Statusbericht über das Projekt "Fair Play"

Ruhestörung: Kommt bald eine neue Sperrstunde?

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Bad Aibling - Erst die gelbe, dann die rote Karte heißt es seit Anfang diesen Jahres in Bad Aibling. Doch wie es aussieht, hat das Projekt nicht gefruchtet.

In der Stadtratssitzung am Donnerstag in Bad Aibling stellte Thorsten Bäcker vom Aiblinger Ordnungsamt die Ergebnisse des Projektes "Fair Play für Bad Aibling" vor.

Mit einem Bußgeldkatalog für notorische Störer wollte die Stadt den immer wieder auftretenden nächtlichen Ruhestörungen Herr werden. Bisher sind im Jahr 2015 rund 700 Euro durch die Bußgelder eingenommen worden.

Anwohner resignieren

Resümierend konnte Bäcker sagen, dass eine Verschlechterung der Situation nicht eingetreten sei, dass die Beschwerden nach der Einführung des Kartensystems vorerst sogar zurückgegangen seien. Seitdem die Diskothek Erdgeschoß wieder geöffnet hat, häufen sich die Beschwerden jedoch wieder, so Bäcker. 

Wilhelm Bothar von der ÖDP ist der Auffassung, dass der Rückgang der Beschwerden daher rühre, dass die Anwohner einfach resignieren. Ihm wurde zugetragen, dass es nichts bringe, die Stadtwache im Störungsfall anzurufen, da einfach keiner komme. Bürgermeister Felix Schwaller beauftragte Bäcker dem nachzugehen.

"Wir werden belächelt und blöd angeredet"

Die von der Stadt beauftragte Firma Oberlands Security, deren Mitarbeiter seit längerer Zeit schon an den Wochenenden "Streife" gehen und für Ruhe und Ordnung sorgen sollen, gab ihren Bericht ab:

"Wir werden belächelt, die Jugendlichen sind dreist und reden uns blöd an" heißt es auszugsweise in dem Bericht. Auch beklagten sich die Mitarbeiter, dass sie von den wenigsten Nachtschwärmern Akzeptanz bekommen würden."Die Jugendlichen wissen, dass sie uns ihren Ausweis nicht zeigen müssen" so hieß es weiter in dem Bericht.

Mit dem Alkohol sei es aber besser geworden. Die Mitarbeiter sprechen die Menschen an, dass es ein Alkoholverbot in der Stadt Bad Aibling gebe, und fordere sie auf, die Getränke in Mülleimern zu entsorgen. So beuge man Aggressivität vor.

Zusammenarbeit mit der Polizei schwierig

Die Abmachung im Vorfeld war, dass bei schwerwiegenden Verstößen die Polizei hinzugezogen werden solle. In dem Bericht heißt es jedoch weiter, dass die Zusammenarbeit mit der Bad Aiblinger Polizei sehr schwierig sei.

Lösungsvorschläge

Bäcker meinte, eine mögliche Lösung für die Ruhestörungen wäre, es evtl. mit einer anderen Security Firma zu versuchen.

Stadtrat Florian Weber von der Bayernpartei brachte ein, dass man selbst mit gutem Beispiel voran gehen solle und auch in Eigeninitiative Leute ansprechen solle, die sich danebenbenehmen.

Stadtrat Richard Lechner von der SPD forderte Vorschläge und Konsequenzen von der Verwaltung.

Sperrzeitverlängerung als letzte Möglichkeit

Schwaller brachte an, dass eine Verlängerung der Sperrzeit von eins bis sechs Uhr die letzte Möglichkeit wäre das Problem in den Griff zu bekommen. Er beauftragte Thorsten Bäcker damit sich zu erkundigen, wie das bei vergleichbaren Städten und Orten gehandhabt werde.

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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