Im Einklang mit der Natur leben?

20 JAHRE LEBENSRAUM HOLZ - Erfolgsgeschichte der ökologischen Holzhäuser in Bad Aibling

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Bad Aibling - Zupacken, nicht zaudern: Mit dieser Lebenseinstellung haben Christoph Hartmann, Adi Brandl und Uli Zimmermann "Lebensraum Holz" aufgebaut. Mittlerweile gibt es diese Firma seit 20 Jahren. Was Lebensraum Holz ausmacht? Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, natürliche Baustoffe und vieles mehr...

Lebensraum Holz

Fleiß, Ideenreichtum, unbeugsamer Wille, Vertrauen auf die eigene Intuition und das tief verwurzelte Gespür für ein zukunftsweisendes Produkt sind unter anderem Zutaten für das Erfolgsrezept von Christoph Hartmann, Adi Brandl und Uli Zimmermann. Aus einem Passivhaus-Prototyp, der mehr oder weniger aus dem Nichts realisiert wurde, entwickelte sich im Lauf von 20 Jahren ein Unternehmen namens "Lebensraum Holz", das mittlerweile 6,5 Millionen Euro Umsatz generiert. Und das - was den Firmengründern noch viel wichtiger ist - nachhaltige, wertvolle Produkte schafft. Das gesundes Wohnen ermöglicht, Ressourcen effizient einsetzt und Menschen zufrieden stellt. Glück und eine gehörige Portion Wagemut, manchmal vielleicht sogar jugendlicher Leichtsinn, besser gesagt Leichtigkeit, sind ebenfalls Teil dieser Selfmade-Men-Geschichte.

So fing alles an...

Das erste Mal begegnet sind sich Brandl und Hartmann während ihrer Studienzeit: Ersterer feilte an seiner Diplomarbeit, letzterer wollte sein Praktikum absolvieren - beide bei einem Rosenheimer Professor der Verfahrenstechnik. Er hatte die jungen Männer dazu auserkoren, ein Hauskonzept zu verwirklichen, das fernab aller gängigen Konventionen war: Autarkes Wohnen ohne kritische Baustoffe. Effizienter Materialeinsatz und Augenmerk auf den Umweltschutz. Von diesem Professor lernten Brandl und Hartmann viel, vor allem aber, dass Probleme dazu da sind, gelöst zu werden.

Umsetzung der Idee mit Augenmerk auf Umweltschutz

Ohne handwerkliche Vorbildung stürzten sie sich in die Umsetzung des Vorhabens. Am Ende stand nicht nur das Holzhaus des Professors, sondern auch der Entschluss, zusammen eine Firma zu gründen. Die ersten Bauherren, Paul und Traudi Wagner, kam von sich aus auf die beiden zu. Christoph Hartmann versprach ihnen: "Wir bauen euch ein Haus, ganz nach euren Vorstellungen", so erinnert es Adi Brandl. Zu diesem Zeitpunkt hatten die beiden weder Werkzeug, noch das Geld, sich welches zu kaufen. Mit 3000 Mark, die Hartmanns spätere Frau Marianne vorstreckte, gingen die beiden Männer auf Shopping-Tour – beim Kreiller in Traunstein. Sie besorgten Schubkarre, Schaufeln, Kabeltrommel, Akkuschrauber, Bohrmaschine, drei Kreis- sägen mit verschiedenen Schnitttiefen, Zimmererhammer, Maßband. Gezahlt wurde bar, denn ein Firmenkonto gab es noch nicht. 

Aus der Garage hin zum Erfolg

Von August 1998 bis April 1999 arbeiteten Adi Brandl und Christoph Hartmann an ihrem ersten Auftrag, sechs Tage die Woche von frühmorgens bis spätabends. Ihre Werkstatt war der Kofferraum ihrer Autos. Bekannte Zimmerer unterstützten sie bei ihrer Arbeit, andere Handwerker belächelten ihr Werk – auf jeden Fall machten Brandl und Hartmann damit Furore. Bereits bei diesem Prototyp wurden die Holzbestandteile vorgefertigt und kamen als Bausatz auf die Baustelle. Geliefert von einer Firma in Waldkraiburg, die damals als einzige in der Region mit einer CNC-Maschine arbeitete. Alles war genau durchgeplant. "Zwar bauten wir ein Holzhaus ohne handwerkliche Ausbildung", so Hartmann. "Aber blauäugig waren wir nicht." Dem ersten – heute noch zufriedenen – Kunden folgten weitere Auftraggeber.

Unterstützung durch Uli Zimmermann

Ein Schlafzimmer zum Erholen!

Als Brandl und Hartmann an ihre Grenzen stießen und die steigende Nachfrage kaum mehr bewältigen konnten, lernten sie Uli Zimmermann kennen: der gelernte Zimmerer aus Trostberg war bereits mit 19 Jahren auf die Walz gegangen. Er kam dabei durch Europa, Südamerika und Asien und sammelte jede Menge Lebens- und Berufserfahrung. Fachwerksanierung, Bootsbau, Schieferdecken, Treppenbau sind nur einige der Gebiete, in die sich Zimmermann eingearbeitet hatte. Mit dem Passivhausbau kam er zum ersten Mal in Regensburg in Berührung. Das beeindruckte in so, dass er nach seiner Heimkehr in Trostberg seinen Meister machte, eine entsprechende Baufirma gründete und drei Häuser komplett allein von Hand baute. Sein erstes Passivhaus blieb in der Familie: Uli Zimmermann baute es zusammen mit seinem Vater, seinem Bruder und seinem besten Freund in nur einem halben Jahr für seinen Bruder – der noch heute absolut glücklich mit seinem Heim ist. Beheizt wird dieses Passivhaus mit einem Holzofen – der sich mit einem Ster Holz im Jahr begnügt. 

Ein Team das besser nicht zusammenpassen könnte

Die drei Geschäftsführer von Lebensraum Holz: Christoph Hartmann, Adi Brandl und Uli Zimmermann (von links).

Zimmermann, Hartmann und Brandl - drei Männer, ein Ziel, gegenseitige Sympathie: da lag es nahe, sich zusammenzuschließen und die Energien zu bündeln. Zeitgleich mit der Entscheidung, sich rein auf Passivhäuser zu spezialisieren, ergab sich die Möglichkeit, im Gewerbegebiet Markfeld zusammen mit der Zimmerei Glas einen Firmensitz zu gründen. "Wir haben immer zur richtigen Zeit die richtigen Menschen und die richtigen Entscheidungen getroffen“, stellt Hartmann fest. Brandl ergänzt: "Wir sind Glückskinder." Arbeiteten Brandl, Hartmann und Zimmermann anfangs noch viel selber auf den Baustellen mit, änderten sich die Aufgaben im Lauf der Zeit, genauso wie die Klientel. Eines aber ist allen Kunden gemeinsam: Sie sind Individualisten, verwirklichen mit einem Haus von Lebensraum Holz eigene Vorstellungen, realisieren die persönliche Idee vom wohngesunden Leben und nachhaltigen Handeln. "Das Schöne an unserer Arbeit ist: wir schaffen etwas Sinnvolles. Unsere Kunden sind zufrieden. Wir sind überall gern gesehen", freuen sich die drei Geschäftsführer. 

Auch in Zukunft kein Ende in Sicht

Küche und Essraum mit Ausblick!

In diese Richtung soll es für sie weitergehen: Sie wollen auch künftig dazu beitragen, dass nachhaltiges Wirtschaften, Leben, Wohnen und Handeln gestärkt und gefördert wird. Ihr Herzblut in ein respektvolles, wertschätzendes Miteinander stecken. "Unsere Mitarbeiter und deren Familien sind uns sehr wichtig. Alle sollen sich bei uns wohlfühlen. Wir möchten, dass sie zufrieden sind und gerne bei uns arbeiten. "Um diese persönliche Bindung vertiefen, den Überblick behalten zu können, will Lebensraum Holz sein Geschäft nicht ausweiten, sondern so bleiben, wie es ist. "Wir haben unsere Ideale in den vergangenen 20 Jahren nie aufgegeben", erklären Brandl, Hartmann und Zimmermann. "Das macht uns authentisch." Und erfolgreich.

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