vier Jahre berufsfremde Tätigkeit), bei denen eine dauerhafte Integration erwartet werden kann. Ich begrüße es sehr, dass wir damit Abschlüsse in anerkannten Ausbildungsberufen (betriebliche Umschulungen) und Lehrgänge zur Vorbereitung auf die Externenprüfung nach § 45 Abs. 2 Berufsbildungsgesetz (BBIG) beziehungsweise § 36 Handwerksordnung (HwO), fördern können. Gelder dafür stehen bereit.“

Ein Blick auf die Stellenseite, sprich den Arbeitskräftebedarf zeigt, dass der Trend eindeutig zu qualifizierten Tätigkeiten geht. Für Ungelernte bleibt fast nur der Weg über die Zeitarbeit, denn Helferstellen besetzen Betriebe in der Regel nicht mehr direkt, sondern lassen die anfallenden Tätigkeiten über Personaldienstleister von Leiharbeitern erledigen. Insgesamt zeigt sich der Stellenmarkt recht erfreulich. 1 060 „normale“ Stellenangebote gingen im Berichtszeitraum neu bei der Arbeitsagentur ein, das waren 200 mehr als im Vormonat und ein sattes Plus von 43 Prozent gegenüber April letzten Jahres. Am Zähltag (13.04.2010) waren noch 1 990 Offerten in den Computern der Agentur für Arbeit und viele davon auch in der Jobbörse unter www.arbeitsagentur.de veröffentlicht.

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim

In der Stadt Rosenheim ist die Zahl der Arbeitslosen mit 1 990 Betroffenen gegenüber dem Vormonat, um 180 Personen zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote ist von 7,0 auf 6,4 Prozent gesunken. Von den betroffenen Personen werden derzeit 840 (minus 150 gegenüber dem Vormonat) im SGB III – Bereich von der Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut. Die Zahl der durch die ARGE Rosenheim Stadt betreuten Kunden im SGB II – Bereich ist mit 1 160 um 30 niedriger als im März.

Der Landkreis Rosenheim weist eine Arbeitslosenquote von 3,6 Prozent auf. Hier sind mit 4 500 erwerbslosen Personen, 570 weniger gemeldet als im März. Von den Beschäftigungslosen werden 2 590 Personen durch die Hauptagentur in Rosenheim und die Geschäftsstelle in Bad Aibling (SGB III) betreut, 610 weniger als im März. Die ARGE Landkreis Rosenheim (SGB II) ist für 1 910 Frauen und Männer zuständig, 40 mehr als im Vormonat.

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen verzeichnet mit 2 490 gemeldeten Arbeitslosen eine Abnahme bei der Arbeitslosigkeit (minus 390). Die Quote hat sich hier auf 4,0 Prozent verringert. Die Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen betreuen insgesamt 1 510 Erwerbslose, 360 weniger als im Vormonat. Die ARGE Bad Tölz-Wolfratshausen kümmert sich um 980 SGB II – Kunden, 30 weniger als im März.

Im Landkreis Miesbach beträgt die Arbeitslosenquote 4,3 Prozent. Hier sind derzeit 2 034 Personen erwerbslos gemeldet, 231 weniger als im Vormonat. 1 303 Männer und Frauen werden von der Agentur für Arbeit in Holzkirchen betreut, 251 weniger als im März. Die optierende Kommune verzeichnet gegenüber dem Vormonat ein Plus von 20 Betroffenen und betreut derzeit aktuell 731 gemeldete SGB II – Kunden.

Allgemeine Hinweise

Ab Berichtsmonat Mai 2008 wurden die Bezugsgrößen zur Berechnung der Arbeitslosenquote aktualisiert.

Ab dem Berichtsmonat Januar 2009 erfolgt die statistische Berichterstattung und Veröffentlichung der Arbeitslosenquoten durchgängig auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen. Damit können einheitliche Arbeitslosenquoten für alle Untergliederungen nach Strukturmerkmalen (in allen Regionen) ausgewiesen werden. Zusätzlich werden nun auch Arbeitslosenquoten für die Altersgruppen „50 bis unter 65“ und „55 bis unter 65“ veröffentlicht.

Betrifft die Arbeitslosenzahlen der Geschäftsstelle Holzkirchen / des Landkreises Miesbach und damit auch die Zahlen für den Agenturbezirk insgesamt:

Die Daten zur Arbeitslosigkeit speisen sich ab September 2005 aus den IT-Fachverfahren der Bundesagentur für Arbeit (BA), aus plausibel bewerteten Datenlieferungen des zugelassenen kommunalen Trägers und - sofern keine plausible Daten geliefert wurden - aus ergänzenden Schätzungen der BA. Merkmale wie Zu- und Abgänge können noch nicht ausgewiesen werden.

Pressemeldung Arbeitsagentur Rosenheim

Detallierte Zahlen:

Deckblatt (pdf)

Eckwerte (pdf)

Rubriklistenbild: © AP

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