Pressemeldung Schön Klinik Bad Aibling Harthausen

Schlaganfallversorgung: Erstmals Blutgerinnsel aus dem Gehirn eines 37-Jährigen entfernt

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Dank der intensiven Rehabilitationsmaßnahmen in der Schön Klinik Bad Aibling Harthausen hat sich die Sprachstörung von Martin H. bereits gebessert.

Bad Aibling - Zu den Innovationen der Schön Klinik zählt eine ultramoderne Angiografie-Anlage. Dort kann man Blutgerinnsel ‚einfangen‘ und entfernen. Bei einem 37-jährigen Schlaganfall-Patienten kam dieses Verfahren nun erstmals zum Einsatz. 

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. „Time is brain“, wiederholt Chefarzt Prof. Klaus Jahn deshalb unermüdlich. „Dies galt auch für den 37-jährigen Martin H., der aus dem Wasserburger Raum mit der gesicherten Diagnose Schlagfall in unsere Fachklinik verlegt wurde“, berichtet der Neurologe. 

Die erstbehandelnde Klinik hatte bereits eine sogenannte systemische Lyse durchgeführt, bei der Medikamente zur Auflösung von Blutgerinnseln zum Einsatz kommen. Bei der ersten neurologischen Untersuchung in der Schön Klinik Bad Aibling Harthausen zeigte sich eine ausgeprägte Sprachstörung und eine komplette Lähmung der rechten Körperhälfte – alles typische Zeichen eines akuten Hirninfarkts. Vorab über die Verlegung informiert, stand das interdisziplinäre Team im Schockraum schon bereit für einen angiografischen Eingriff.

Blutgerinnsel aus der verschlossenen Hirnarterie ‚eingefangen‘ und entfernt 

„Für eine solche angiografische Intervention muss der Patient völlig ruhig und bewegungslos sein“, erklärt Chefarzt Jahn. „Deshalb wurde vom Anästhesie-Team sofort eine Narkose eingeleitet und dann von der Leiste ausgehend ein Katheter bis in die verschlossene Hirnarterie vorgeschoben.“ Ein aus der Schön Klinik Vogtareuth hinzugezogener Neuro-Radiologe und eine Röntgenassistentin überwachten mittels Röntgen den Weg von der Leistenschlagader bis hinauf in die durch einen Blutpfropfen verschlossene Gehirnarterie. 

Am Ende des Katheters sitzt ein kleiner Korb, mit dem dieser Pfropfen ‚eingefangen‘ werden kann. Dafür war Fingerspitzengefühl gefragt: Durch vorsichtiges Zurückziehen des Katheters entfernten die Spezialisten das Blutgerinnsel Stück für Stück. Nach dreimaliger Wiederholung war es geschafft und der Pfropfen komplett entfernt. Der Patient schlief während des Eingriffs völlig ruhig und schmerzfrei. Nachdem sich das behandelnde Team nochmals von der Durchgängigkeit der Hirnarterie überzeugt hatte, gab es grünes Licht für die Verlegung in die spezialisierte Schlaganfallabteilung, auch Stroke Unit genannt.

Erfolgreiche Premiere der angiografischen Intervention 

Dort in der Stroke Unit überzeugten sich Chefarzt Jahn und sein Team bei wiederholten Visiten im Laufe des Nachmittags und Abends vom deutlichen Rückgang der Lähmung. Am Tag nach dem Eingriff konnte der 37-Jährige bereits ohne fremde Hilfe den Stationsflur auf- und abgehen. Auch die Sprachstörung besserte sich schon. 

Das Klinikteam freute sich über die erfolgreiche Premiere einer angiografischen Intervention. „Unsere erste Entfernung eines Hirngerinnsels mithilfe der neuen Angiografie-Anlage kann man sowohl vom Ergebnis für den Patienten als auch mit Blick auf den zeitlichen und organisatorischen Ablauf als sehr gelungen bezeichnen. Am meisten macht es mich stolz, dass wir durch dieses Verfahren die medizinische Versorgung unserer Schlaganfall-Patienten auf ein neues Qualitätsniveau heben. Unser Premiere-Patient hat sich dank des Eingriffs so gut erholt, dass nur noch minimale motorische Einschränkungen vorliegen. Insbesondere für die Bewegungsfähigkeit ist langfristig mit einem sehr guten Ergebnis zu rechnen“, konstatiert Jahn.

„Gut, dass so schnell eine Behandlung möglich war …“ 

Die Prognose des Neurologen hat sich bestätigt: Die Lähmung ist während der Rehabilitation in der Schön Klinik Bad Aibling Harthausen vollständig zurückgegangen, lediglich ein leichtes Taubheitsgefühl und die Sprachstörung erinnern Martin H. an den Schlaganfall. „Ich bin froh, dass ich mich normal bewegen kann und die Sprache ist auch schon viel besser", sagt der 37-Jährige. „Gut, dass so schnell eine Behandlung möglich war, ich merke jeden Tag Verbesserungen und freue mich auf die Entlassung aus der Rehabilitation nach Hause."

Ultramoderne Angiografie-Anlage reduziert bleibende Folgeschäden 

„Etwa fünf bis zehn Prozent der Schlaganfall-Patienten sind von einem Verschluss einer großen hirnversorgenden Arterie betroffen, der mit einem Katheter geöffnet werden sollte. Auch hier reduziert eine Versorgung in den ersten Stunden nach dem akuten Infarkt bleibende Folgeschäden.“ 

Bisher mussten Patienten aus der Region meist nach München verlegt werden. Das bedeutet eine erhebliche Verzögerung bis zur Entfernung der Hirngerinnsel. „Dank der ultramodernen Angiografie-Anlage und der intensiven interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Neurologie, Anästhesie, Intensivmedizin, Neuro-Chirurgie, Gefäß-Chirurgie und Neuro-Radiologie der beiden Standorte Bad Aibling und Vogtareuth gewinnen wir wertvolle Zeit. Es kommt auf jede Minute an“, versichert der Chefarzt Jahn abschließend nochmals.

Pressemeldung Schön Klinik Bad Aibling Harthausen

Quelle: mangfall24.de

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