Planungen im Stadtrat vorgestellt

Wie geht es weiter mit dem "Sebastiani-Gebäude"?

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Das Lichtspielhaus am Bad Aiblinger Marienplatz wird abgerissen und neu errichtet
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Bad Aibling - Das sogenannte Lichtspielhaus am Anfang der Kirchzeile soll abgerissen und neu gebaut werden. Dazu wollen die Investoren Werndl & Partner Bad Aibling GmbH & CO. KG jetzt einen Realisierungswettbewerb ausloben.

Gerüchte das Gebäude neben der Sparkasse Bad Aibling, in dem sich unter anderem das Kinderland befand oder auch die Gaststätte "Sebastiani" ihre Gäste bewirtet, solle abgerissen werden, kursieren schon länger in der Kurstadt. Nun wurde das Gerücht auch offiziell in der jüngsten Stadtratssitzung am Donnerstagabend bestätigt. Die Werndl & Partner Bad Aibling GmbH & CO. KG, die das Gebäude erwarben, stellten vor, was damit geschehen wird: 

Im Zentrum von Bad Aibling soll anstelle zweier in die Jahre gekommener und zwischenzeitlich in weiten Teilen leer stehender Wohn- und Geschäftshäuser am Übergang zwischen Marienplatz und Kirchzeile ein Neubau entstehen.

Ein Realisierungswettbewerb für den Neubau des Wohn- und Geschäftshauses mit Tiefgarage wird ausgelobt. Die Wettbewerbsbetreuung wird vom Architekturbüro AKFU aus Germering übernommen.

"Wir bauen für die Menschen im Ort"

"Wenn wir was machen, dann wollen wir was Gutes machen" sagte Florian Eisner von Werndl & Partner in der Sitzung. "Uns ist es wichtig, dass wir für den Bedarf im Ort bauen. Wir bauen für die Menschen im Ort." Deshalb werde es auch ein 4-wöchiges Vorkaufsrecht für die Bürger in der Gemeinde geben, um den Einheimischen den Vorzug zu geben. Außerdem erfolge die Umsetzung des Vorhabens über eine eigens gegründete Gesellschaft, damit die Gewerbesteuer im Ort bleibt. "Mit der Kommune, Vereinen und Arbeitskreisen haben wir einen lebhaften Dialog, damit die Planung eben für die Menschen im Ort ist", so Eisner. "Über diesen Realisierungswettbewerb ist die Mitsprache der Gemeinde geregelt. Wir werden auch die Kosten dafür übernehmen."

Was ist geplant?

  • Bau eines Wohn- und Geschäftshauses (Einzelhandel im Erdgeschoss; hochwertige Büroflächen im Gebäude verteilt; Wohnungen in guten Wohnlagen)
  • Ein neues Sebastiani wird an selber Stelle entstehen. Hierzu betonte Eisner, dass die Vorbesitzer des Sebastiani, Familie Stegmüller, das Lokal nur unter der Prämisse hergegeben haben, das Sebastiani wieder bekommen. "Sie werden das auch wieder zurückkaufen und den Pächter bestimmen."
  • Bau einer zweispurigen Tiefgaragenabfahrt zur gemeinsamen Nutzung mit der Sparkasse und der Öffentlichkeit
  • Durchführung eines Architektenwettbewerbs mit der Möglichkeit der Anpassung der Raumkanten an die heutige städtebauliche Situation

Das Gebäude solle maximal vier Vollgeschoße und ein Staffelgeschoß bekommen und sich an der Höhe der Sparkasse und des Rathauses orientieren.

Wettbewerb, um beste architektonische Lösung zu finden

Die Sachpreisrichter für den Realisierungswettbewerb werden von Seiten der Auslober Maximilian Werndl und Florian Eisner von Werndl & Partner und aus dem Stadtrat Felix Schwaller (Erster Bürgermeister CSU), Petra Keitz-Dimpflmeier (SPD), Rudolf Gebhart (ÜWG) , Stephan Schlier (CSU), Elisabeth Geßner (CSU, ständig anwesende Stellvertreterin) sein. 

Elf lokale und Überregionale Büros nehmen am Wettbewerb teil: abp architekten und stadtplaner aus München, Auer Weber Architekten aus München, Beer Bembé Dellinger Architekten aus Greifenberg, Blaesig Architekten aus Bad Aibling, Behnisch Architekten aus München, Diezinger Architekten aus Eichstätt, Labonte Architektur aus Rosenheim, Leupold Brown Goldbach Architekten aus München, Nagler Architekten aus München, Petzenhammer Architektur + Stadtplanung aus Bad Aibling und die Werkgemeinschaft Rosenheim, Bernhard Schellmoser, Architekt aus Rosenheim. 

"Für die Architekten soll die Möglichkeit bestehen, die ideale städtebauliche Lösung zu finden", so Eisner anschließend.

Zeitplan

Die derzeitigen Zwischenmietverträge laufen noch bis Ende Januar 2019. Der Wettbewerb werde Mitte Oktober 2017 ausgelobt, das Preisgericht finde Mitte Februar 2018 statt.

Flachdach oder nicht

Stadtrat Florian Weber (Bayernpartei) betonte in der anschließenden Diskussion, dass er sich ein sensibles Herangehen an die Geschichte wünsche. Er plädierte auch dafür, kein Flachdach zu wählen. Unterstützung bekam er dabei von Thomas Höllmüller (CSU): Ein Flachdach wird meine Zustimmung nicht bekommen. Ich möchte eine Entwicklung, die dem Stadtbild entspricht." Eisner entgegnete dem, dass die Investoren ebenfalls einen Entwurf erwarten, der zur Stadt passt, man wolle jedoch keine Dachform vorschreiben. "Wir sind uns dessen bewusst, dass wir uns in einem sehr sensiblen Bereich befinden." Fraktionsvorsitzender Richard Lechner (SPD) fügte dem hinzu, dass dazu eine Blick in die Gestaltungssatzung helfe.

Quelle: mangfall24.de

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