Flüchtlinge kommen auch zur Aiblinger Tafel

"Mehrbelastung derzeit wenig zu spüren"

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Bad Aibling - Seit der Eröffnung der Aiblinger Tafel 2004 hat sich nicht nur der Kreis der Bedürftigen von Bad Aibling ausgeweitet, auch das Gebiet ist um mehrere Nachbarorte angewachsen. 

Viele Fragen

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Bad Aiblinger Tafel leisten Großartiges. Doch wie sieht eigentlich ihr Alltag dort aus? Wie wirkt sich die Flüchtlingssituation aus? Woher kommen die Lebensmittel? Wie organisiert sich die Aiblinger Tafel? Diesen Fragen sind wir nachgegangen und haben uns vor Ort ein Bild gemacht. Tafelleiter Sebastian Grünwald hat unserer Reporterin einen Einblick in den Alltag bei der Tafel gewährt und alle Fragen beantwortet.

Lebensmittel reichen derzeit aus

Die Waren bezieht die Organisation unter anderem von den Aiblinger Supermärkten, einigen Rosenheimer Märkten, Von Molkereien und Großmärkten. Auf die Frage, ob die Lebensmittel denn ausreichen, antwortete Grünwald: "Im Moment ja. Im Oktober und November wurde es ein bisschen knapp, wir konnten uns auch nicht erklären warum, aber im Moment reicht's"

Flüchtlinge keine große Mehrbelastung

Derzeit versorgt die Aiblinger Tafel rund 350 Menschen. Einen Teil davon machen seit einiger Zeit auch die Flüchtlinge aus der Umgebung aus. Diese Mehrbelastung ist aber laut Grünwald derzeit wenig zu spüren. "Zu uns kommen nur Flüchtlinge, die bereits in Wohnungen leben, die Menschen aus der Turnhalle werden ja von einem Caterer versorgt. Für Asylbewerber, die in den Wohncontainern in der Krankenhausstraße leben, ist die Regelung etwas anders." so Grünwald. "Der Kreis Migration kommt im Vorfeld zu uns und wählt aus, was gebraucht wird, das bringen wir dann am Freitag nach der Lebensmittelausgabe hoch."

Es gibt zwei Termine für die Lebensmittelausgabe. Donnerstags ab 15.30 Uhr hat die Tafel für Flüchtlinge geöffnet. Das habe den Hintergrund, dass die Asylbewerber am Freitag zur regulären Ausgabe von 9.30 bis 11 Uhr aus verschiedenen Gründen nicht kommen konnten, so Grünwald.

Fotos vom Alltag bei der Aiblinger Tafel

Tafel liefert auch ins Haus

Die "Glücksbringerfahrzeuge" der Aiblinger Tafel

Menschen, die nicht die Möglichkeit haben, zur Ausgabe zu kommen, liefern die Mitarbeiter Lebensmittelpakete ins Haus. Derzeit werden solche Pakete rund 60 Familien zugestellt. Für Fahrten aller Art stehen insgesamt drei Lieferwagen zur Verfügung.

Einkommen muss nachgewiesen werden

"Grundsätzlich können alle Menschen, die bedürftig sind zu uns kommen. Das A und O ist, dass jeder etwas bekommt." so Grünwald. "Wir haben jedoch eine Einkommensobergrenze von etwa 800 Euro pro Person festgelegt." 

Die finanzielle Situation muss mit Einkommensnachweisen belegt werden, erst dann bekommt man einen Ausweis, der dazu berechtigt, Lebensmittel zu bekommen.

Ein Obolus von 50 Cent pro Person muss dennoch für jede Ausgabe bezahlt werden. Familien zahlen jedoch nie mehr als zwei Euro.

Spenden immer willkommen

Die Arbeit der Tafeln wird durch Spender ermöglicht, die mit Lebensmitteln, Geld und Sachspenden die Tafeln hilfreich unterstützen.

Sie wollen spenden? Hier finden Sie alle Informationen.

Umzug 2009

2009 zog die Bad Aiblinger Tafel der Bürgerstiftung Bad Aibling & Mangfalltal von ihrem Standort in der Bahnhofstraße um in das ehemalige Gasthaus Neugarten in der Rosenheimerstraße 41. Dieser Umzug hatte unter anderem auch den Vorteil, dass große Kühlräume schon vorhanden waren, wo nun die vielen Lebensmittel gelagert werden können.

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