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Großer Rückruf: Zahlreiche Landkreise in Oberbayern betroffen

Großer Rückruf: Zahlreiche Landkreise in Oberbayern betroffen

Wie man es erkennt und was man tun kann

Achtung! Betrügerschreiben im Umlauf

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Bad Aibling - Aktuell sind im Stadt- und Landkreis Bertügerschreiben unterwegs, die den Anschein haben von offiziellen Stellen zu kommen. Hier kann man gewaltig in die Kostenfalle tappen.

Derzeit werden Gewerbetreibende und Freiberufler angeschrieben mit der Aufforderung möglichst rasch Daten auf einem Formular zu ergänzen. Diese Formulare haben den Anschein von offiziellen Stellen zu kommen, tatsächlich sind jedoch damit kostenpflichtige Einträge in Internet-Seiten verbunden.

Beispiel für ein Schreiben

Diese Schreiben machen den Eindruck, es handle sich um ein zentrales Gewerberegister das unter der Bezeichnung "Europäisches Zentralverzeichnis zur Erfassung- und Veröffentlichung von Umsatzsteueridentifikationsnummern" an die Gewerbetreibenden und Freiberufler verschickt wird.

Hohe Kosten können entstehen

Wenn die Formulare ausgefüllt und zurück gesandt werden, was als sehr dringlich dargestellt wird, werden Verträge mit einer Laufzeit von drei Jahren zu einem Preis von jährlich 348.- € bzw. 760.-€ geschlossen. Es erfolgen dann rasch Mahnungen und Ankündigungen gerichtlicher Maßnahmen.

Die Formulare sind, wie schon früher z.B. von einer "Gewerbeauskunftszentrale" erst bei genauer Betrachtung als Vertragsangebote erkennbar. In der Bürohektik oder von nur in geringem Umfang tätigen, kleinen Gewerbetrieben wird das leicht übersehen. Eine Anfechtung oder ein Widerruf der Erklärung ist, da es ich ja nicht an Verbraucher richtet, schwierig und meist mit langem Schriftverkehr verbunden.

Das rät eine Rechtsanwältin

Wir haben die Bad Aiblinger Rechtsanwältin Petra Laschat, die uns auf diese Schreiben hingewiesen hat, befragt, wie man sich am besten verhält, wenn man ein solches erhält.

Genau lesen

"Derartige Schreiben sind immer besonders dringlich, sollen also sofort beantwortet, sofort zurück gefaxt werden," so Laschat. "Wenn es eilt schaut man nicht so genau hin und genaues Hinschauen ist gerade wichtig. Wenn man den Text vollständig liest, kommt man zu der Stelle wo es dann doch heißt: Kostenpflichtiger Eintrag oder Angebot und wo dann auch die Kosten aufgeführt werden. Der allerbeste Rat ist (wieder einmal): Was man unterschreibt sollte man zuvor genau gelesen haben, nicht nur schnell überflogen."

Was Tun wenn man in die Falle getappt ist

Beispiel für ein Schreiben

"Wenn man es versehentlich ausgefüllt hat, sollte man sofort die Anfechtung wegen Irrtums erklären und vorsorglich auch die Kündigung aussprechen." so Laschat. "Es kommen dann Zahlungsaufforderunge und Androhungen von gerichtlichen Schritten, die bisher jedoch noch nicht in die Tat umgesetzt worden sind.

Man kann dann die weiteren Schreiben ignorieren oder als eine Art Gegenoffensive jeweils beantworten und Löschung der Daten in den entsprechenden Internetseiten verlangen. Die Einschaltung eines Anwalts ist nicht unbedingt notwendig, wenn man selbst sachliche bestimmte Schreiben aufsetzen kann."

Kein Widerrufsrecht für Gewerbetreibende

Laschat betont auch: "Wichtig ist zu wissen, dass man als Gewerbetreibender, Selbständiger und Freiberufler kein Widerrufsrecht hat, das gibt es nur für Verbraucher und nicht im geschäftlichen Bereich. Genau das ist der Grund, warum sich diese "Anbieter" ausschließlich an diesen Personenkreis wenden."

"Die Internetseiten gibt es im Übrigen tatsächlich, wenn man es möchte kann man sich natürlich dort eintragen lassen, aber man muss es eben nicht und es erscheint doch etwas überteuert."

Fragen, Tipps, Anregungen - schreibt uns über What'sApp: Tel. 0162/2852300

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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