Nachgefragt bei Felix Schwaller

Herr Bürgermeister, was sagen Sie zum Haushalt 2017?

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Bad Aibling - Der Haushalt für das Jahr 2017 sei "einer der besten der letzten Jahre", verkündet Aiblings Erster Bürgermeister Felix Schwaller auf Anfrage von mangfall24.de.

Wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so bleiben, will die Stadt heuer 1,3 Millionen Euro an Schulden abbauen. 

Im Stadtrat gab es eine fast einstimmige Rückendeckung für diese Planung, nur Florian Weber (Bayernpartei) und Wilhelm Bothar (ÖDP) verweigerten ihre Zustimmung. Beide Stadträte befürchten ausufernde Neuverschuldungen in den kommenden Jahren, insbesondere durch die Erweiterung der St. Georg Grund- und Mittelschule. Wie von uns berichtet, sind die Baukosten explodiert. 

Schwaller verteidigt das Großprojekt St. Georg Schule

Im Gespräch mit mangfall24.de versuchte Schwaller diese Sorgen zu mildern. "Wir gehen von Kosten in Höhe von 24-25 Millionen Euro aus, bei einem staatlichen Zuschuss zwischen 12-13 Millionen Euro. Die 3-4 Millionen Euro umgerechnet pro Jahr bis zur Fertigstellung sind zu schaffen, ohne sich neu zu verschulden."

Zwar könne er nicht ausschließen, dass dafür neue Kredite aufgenommen werden müssten ("Ich bin kein Hellseher!"), aber es handle sich schließlich hier um eine "Investition für die nächsten 20-25 Jahre". 

Schwaller erinnerte im Gespräch mit unserer Redaktion an die Bedeutung der Mittelschule für Bad Aibling. So habe man in Aibling viele Arbeitsmigranten "aus Litauen, Estland, Polen, Tschechien, Ungarn, die vor allem im Pflegebereich und den Kliniken arbeiten und ihre Kinder hier zur Schule schicken". Für viele Schüler aus diesen Familien sei die Mittelschule attraktiver als das Gymnasium. Hinzu komme auch das Thema Asyl und die Frage des Familiennachzugs. Darüber hinaus schöpfe das Handwerk in der Region seinen Nachwuchs aus der Mittelschule. 

"Wir können die Köpfe nicht in den Sand stecken", appelliert der Erste Bürgermeister, auch wenn ihn selbst die Kosten erschrocken hätten. Es sei schließlich eine Pflichtaufgabe der Kommune. 

Schule wichtiger als Nordumgehung

Angesichts der großen Investition müssten kleine Projekte dennoch nicht warten. Anders sieht es dagegen bei der Nordumgehung aus: "Eine Schule ist mir wichtiger als eine weitere Umgehungsstraße!"

Für ein Hallenbad braucht es viel mehr Zuschüsse

Ein neues Hallenbad sei bei den geringen Zuschüssen durch den Staat nicht stemmbar. "Wenn wir von Kosten von 15 Millionen Euro ausgehen, müssten Zuschüsse in Höhe von 80-90 Prozent kommen, nicht von zehn Prozent", fordert Schwaller. Das sei schließlich eine freiwillige Aufgabe der Kommune. 

Quelle: mangfall24.de

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