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Straßen-Widmung am Schulzentrum

Max Mannheimer: Ein Straßenname sorgt für Wirbel

Die Erschließungsstraße des Schulzentrum soll nach dem Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer benannt werden
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Die Erschließungsstraße des Schulzentrum soll nach dem Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer benannt werden

Bad Aibling - Die Max-Mannheimer-Straße soll künftig das Schulzentrum erschließen, im Gedenken an den Holocaust-Überlebenden. Warum die Namensgebung dennoch einem Stadtrats-Mitglied sauer aufstößt:

Max Mannheimer wurde im Jahr 1943 als deutsch-jüdischer Kaufmanns-Sohn in das damalige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, zusammen mit seiner Familie, deportiert. Nach dem Weitertransport in die Lager in Warschau und Dachau, überlebte Mannheimer nach der Befreiung durch die Amerikaner in Tutzing den Holocaust. Bis zu seinem Tod im Jahr 2016 lebte der Kaufmann, Maler und Autor in München.

Um das Andenken an den ehemaligen Präsidenten der Lagergemeinschaft Dachau und Vizepräsidenten des Internationalen Dachau-Komitees zu ehren, entschied sich der Aiblinger Stadtrat, eine Straße nach Max Mannheimer zu benennen. Trotzdem sorgte das Vorhaben, genauer das Vorgehen der Stadt und die Vorgeschichte, bei SPD-Mitglied Richard Lechner für Unmut.

Interfraktioneller Antrag der CSU, ÜWG, GOL und der Ausschussgemeinschaft

Am 8. Februar beantragten die Fraktionen, die Erschließungsstraße am Schulzentrum in Max-Mannheimer-Straße zu benennen. In der Sitzung des Stadtrats am Mittwoch entsprach das Gremium dann auch einstimmig diesem Antrag. Zuvor zeigte sich der Fraktionssprecher der SPD, Richard Lechner, aber deutlich verstimmt:

"Nach der peinlichen Vorgeschichte wäre ein gemeinsamer Antrag aller Fraktionen für das Ansehen des Stadtrats besser gewesen. Hinderungsgrund für die Initiatoren des Antrags war angeblich, dass unser Vorschlag Max Mannheimer vorher nicht intern unterbreitet wurde. Das war noch nie Voraussetzung einer Straßenbenennung und dazu bestand gerade beim Namen Max Mannheimer absolut keine Veranlassung", so Lechner.

Bereits 2016 habe er den Namen erstmals vorgeschlagen. Eine einstimmige Empfehlung sei an den Stadtrat gegangen. "Demnach müssen in der Sitzung mindestens 6 Ausschussmitglieder ganz tapfer geschwiegen haben. Jemanden zu überrumpeln, war ganz bestimmt nicht meine Absicht", so Lechner weiter. Bei früheren Fällen habe es schließlich auch noch nie Probleme gegeben.

Der Grund für die "peinliche Rolle rückwärts" sehe Lechner im Bauausschuss der Stadt. "Es genügten also Anrufe und Schreiben, um den 1. Vorsitzenden des Historischen Vereins und Bürgermeister, der diese Beschlussvorlage leider unterschrieben hat, den Rückzug vorschlagen zu lassen", so Lechner scharf, und weiter: "Nach langer Diskussion fasste der Bürgermeister das Ergebnis aus seiner Sicht wie folgt zusammen: Es gibt keine gleichwertige Straße, also bleiben wir mit der Straßenbenennung nach Max Mannheimer bei der neuen Straße südlich der Bahn. Der Vertreter der ÜWG-Fraktion schaute wenig begeistert. Die beiden CSU-Vertreter schauten überhaupt nicht begeistert und alle drei schwiegen tapfer."

Auch die SPD spricht sich für die Max-Mannheimer-Straße am Schulzentrum aus

Doch auch hier war für die Max-Mannheimer-Straße noch keine Ruhe eingekehrt: "In der Stadtratssitzung am 26.1.2017 wurde dann Max Mannheimer von der Mehrheit in ein noch nicht einmal auf dem Papier existentes Baugebiet an den Stadtrand abgeschoben", so der SPD-Sprecher, und weiter: "Die Reaktion in der Presse und im Internet auf die für Max Mannheimer vorgesehene Ehrung erst einige Jahre später und nur am Stadtrand war für das Ansehen Bad Aiblings absolut negativ."

Am Ende kann Richard Lechner dem Vorhaben seiner Stadtratskollegen dann aber doch zustimmen: "Wir unterstützen den Antrag trotzdem gerne, weil es um Max Mannheimer geht." Einen letzten Seitenhieb ließ sich Lechner dann aber doch nicht nehmen, "zum ordnungsgemäßen Verfahren bei einer Straßenumbenennung gehört aber, dass man auch den Anwohnern Gelegenheit zur Stellungnahme gibt. Bei diesen rechne ich mit dem Verständnis, das ich mir in den letzten Wochen in diesem Haus vergeblich gewünscht habe."

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